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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Schmidt, W.: Strahlung und Verdunstung an freien Wasserflächen usw, 171 
Tabelle 3.‘ 
Vom Wasserspiegel reflektierte und durchgelassene Sonnenstrahlung (Bruchteile der einfallenden) 
in ihrer Abhängigkeit vom Neigungswinkel h, 
Sonnenhöheh 
a0° 
ano | 790 
60° | 300 1 40° ! 30° | 200 | 100 1 0° 
Reflektierter Teil r(h)| der ;19-02040.020410.020610.02140.0245/00836| 0.0597 01335/03479 1.0000 
Ins Wasser eindringen-( Sonnen- t | | | .J 
der Teil 1—r (h) Strahlung | 0.9796/0.979610.9794/0.9786 0.9755 0.9664 0.9403 0.8665/0.6521,0.0000 
Neigungswinkel des gebrochenen . . 
Strahles mit der Oberfläche ..| 90° 182°31’/75°08’/67°59' 51°1L154°56 49°30 45911’ 42923/41924’ 
Die Werte der letzten beiden Zeilen finden später ($$ 26 bis 29) Ver- 
wendung. 
Daraüs konnte nun leicht für jede Sonnenhöhe der durch Reflexion der 
horizontalen Fläche von 1 cm? verlorengehende Betrag R berechnet werden. 
Dieser‘ ist einfach gleich dem r-fachen der einfallenden Strahlung, also 
1 
sinh & + 
R=C-p .sinh.r(b), 
p wird man im allgemeinen gleich 0.6 oder nur wenig größer annehmen. Für 
diesen Wert sind alle folgenden Rechnungen durchgeführt, in gleicher Weise 
aber auch für den größeren 0.7, um die tatsächlich gebrauchten Zahlen möglichst 
sicher einzuschließen!), Es wird dann die Wertereihe der Tabelle 4 entstehen, 
welcher sofort für jede Sonnenhöhe die Intensität der reflektierten Strahlung, 
ausgedrückt in Solarkonstanten als Einheit, zu entnehmen ist. 
Tabelle 4. 
Gesamtrerlust der auf 1 cm? Wasseroberfläche auffallenden Sonnenstrahlung in der Minute, 
Einheit: Solarkonstanten, vgl. S$ 23. 
Sonnenhöhe 1900 1 800 | z00 | 60° } 500 | 400 | 300 | 200 | 150 | 100 |; 30 
(10 
W 
Trans- ( p=0.6 SONNE 
M1S8S10NS- . 
koeffizient | p=0.7 lo.0143l0.0140l0.01320.0123l0.0118 Meere 
Man erkennt deutlich, wie das Gegeneinanderwirken der mit abnehmender 
Höhe abnehmenden Sonnenstrahlung und der gleichzeitig zunehmenden Reflexion 
die Intensität der reflektierten Strahlung innerhalb eines Bereiches von etwa 19° 
(für p=0.7 etwa 14°) bis 90°, Sonnenhöhe annähernd konstant bleiben läßt. Dies 
liefert für ganz rohe Überschlagsrechnungen die sehr bequeme Regel, daß man 
für den entsprechenden Teil des Tages — der bei uns im Sommer, in niedrigen 
Breiten aber durchweg über den anderen überwiegt — einfach eine Intensität 
der reflektierten Strahlung R=0.010-C bei p= 0.6 und etwa R=0.013.C 
(weniger gleichförmig) bei p= 0.7 annehmen darf (vgl. Textfigur, $ 24). 
822. Gang der Zahlenrechnung. Die genauen Werte lassen nun — zur 
Entnahme von Zwischenwerten am besten graphisch aufgetragen — eine Berech- 
nung der Reflexionsverluste im Laufe des ganzen Tages zu. Zu dem Zwecke 
wird über der Zeit als Abszisse R als Ordinate aufgetragen, indem man für eine 
Reihe von Punkten die Sonnenhöhe rechnet und mit diesen Zahlen in Tabelle 4 
oder in die sie vertretende graphische Darstellung eingeht. Die so gezeichnete 
Kurve wird dann in gewöhnlicher Weise planimetriert. . 
Es ist nun bei der großen Rolle, welche das Wasser als Oberflächen- 
bedeckung spielt, wichtig, diese täglichen Gesamtverluste nicht bloß für einen 
1) In neuester Zeit wurde darauf hingewiesen, daß man überhaupt nicht streng zu einer 
bestimmten Durchlässigkeit der Atmosphäre geführt wird, sondern daß sich jede Abweichung der 
Jetzteren im einen Sinn durch einen im: andern Sinn geänderten Wert der Solarkonstante ausgleichen 
läßt. ohne daß die Beobachtungen wesentlich schlechter wiedergegeben erscheinen,
	        
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