Ludewig, P.: Der, Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie. II. 201
IV. Die Ergebnisse der Tagesversuche.
Diese Formeln gelten naturgemäß nur dann, wenn keine Störungen und
Schwankungen, wie sie gerade den Gegenstand der vorliegenden Zusammenfassung
bilden, auftreten. Das Hauptresultat der früheren quantitativen Versuche über
große Entfernungen von Marconi, Reich, Austin, Duddel, Taylor, Tissot
und anderen war ja dies:. Am Tage erhält man für die Empfangsintensität
recht konstante Werte, während in der Nacht starke und unkontrol-
lierbar schnelle Änderungen auftreten. Wir wollen zunächst die am
Tage gemachten Versuche berücksichtigen.
Unter diesen nehmen, neben den ausgezeichneten Versuchen Reichs auf der
Göttinger Versuchsanstalt die von der amerikanischen Marine unter Leitung von
Austin ausgeführten Versuche den ersten Platz ein. Aus der gleichzeitigen
Messung von Sende- und Empfangsstrom bei verschiedenen Entfernungen, aus der
wirksamen Höhe von Sende- und Empfangsantenne und der benutzten Wellenlänge
leitete Austin die Formel ab
; % 0Mö r
Jr =- 4.25 LES .e Vx
In dieser Formel wurde der Empfängerwiderstand R
willkürlich zu 25 Ohm angenommen, was aller-
dings bei kurzen Wellenlängen zu hoch und bei
größeren zu niedrig ist. .
Inzwischen hat Austin die Versuche weiter-
geführt und zwar mit der Großstation Arlington,
Va, die mit einer Sendeeinrichtung von 100 Kilo-
watt mit rotierender Funkenstrecke und einer
Plattform-Antenne von 122 m wirksamer Höhe
ausgerüstet ist. ‚Als Empfangsstation diente die
Station des Kreuzers ‚, Salem‘ , der auf eine Reise
nach Gibraltar geschickt wurde. Die Resultate
zeigt die Fig. 15. Die ausgezogene Kurve ist nach
Formel 8 berechnet, wobei wieder der Empfangs-
widerstand mit 25 Ohm in Rechnung gesetzt ist.
Die aufgenommenen Punkte fallen ganz gut mit
dieser Kurve zusammen.
Zwischen der Formel 8 und den theoretisch
abgeleiteten Beziehungen besteht der Hauptunter-
schied, daß nach den Austinschen Resultaten das Zerstreuungsglied die Form
0.0015 r
e V*
hat, während die Theorie die Form ergibt:
0,0019 ı
a VF
Die neuen Versuche von Austin hatten den Zweck, die Entscheidung zwischen
diesen. beiden Exponentialfunktionen zu treffen. Während die Empfangsresultate
auf dem Kreuzer .‚Salem‘‘ das Ergebnis lieferten, daß die theoretische Gleichung
0.0019 5
—ADOE
dr = 377 — A Bad Js .e Vi
Ar RV/ 1+ EL
0,
zu Werten führte, die zu niedrig waren, um mit den Beobachtungen vereinbar
zu sein und während zugleich die halbempirische Gleichung
0.0015 x
Jo Ken 377 hide . 6 V7
2ArRl / 1—+ &