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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

2928 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1915. 
Hafen festzusetzen, doch dürfen diese den gesetzlich festgelegten Höchstbetrag 
nicht überschreiten. ; 
Schlepper. Schlepperunterstützung ist nicht erhältlich, doch wird beab- 
sichtigt, einen Schlepper dort zu stationieren; namentlich für größere Schiffe ist 
ein solcher notwendig. 
Sturmsignale werden in South Boca Grande und vom Zollhause in Punta 
Gorda gezeigt: bei Tage eine rote Flagge, nachts ein rotes Licht. 
Quarantäne. Schiffe, die aus einem amerikanischen Hafen kommen, können 
sofort an die Brücke gehen; aus fremden Häfen kommende haben erst den Besuch 
des Arztes abzuwarten. Der Quarantänearzt ist der einzige Arzt am Platze; 
wird seine Hilfe auf Schiffen in Anspruch genommen, so sind hierfür $ 25.00 
zu entrichten, Quarantäneeinrichtungen sind nicht vorhanden, doch war der 
Gesundheitszustand an Bord der »Belgia« und an Land gut, klimatische Krank- 
heiten kamen nicht vor. 
Zollbehandlung. Ein Zollbeamter, der einzige am Orte, kommt sofort nach 
Ankunft des Schiffes an Bord; er macht den Schiffen keinerlei Schwierigkeiten, 
ist sehr entgegenkommend und verlangt keine besonderen Papiere, 
Ankerplatz. D. »Belgia« mußte außerhalb Boca Grande etwa zwei Stunden 
ankern, um den Lotsen zu erwarten. Der Ankerplatz war gut. 
Tiden. Die Hafenzeit ist 1% 13min, der mittlere Tidenhub beträgt etwa 
0.4 m (11/,’), doch werden die Tiden, namentlich die Stärke der Tidenströme, 
durch Richtung und Stärke des Windes sehr beeinflußt. 
Einsteuerung. Nach dem Engl. Shb. soll ein Schiff, welches sich Boca Grande 
nähert, außerhalb der 12.8 m (7 Fad.) Grenze bleiben, bis Gasparilla-Feuer in Sicht 
kommt. Dieses Feuer muß mit dem Richtfeuer (siehe Lfv. 1914, Heft VI, Tit, VII, 
Nr. 131 und 132) in die Peilung rw. 55° (mw. NO5/,O) gebracht werden. Dieser 
Kurs führt auf die Ansteuerungs-Glockentonne vor der Einfahrt Boca Grande 
und weiter zu der mit schwarz und weiß senkrecht gestreiften Tonne vor der 
Barre. Beide Seezeichen können an beiden Seiten passiert werden. Im Kanal 
sind die roten Tonnen an Steuerbord- und die schwarzen an Backbord-Seite zu 
iassen. Die schwarz und weiß gestreifte Tonne kann man an beiden Seiten 
passieren. . 
W. Bundschuh berichtet: »Die Einfahrt erfordert, besonders mit größeren 
Schiffen, sorgfältige Navigierung. Der Kanal zwischen den Riffen ist etwa 300 m 
breit und hat nach Aussage des Lotsen eine Wassertiefe von 8 m. Das Einlaufen 
bei Nacht ist nicht ratsam. Die zu beiden Seiten des Fahrwassers befindlichen 
Tonnen und Baken sind unbefeuert. Innerhalb des Leuchtturmes bietet die Bucht 
für größere Schiffe guten Ankerplatz. D. »Belgia« wurde beim Einlaufen weder 
durch Niederschläge, Nebel oder Seegang gehindert, Die Landmarken und See- 
zeichen konnten deutlich erkannt werden, Strom beeinflußte das Ein- und Aus- 
laufen gar nicht. Die flachste Stelle des Fahrwassers kann zu jeder Zeit passiert 
werden, doch stimmten die Tiefen- und Grundangaben der Karte nicht. Die 
schwimmenden Seezeichen lagen richtig, die vorhandenen Landmarken genügten 
vollständig, doch brannte das Feuer recht unregelmäßig.« 
Will man nach Punta Gorda, so muß man nach dem Engl. Shb. von Gas- 
parilla-Südhuk ostnordostwärts steuern und 68 m (75 yards) nördlich von den 
spitzen Tonnen Nr. 4 und 6 und südlich von den stumpfen Tonnen Nr. 3 und 5 
vorbeigehen. Tonne 5 wird in einem Abstande von 92 m (1/, Kblg) umfahren und 
der Kurs auf Mangrove-Huk gesetzt. Ist man von diesem Punkte 925 m (5 Kblg) 
entfernt, so setze man den Kurs auf Peace Creek (siehe Lfv. 1914, Heft VI, Tit. VII, 
Nr. 144) an der Mündung des Peace-Flusses. Von dort steuere man in dem aus- 
gebaggerten Kanal nach dem Brückenkopfe von Long Dock und ankere auf 
2.1 bis 2.7 m (7 bis 9') Wasser, 
Hafenanlagen. In der Nähe der Südhuk von Gasparilla Island, an der Ost- 
seite, befindet sich eine Brücke für Phosphat ladende Schiffe und eine Landungs- 
drücke, Letztere kommt jedoch nur für kleinere Fahrzeuge in Betracht, Die 
Phosphatbrücke erstreckt sich von S nach N, ist 91m lang und schon stark 
mitgenommen. Am oberen Ende wurden in nördlicher Richtung und etwa 20 m
	        
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