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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteoro'ogie, Mai 1915.
mit der Antenne magnetisch oder anderweitig direkt gekoppelt. Der durch diese
Spule fließende Strom versetzt das Antennensystem in Schwingung, und wenn
Sekundär- und Detektorkreis in üblicher Weise auf den Empfang von Signalen
eingestellt sind, so hört man im Telephon einen musikalischen Ton, den Ton des
Summers. Ändert man den in den Schwingungskreis einbegriffenen Teil des
Spannungsteilers, so kann man durch den Klopfkontakt verschiedene Ströme
senden und daher Nachahmungssignale von jeder beliebigen Stärke erhalten.‘‘
„Wir wollen annehmen, diese Kopplung (gemeint ist die Koppelung zwischen
der Antenne und dem Kreise des Batteriekontaktes) sei einmal passend eingestellt.
Um die Stärke gewisser zu beobachtender Signale zu messen; ist es dann nur erforder-
lich, den Kontakt auf dem Spannungsteiler so einzustellen, daß man die Nachahmungs-
signale ebenso stark hört wie die von außen kommenden Signale. Zum Zwecke
einer vollkommenen Abgleichung der Schallstärken muß der Ton des Summers
derselbe sein, wie jener der Signale, und die Kupplung der Antenne muß herabgesetzt
werden, bis beide Signalgruppen sehr schwach sind. Es zeigt sich aber, daß man
sehr gut übereinstimmende Messungen selbst dann erhalten kann, wenn die Töne
um mehrere Oktaven auseinanderliegen.“‘‘
„Es ist klar, daß dieses Verfahren, die Stärke von Signalen zu messen, Er-
gebnisse liefert, die von den Veränderungen der Empfindlichkeit des Detektors
unabhängig sind, wenn diese Veränderungen durch absichtliche Verstellung des
Detektors oder durch eine Störung hervorgerufen werden, sowie ferner, daß sie auch
in weitem Maße von etwaigen Veränderungen in der Koppelung zwischen Primär-
und Sekundärkreis unabhängig sind, die etwa während der Messung vorgenommen
werden. Mithin werden insbesondere die Beobachtungen, die an aufeinander-
folgenden Tagen mit Hilfe desselben Empfangsapparates gemacht werden, mit-
einander vergleichbar sein, und zwar selbst dann noch, wenn sie von verschiedenen
Beobachtern ausgeführt werden.‘
Das Saitengalvanometer.
Bei dem Empfang mit dem Kontakt-Detektor kann man auch an. Stelle
eines gewöhnlichen Galvanometers ein Saitengalvanometer benutzen. In diesem
Instrument befindet sich zwischen den Polen eines starken Magneten ein dünner
Draht, die Saite, die von dem zu messenden Strom durchflossen wird und die sich,
mit Strom beschickt, in dem magnetischen Kraftlinienfeld entsprechend der elektro-
magnetischen Wirkung eines Magnetfeldes auf einen stromdurchflossenen Leiter
je nach der Stärke des Stromes mehr oder weniger durchbiegt. Die Größe der
Durchbiegung wird bei subjektiver Ablesung mit dem Mikroskop gemessen. Das
Instrument hat deswegen eine besondere Bedeutung, weil es neben einer relativ
großen Empfindlichkeit die Möglichkeit bietet, die Stärke der Empfangssignale
zu registrieren. Dies geschieht in der Weise, daß vor der Trommel, die das
N photographische Papier trägt, ein Spalt a angebracht wird, auf
Fig, 11. den das Bild b der Saite so projiziert wird (siehe Fig. 11), daß
die Richtung der Saite und des Spaltes senkrecht aufeinander
stehen und das Bild des Teiles der Saite auf das photographische
Papier fällt, das die größte Abweichung von der Ruhelage besitzt.
Während der übrige Teil des photographischen Papiers durch das
Licht gleichmäßig geschwärzt wird, bleibt der hinter dem Saiten-
stück liegende Fleck hell, und es entsteht, falls die Trommel mit
dem photographischen Papier in Umdrehung versetzt und die
Saite von einem veränderlichen Strom durchflossen wird, auf dem
photographischen Papier nach der Entwicklung eine helle Kurve,
die dem Stromverlauf entspricht.
Das Einfadenelektrometer,
Statt eines Saitengalvanometers kann man zur Registrierung auch ein Ein-
faden- oder Saiten-Elektrometer benutzen, wie es von Wolf und Edel-
mann gebaut wird. In ihm sind nach Fig. 12 in geringen Abständen zwei Metall-
elektroden a und b angebracht, die nach Fig. 13 mit einer Hilfsspannung E auf ein
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