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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ann. d. Hydr. usw., XXXXI Jahrg. (1915), Heft V. 
iM 
Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie. 11.” 
Von Dr. Paul- Ludewig, 
I. Einleitung. 
Der im Anfang des Jahres 1914 in dieser Zeitschrift unter dem gleichen Titel 
erschienene Aufsatz faßte die Arbeiten zusammen, die bis zum Ende des 
Jahres 1913 über die eigenartigen und wichtigen Beziehungen zwischen der 
drahtlosen Telegraphie und der Meteorologie erschienen waren. Inzwischen 
hat bei der großen Bedeutung, die diesen Erscheinungen für die Praxis der draht- 
losen’ Telegraphie zukommt, eine rege Diskussion in den. in Betracht kommenden 
Zeitschriften stattgefunden. Dabei ist zu beachten, daß diese Arbeiten fast durchweg 
von Forschern verfaßt sind, die in erster Linie für die drahtlose Telegraphie interessiert 
sind, daß die Meteorologen dagegen diesem Gebiet ihre Aufmerksamkeit noch nicht 
in dem Maße geschenkt haben, wie es.im Interesse der weiteren Entwicklung liegt. 
Auch jetzt liegt wieder, wie beim Erscheinen der ersten Zusammenstellung, 
ein gewisser Abschnitt in der Entwicklung vor. Damals waren die ersten qualita- 
tiven Versuche so weit gediehen, daß sich die Ausdehnung der Erscheinungen, ihr 
Grundcharakter und ihre Bedeutung klar erkennen ließen. Jetzt hat der Ausbruch 
des Krieges einen neuen gewaltsamen Abschluß gebracht. 
Das Ergebnis der früher beschriebenen qualitativen Versuche hatte die 
Notwendigkeit erwiesen, die überaus komplizierten Erscheinungen in größtem Maß- 
stabe quantitativ zu untersuchen. Die vorliegende zweite Zusammenfassung wird 
daher meist über Arbeiten, Theorien und Versuche zu berichten haben, die dieser 
quantitativen Erforschung gewidmet sind. Besonders wichtig ist die Tätigkeit 
zweier Kommissionen gewesen, die Versuche in allergrößtem Maßstabe planten: 
Eine große Anzahl von Empfangsstationen sollten über ein möglichst weites 
Gebiet verteilt werden und die Stärke der Signale einiger Großstationen messen. Zu 
diesen Versuchen hatten alle mitteleuropäischen Staaten ihre Beteiligung zugesagt. 
Kurz vor dem ersten großen Versuch, der bei der Sonnenfinsternis vom 21. August 1914 
durchgeführt .werden sollte, brach der Krieg aus, und die beteiligten Stationen, die 
sich noch eben zu einem großzügigen Werk des Friedens vereinigen wollten, wurden 
in den Dienst des Krieges gestellt. 
I. Methoden zur Messung der Empfangsintensität. 
Die Entwicklung in Richtung der quantitativen Durchforschung des Gebietes 
machte es notwendig, die der Praxis der drahtlosen Telegraphie zur Verfügung 
stehenden Methoden zur Messung der Stärke ankommender Signale einer 
Revision zu unterziehen. Dabei spielt der Kontaktdetektor eine wichtige Rolle. 
Bringt man zwei Kristalle oder ein Mineral mit einem Metallstift in Berührung und 
schickt man durch die Berührungsstelle einen Hochfrequenzwechselstrom, so ent- 
steht in einem parallel zu diesem Detektor liegenden Stromkreis (in dem man 
gewöhnlich ein Telephon oder ein Galvanometer als Meßinstrument einschaltet) ein 
Strom mit Gleichstromcharakter. Als besonders wirksam haben sich nach Rein 
folgende Zusammenstellungen erwiesen: 
Karborundum-Metaill | Rotzinkerz-Kupferkies., 
Molybdänglanz-Tellur Kupferkies-Aluminium. 
Bleiglanz-Graphit. Silizium-Aluminium., 
Rotzinkerz-Tellur, | Silizium-Gold, ; 
Außerdem gibt es noch eine große Anzahl anderer Kombinationen. en 
Wie die Wirkung dieser Detektoren zustande kommt, ist heute noch nicht 
einwandfrei erwiesen. Entweder besteht an der Berührungsstelle ein Thermo- 
element, dessen Gleichstrom-elektromotorische Kraft die Ursache für das Zustande- 
kommen des Gleichstromes im varallelen Stromkreis ist, oder die Kontaktstelle 
ıy Vgl. »Annalen der Hydrographie und maritimen Meteoroloxie« 1914, Heft IT. 
Ann. g. Hvör, usw. 1915. Heft V
	        
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