Schott, G.: Die Gewässer des Mittelmeeres.
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Oberstrom wieder, in Analogie zu der Situation in der Ägäis, Und, wie in der
östlichen Agäis für die Bodenwässer der Levante, so dürfen wir, wiederum mit
Nielsen, in der südlichen Adria das Entstehen von Bodenwasser für das
Jonische Meer im Winter annehmen, wofür z. B. die Verhältnisse an Stat. A 28
über der großen Adria-Tiefe günstig erscheinen!), Das Phänomen des Süd-
stromes an der Oberfläche und des Nordstromes in der Zwischenschicht läßt
sich bis in den nördlichsten Zipfel der Adria verfolgen; noch auf der Höhe von
Pola steht .einem Salzgehalt von 32.75 in 0.m ein solcher von 35.75 schon in
25 m gegenüber. Daß in der Straße von Otranto auf der Österreichischen
Station A 35 in 40° 17’ N-Br. 18° 54’ O-Lg. in 0 m mit nur 37.25 ein niedrigerer
Salzgehalt als weiter nördlich auf Stat. A 28 beobachtet ist, stört nur scheinbar
im Profil, da die beträchtlichen Unterschiede in der W—O-Richtung nicht zum
Ausdruck kommen.
D. Durch das Tyrrhenische Meer -
zieht Profil IV, Tafel 3; es überschreitet von Tunis die Sizilische Straße, wo
Stat. 188 des »Thor« aus dem Längsprofil wieder erscheint, streift die Westkante
der Adventure-Bank und geht mitten durch das Tyrrhenische Meer, westlich von
Elba entlang, an der ligurischen Küste bis Genua (Textfigur S. 3). Hier zum
ersten Male haben wir keinen von Norden nach Süden setzenden schwachsalzigen
Oberstrom ; diese der Adria und der Agäis eigene Besonderheit fehlt dem Tyr-
rhenischen Meere. Wohl aber erkennen wir in seinem südlichsten Teile, nach
der Straße von Sizilien hin das »atlantische« Oberflächenwasser, und unter ihm
den aus dem Ostbecken von der sizilischen Straße her kommenden stark-
salzigen Unterstrom, der mit > 38.60 %, in den mittleren Tiefen zwischen 200
und 600 m nordwärts genau bis zur Breite von Neapel durch »Thor« nunmehr
nachgewiesen ist, mit 38.50 noch vor Genua in 300 m seine letzten, nörd-
lichsten Spuren verrät,
In dem letzten Süd/Nord-Profil V, Tafel 3, das von Algier bis Genua
reicht, also
E. dem Balearischen Meere
gilt, tritt uns die salzreiche Zwischenschicht, diese charakteristischste Erscheinung
der mittelmeerischen Gewässer in ihrer Gesamtheit, sofort wieder entgegen,
überall, auf der ganzen 1000 km oder 550 Sm langen Strecke, und zwar in den
Tiefen zwischen 200 und 600 m, wie gewöhnlich. Aber der absolute Betrag des
Salzgehaltes ist wiederum abgeschwächt gegenüber dem Tyrrhenischen Meere,
da nur Werte von 238.40 % 9 erreicht werden (siehe auch Stat. 118 in der
Tabelle I, S. 5), Es hängt diese schrittweise Abnahme des Salzgehaltes des
Unterstromes natürlich damit zusammen, daß er immer weiter von seinem
Ursprungsgebiet, den Gewässern der Levante, sich entfernt und von der. Gibraltar-
Straße her immer: stärker mit atlantischem Wasser vermischt wird.
Der Bereich des letztgenannten Wassers, das mit <<38 %/g die obersten
Schichten einnimmt, ist überraschend groß; es dehnt sich bis mindestens 41°
N-Br. nach Norden, Außerdem offenbart das Profil V einen zweiten, aber nach
Süden gerichteten schwachsalzigen Oberstrom, der auch in den Wassertempera-
turen ($ 5) zum Ausdruck kommt; er geht von der Rivieraküste aus, verläßt
mit << 38.00 die Gewässer vor Genua und schiebt sich mit << 38.25 den nörd-
lichsten, noch salzärmeren Teilen des atlantischen Oberstromes entgegen.
8 3. Die horizontale Verteilung. des Salzgehaltes
(Tafel 4) ; .
ergibt sich zum großen Teil schon aus den Darlegungen des vorhergehenden $ 2;
doch empfiehlt es sich, für die Oberfläche und für den Boden die Verhältnisse
im geographischen Überblick, wie es auch Nielsen getan, gesondert zu zeigen,
da jetzt zuerst durch die Chlortitrirungen eine zahlenmäßig sichere Festsetzung
'y Näheres hierzu s. Tabelle III S. 16, sowie in 8 4.C.