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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ludewig, P.: Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie. II. 197 
Fig. 9. 
Dauer. Um die dadurch hervorgerufene Empfangsintensität 
zu messen, kann man ein Galvanometer mit langer Schwin- 
gungsdauer natürlich nicht benutzen, da bei ihm die Zeit bis 
zur definitiven Einstellung länger dauert als das zu messende 
Zeichen. Man muß also ein Instrument von sehr kurzer 
Schwingungsdauer wählen. Die Konstruktion eines solchen 
Instrumentes, das trotz der schnellen Einstellung nicht an 
Empfindlichkeit verlieren darf, ist mit nicht geringen 
Schwierigkeiten verbunden. Die Firmen Hartmann 
& Braun, Frankfurt a. M. und Siemens & Halske liefern 
neuerdings Galvanometer (siehe Fig, 8 und 9) mit einer 
Schwingungsdauer von 1 bis 2 Sekunden und einer Emp- 
findlichkeit von etwa 5 - 10-9 Amp. Man hat natürlich den 
Widerstand so einzustellen, daß die Dämpfung des Galvano- 
meters nicht zu gering. ist, daß also die Ruhelage schon 
nach ein oder zwei Schwingungen oder in einer aperiodischen 
Bewegung erreicht wird. 
Substitutionsmethoden. ; 
Der einzige Nachteil der Kontaktdetektor-Galvanometer-Methode besteht 
darin, daß die Empfindlichkeit eines Kontaktdetektors eine sehr veränder- 
liche Größe ist, daß sie sich zwar ab und zu längere Zeit konstant halten läßt, daß 
aber oft durch eine auch nur geringe Erschütterung oder durch eine starke atmo- 
sphärische Entladung oder manches Mal auch ohne einen direkt sichtbaren Grund 
Änderungen in der Empfindlichkeit eintreten, die eine ganze Versuchsreihe un- 
brauchbar machen. 
Um die Schwankungen der Detektorempfindlichkeit auszuschalten, kann man 
nach Dieckmann und Eppen folgendermaßen verfahren: Auf der Empfangs- 
station. wird. ein Schwingungskreis eingebaut, in welchem sich ein Meßinstrument 
befindet, das den im Schwingungskreis fließenden Strom zu messen gestattet. Dieser 
Schwingungskreis wird mit einem Ticker erregt und kann mit dem Antennenkreis 
mehr oder weniger fest gekoppelt werden. In dem Antennenkreis, der demnach 
sowohl von den von einer fernen Sendestation ausgehenden Wellen als auch von 
diesem Hilfssender erregt werden kann, ist in bekannter Weise ein Kontaktdetektor 
mit Galvanometer eingeschaltet. Hat man nun Empfang von einer Fernstation 
und erhält man dabei einen bestimmten Ausschlag am Galvanometer, so erregt 
man den Hilfssender mit einer ganz bestimmten Stromstärke und reguliert die 
Kopplung zwischen Hilfssender und Antennenkreis so lange, bis der gleiche Ausschlag 
am Galvanometer entsteht. Die Entfernung der beiden Kopplungsspulen 
gibt dann ein Maß für die empfangene Energie. Dadurch, daß sogleich 
nach dem Empfang der Fernstation diese Vergleichsmessung ausgeführt wird. fällt 
der Einfluß der Empfindlichkeit des Detektors heraus. 
Eine ähnliche Substitutionsmethode 
ist von Eccles beschrieben, Der nach 
Art eines ,„,Wagnerschen Hammers‘‘ kon- 
struierte selbsttätige Unterbrecher B (siehe 
Fig. 10) enthält an seinem schwingenden 
Teil den festen Kontakt E,, dem in ge- 
ringer Entfernung der Kontakt E, gegen- 
über steht. Dieser Kontakt wird durch 
den beweglichen Teil des Unterbrechers 
periodisch geöffnet und geschlossen und 
erzeugt bei jedem Stromschluß in dem unteren Teil der Spule L einen Strom, 
der um so größer ist, je größer die Spannung ist, die mittels des Spannungs- 
teilers P eingestellt wird. Durch Verschiebung des beweglichen Kontaktes 
am Spannungsteiler läßt sich daher der Antennenkreis verschieden stark erregen. 
Ececles beschreibt die Methode folgendermaßen: . 
„Der Klopfkontakt (E, E,) ist in einem Kreis eingeschaltet, der einen ver- 
änderlichen Teil eines Spannunssteiles P. sowie eine Spule L enthält; letztere ist 
Fie. 10.
	        
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