194 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1915,
wirkt wie ein Gleichrichter, d. h. es wird von dem Hochfrequenzstrom nur die
in der einen Richtung fließende Halbperiode hindurchgelassen oder beide Effekte
überlagern sich, Durch eine große Anzahl von Untersuchungen ist es wahr-
scheinlich geworden, daß die Wirkung einiger Kombinationen nach der ersten, die
anderen Kombinationen nach der zweiten Erklärung zu deuten ist und daß auch
bei noch anderen Kombinationen eine Übereinanderlagerung beider Effekte statt-
findet. Jedenfalls haben Versuche verschiedener Autoren zu gerade entgegen-
gesetzten Schlüssen geführt.
Die Parallelohmmethode,
Bei den früher beschriebenen, qualitativen Untersuchungen ist zum größten
Teil die Parallelohmmethode zur Bestimmung der Empfangsstärke benutzt.
Wir wollen den einfachsten Fall annehmen, daß nämlich (siehe
Fig. 1) der Detektor D direkt in die Antenne geschaltet. ist.
Parallel zum Detektor D liegt das Telephon T. Ein ankommendes
Signal wird im Telephon mit einer bestimmten Lautstärke
wahrgenommen. Um dafür ein Maß zu gewinnen, schaltet
man parallel zum Telephon den Regulierwiderstand r ein. Dann
fließt je nach der relativen Größe von Telephon- und Regulier-
widerstand ein größerer oder kleinerer Teil des Stromes durch das
Telephon. Je kleiner r ist, desto leiser wird bei konstanter Sender-
energie der Ton im Telephon zu hören sein. Stellt man bei Si-
gnalen, die von verschiedenen Sendestationen ankommen, jedes-
mal fest, welcher Widerstand r eingestellt werden muß, damit
der Ton im Telephon verschwindet, so entspricht ein kleinerer Widerstand r
einer größeren Empfangsintensität. Man gewinnt also in der Größe des
parallel geschalteten Widerstandes ein Maß für die empfangene Energie.
Bei früheren Untersuchungen ist diese Methode meist unter der Voraussetzung
benutzt, daß die ankommende Energie der Größe des Parallelwiderstandes um-
gekehrt proportional ist, daß also zwischen den beiden Werten eine lineare
Beziehung besteht. Inzwischen ist durch Untersuchungen von Klages und Demmler
nachgewiesen, daß eine derartige lineare Beziehung nicht besteht. Zu diesem
Nachweis wurden auf einer Sendestation mit verschiedener Energie Zeichen aus-
gesandt und dabei jeweils die Antennenstromstärke gemessen. Auf der Empfangs-
station wurde die zu jeder Sendestromstärke gehörende Größe des zum Detektor
und Telephon parallel liegenden Widerstandes r bestimmt. Klages und Demmler
erhielten bei Benutzung eines Bleiglanzdetektors folgende Versuchsresultate:
Tabelle I.
Ampere in der
Sendeantenne
Ohmzahl | Ohmzahl
Beobachter I ! Beobachter II
ı8J
).7
0.2
5 —-
1.4 1,5
1.2 2.0
2.35 15.0
).175 45.0 |
)45 40 '
2.0
1.25
2,0
4.75
2.0
3.5
1.0
12
30.0
42
)
Ampere in der
Sendeantenne
Ohmzahl
Beobachter I
LU
0.5
0.25
0.75
1.5
2.0
1.25 17
0.4 200
0.2
Ohmzahl
Beobachter IE
25
160
600
80
18
F
sehr leise
200
Es sind dies Versuchsreihen, bei denen sich relativ gute Kurven (siehe Fig. 2
und 3) ergaben. Die Einstellungen der beiden Beobachter kontrollierten sich gegen-
seitig und wurden unabhängig voneinander ausgeführt. Sie weichen zwar zum
Teil voneinander ab; doch zeigt sich ein ähnlicher Verlauf für beide Kurven. Aus
den Resultaten geht hervor, daß zwischen der Empfangsstärke und dem Parallelohm-
ergebnis eine Proportionalität nicht besteht. Dabei sind die mitgeteilten
Kurven aus einer großen Anzahl von Versuchen ausgewählt, bei denen es meistens
überhaupt unmöglich war, einen glatten Kurvenverlauf zu erhalten.