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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

- 
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Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1915. 
7. Wenn der Sonnenuntergangswall bis zwischen die Stationen kommt, so wird 
er wie ein Hindernis wirken, die Wellen zurückwerfen und die Zeichen merkbar 
schwächen. 
8. Wenn der Sonnenuntergangswall hinter die westliche Station kommt, 
so wird wieder ein zeitweises Stärkerwerden der Signale durch Reflexion eintreten. 
Danach greifen wieder die Bedingungen Platz, wie sie bei dauerndem Schatten 
oder in der Nacht herrschen.“ 
Diese Anschauungen stimmen in vieler Beziehung mit den früher erwähnten 
Ausführungen Zennecks überein. - 
Auch die Erweiterung der Ecclesschen Theorie auf die Dämmerungs- 
schwankungen sei angeführt: „Zunächst liegt es auf der Hand, daß, wenn wir die 
Flächen gleicher Ionisierung in einer ruhigen Atmosphäre rings um den Erdball 
zeichnen, diese Flächen an solchen Orten der Erde am nächsten sein werden, für 
welche die Sonne im Meridian steht, und daß sie an solchen Orten, an denen die Sonne 
gerade auf- oder untergeht, einigermaßen steil von der Erde fort ansteigen werden. 
Die Gebiete, in denen der Übergang vom Tagesniveau zum Nachtniveau erfolgt, 
bilden ein großes, kreisförmiges Band rings um den Erdball, das gegen die Meridiane 
um einen von der Jahreszeit abhängigen Winkel geneigt ist. Dieses Gebiet der 
Atmosphäre wird sich, da es sich beständig mit der Sonne bewegt, in einem Zustande 
starker elektrischer Störung befinden. Eine Bildung von Ionen geht in der einen 
Hälfte des großen Kreises wirksam vor sich und eine Wiedervereinigung in der 
anderen Hälfte, und diese Vorgänge erfolgen zweifellos, selbst in einer ruhigen 
Atmosphäre, einigermaßen unregelmäßig mit dem Ergebnis, daß Flecken und Bänke 
jonisierter Luft analog den Nebelbänken, denen man auf See begegnet, vorüber- 
gehend dieses Band in der mittleren Atmosphäre bilden werden. Die Wirkung solcher 
Flecken verschieden stark ionisierter Luft auf elektrische Wellen, die sich durch 
das Gebiet fortpflanzen, ist, angesichts des zwischen der Geschwindigkeit der Wellen 
und der Konzentration der Ionen bestehenden Zusammenhanges, eine erschwerende. 
Die Zerstreuung durch wiederholte Brechung wird dahin wirken, das Gebiet für 
Wellen, durch deren Richtung es hindurchführt, undurchdringlich zu machen. 
Wir dürfen daher erwarten, daß die Regelmäßigkeit der Fortpflanzung durch die 
stetig ionisierten horizontalen Schichten, die bei Tage herrscht, durch die Über- 
gangsbänke und -flecken, die bei Dämmerung auftreten, stark gestört werden wird, 
und daß als letzte Folge hiervon die in den Empfangsapparaten gehörten Töne 
sehr geschwächt werden.‘ 
Den experimentellen Befund, daß die Hauptdämmerungsminima ungefähr 
10 Minuten vor Sonnenaufgang und 10 Minuten nach Sonnenuntergang auftreten, 
erklärt Eccles dadurch, daß die Sonne für die mittlere Atmosphäre, die hier die 
ausschlaggebende Rolle spielt, früher auf- und später untergeht, als für einen ent- 
sprechenden Punkt der Erdoberfläche. 
VIII Die Irrgänger. 
Die in der Literatur übliche Bezeichnung „atmosphärische Störungen‘ 
für die Gruppe von Erscheinungen, die sich als scharfe Knacke und brodelnde 
Geräusche zwischen die eigentlichen Telegraphiersignale störend einlagern, ist 
eigentlich zu wenig prägnant. Sind doch alle Erscheinungen, die wir in dieser 
Zusammenstellung behandeln, von Störungen durch die Atmosphäre veranlaßt. Die 
Bezeichnung „Irrgänger‘“ ist wesentlich besser, und soll daher im folgenden 
benutzt werden. 
Nach den bisherigen Untersuchungen haben die Irrgänger zwei voneinander 
sehr verschiedene Ursachen. Sie sind entweder von Blitzschlägen hervorgerufen 
und unterliegen dann auch all den Änderungen, die bei gewöhnlicher, drahtloser 
Übertragung eintreten, sind also in der Nacht lauter als am Tage und zeigen in 
ihrer Stärke auch in der Dämmerung die typischen Schwankungen. Sie sind dann 
naturgemäß besonders zahlreich, wenn auf Grund der Hoch- und Tiefdruckverteilung 
Gewittertendenz vorhanden ist. Ein Teil dieser Gruppe der Irrgänger wird wahr- 
scheinlich durch Gewitter hervorgerufen werden, die in sehr großer Entfernung, 
z. B. in den Tropen, in der ‚Entladung begriffen sind.
	        
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