Ludewig, P.:: Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie, II. 199
bestimmtes Potential geladen werden. Zwischen den Platten befindet sich die
Saite, die in diesem Fall nicht von dem Strom durchflossen wird, sondern auf ein
Potential, das der Empfangsenergie proportional ist, aufgeladen wird und damit
je nach dem Vorzeichen des Potentiales dia im: 13
entweder von a angezogen oder in ent- 15 A Mi
gegengesetzter Richtung durchgebogen
wird. In der Schaltung bedeutet S
die im Antennenkreis liegende Selbst-
induktion, die mit dem Kontakt-
detektor D und dem Kondensator C
verbunden ist. Besonders geeignet sind
nach Angaben von Wolf die Rotzink-
erzdetektoren, die als Gleichrichter für
die elektrischen Wellen wirken. Den
Vorgang beim Empfang hat man sich
dann so zu erklären, daß durch den
Detektor eine Ventilwirkung ausgeübt
wird und daß daher von dem Hoch-
frequenzwechselstrom nur die Halbperioden einer Richtung durchgelassen werden
und den Kondensator C aufladen. Der Ausschlag des Elektrometers ist dann pro-
portional der Spannung vom Kondensator.
Auch das Saitenelektrometer läßt. sich in ähnlicher Weise, wie das Saiten-
galvanometer für eine Registrierung einrichten,
Das Thermogalvanometer.
Neben diesen Methoden kommt noch die Messung der
Empfangsintensität mit dem Thermogalvanometer dort in Be-
tracht, wo die Empfangsenergie nicht zu klein ist. Dieses In-
strument (siehe Fig. 14) beruht auf folgendem Prinzip: Zwischen
den Polen eines Hufeisenmagneten befindet sich ein leichter,
beweglicher Rahmen, um den eine Drahtschleife gelegt ist. Am
unteren Teil des Rahmens endigt die Drahtschleife in einem Thermo-
element von großer Empfindlichkeit. Der Rahmen hängt an einem
dünnen Quarzfaden, an dem auch ein kleiner Spiegel befestigt ist,
damit man die Drehung mit Fernrohr und Skala ablesen kann. Dem
Thermoelement gegenüber steht ein feiner Hitzdraht, durch den der
zu messende Strom geleitet wird. Durch die Erwärmung des Hitz-
drahtes wird in dem Thermoelement eine elektromotorische Kraft er-
zeugt, die einen Strom durch die zwischen den Magnetpolen befindliche
Drahtschleife und damit eine Drehung des beweglichen Systems zur
Folge hat. Mit diesem Instrument lassen sich Ströme von der Größen-
ordnung von 10-* Amp. messen. Dem Prinzip nach ist es das
zuverlässigste Instrument, da eine eindeutige Beziehung zwischen
dem Ausschlag und dem zu messenden Strom besteht.
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Hütz-
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Wie sehon erwähnt, hat man dagegen als einfachste und auch relativ zu-
verlässige Methode bei den unten zu beschreibenden Versuchen die Methode mit
Kontaktdetektor und Galvanometer gewählt. Nicht weil sie direkt als Idealmethode
zu gelten hätte; dafür ist ihre Abhängigkeit von der schwankenden Detektor-
empfindlichkeit zu groß. Sie ist aber mit relativ einfachen Mitteln bequem
durchzuführen und liefert recht brauchbare Resultate.
Es ist selbstverständlich, daß die Meßresultate, die auf einer Station er-
halten wurden, nicht direkt mit denen einer anderen Station verglichen werden
können. Sie geben nur einen Anhalt über die quantitativen Änderungen, die der
Empfang der einen Station erfahren hat. Wollte man auch einen direkten Ver-
gleich zwischen verschiedenen Stationen möglich machen, so müßte man
dafür sorgen, daß auf den Empfangsstationen nicht nur die Schaltungen ganz genau