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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Die Witterung an der deutschen Küste inı März 1915. 
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lichen Richtungen an der Nordsee, am 19. ebenfalls aus östlichen Richtungen, 
fast durchweg bis Stärke 8 und teilweise bis 9, an der ganzen Küste und vom 
20. bis 22. über Teilen der östlichen Ostsee, von Tag zu Tag an Ausdehnung ab- 
nehmend, zunächst aus dem Nordwestquadranten und an den beiden letzten 
Tagen teilweise auch aus dem Südwestquadranten. Gewitter wurden nicht 
beobachtet. 
Fast im ganzen Monat erhielt sich ein in wechselnder Erstreckung süd- 
wärts ausgebreitetes Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer. Die ersten beiden 
Tage brachten für die Küste die Herrschaft eines von der Nordsee über den 
Süden der Ostsee nach Polen fortschreitenden Teiltiefs und eines nachfolgenden, 
von der Biscayasee über dem Westen Kontinentaleuropas vordringenden -Hoch- 
druckausläufers. Dieser trat im Rücken des abziehenden Tiefs durch einen über 
Jütland verlaufenden Hochdruckrücken mit einem sich südwärts über Skandinavien 
ausbreitenden Hochdruckgebiet in Verbindung, doch der Hochdruckrücken 
wanderte alsbald ostwärts, da bereits am 4. ein neuer Tiefausläufer von der 
Nordsee über Nordwestdeutschland heränzog; dieser bedeckte vom 5. bis 7. ganz 
Deutschland und wurde in der Folge südwärts gedrängt, als das Hochdruckgebiet 
über dem Ozean durch einen über Skandinavien entwickelten Hochdruckrücken 
mit einem Hochdruckgebiet über Nordosteuropa in Verbindung trat. Die hier- 
durch hervorgerufenen ziemlich lebhaften Winde aus östlichen Richtungen hatten 
eine weitere Zunahme des bereits seit dem 6. über dem Osten der Küste bestehenden 
strengen Frostes und Ausbreitung des Frostwetters über die ganze Küste am 8. und 
9. im Gefolge. Mit der Verlagerung des Hochdruckrückens von Skandinavien 
nach Deutschland und dem Vordringen eines Tiefdruckausläufers von der Nord- 
see nach Nordwestdeutschland traten im Westen der Küste wieder westliche 
Winde und Erwärmung ein, während die Kälte im Osten bei zunächst noch süd- 
östlichen Winden zunahm und sich dort vom 9. bis 11. vielfach die niedrigsten 
Temperaturen des Monats einstellten. 
Milderes Wetter auch im Osten wurde durch eine Wetterlage herbeigeführt, 
die sich am 11. März vorbereitete: Auf der Vorderseite eines von Frankreich 
nach dem Norwegischen Meere reichenden Hochdruckkeils drang ein Ausläufer 
gines im hohen Norden lagernden Tiefdruckgebiets südostwärts vor, und auf 
diesen Ausläufer folgten noch mehrere — eine Wetterlage, die bis zum 17. März 
währte. . Bei anhaltenden. nordwestlichen und teilweise im Westen westlichen 
Winden, die in dem angegebenen Umfang zum Teil steif und stürmisch wehten, 
blieb das Wetter frostfrei, bis sich über Skandinavien Frost einstellte und damit 
am 17. an der Ostsee wieder Frost eintrat. Die folgenden Tage vom 18. bis 21. 
brachten schnell verlaufende Veränderungen der Wetterlage. Nachdem vom 17. 
zum 18, das Hochdruckgebiet über Frankreich einem Ausläufer des ozeanischen 
Tiefdruckgebiets ostwärts gewichen war, entwickelte sich in diesem am 19. ein 
Teiltief, das bis zum Morgen des 20, nach dem Süden der Ostsee vordrang, 
während das von Südosteuropa nach Skandinavien reichende Hochdruckgebiet 
nordostwärts zurückwich. Und wieder war ein Hochdruckgebiet nach Frank- 
reich vorgedrungen und hatte sich in einem Ausläufer bis Skandinavien aus- 
gedehnt. — um jedoch ebenso schnell ostwärts abzuziehen, da sich bereits am 
Morgen des 22. Skandinavien von einem südwärts ausgebreiteten Tiefdruck- 
ausläufer bedeckt zeigte, der von Westen herangezogen war. Jener Tiefdruck- 
ausläufer vom 18. und das sich aus ihm entwickelnde Teiltief waren auf der 
Vorderseite von den angegebenen stürmischen Winden begleitet gewesen und auf 
der Rückseite des Tiefs waren an der Ostsee noch die stürmischen Nordwest- 
winde aufgetreten; jene Südostwinde und noch die Nordwestwinde der Rückseite 
haben den Frost auf die ganze Küste ausgedehnt und damit auf der Mehrzahl 
der Stationen die niedrigsten Temperaturen des Monats herbeigeführt, während 
der am 21. über Skandinavien erschienene Tiefdruckausläufer mit westlichen 
Winden wieder überall Tauwetter brachte. Im Rücken dieses Tiefdruckausläufers, 
der bis zum 23, nordostwärts abzog, folgte ein in seinem Vorübergang zeitweise 
fast ganz Europa bedeckendes Hochdruckgebiet nach, doch schon morgens am
	        
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