Brennecke, W.: Ozeanographische Arbeiten S. M. S. »Planet« im westl. Stillen Ozean 1912/13. 155
Für zukünftige Messungen wird es sich empfehlen, die Beobachtungen nicht von
Bord des Schiffes aus zu machen, sondern vom treibenden Boot aus zu arbeiten,
da durch den Tiefgang des Schiffes immer eine Störung der in den Oberflächen-
schichten bestehenden Verhältnisse anzunehmen ist, Auch. ist anzustreben,
24 Stunden lang möglichst zweistündliche Messungen bis zu Tiefen von 20 oder
30 m auszuführen, wobei sich eine Beobachtung in 0, 1, 2, 5, 10, 20 und 30 m
Tiefe empfehlen dürfte,
D. Beobachtungen von Temperatur und Salzgehalt der Meeresoberfläche
(vgl. Tabelle III auf. S. 157).
Auf seinen Reisen nach Tsingtau, Sydney und Manila hat S. M.S, »Planet«
zahlreiche Proben des Oberflächenwassers gesammelt, .deren Salzgehalt auf der
Deutschen Seewarte titrimetrisch bestimmt und mit den Temperaturen der
Meeresoberfläche in nachfolgenden Tabellen zusammengestellt worden ist. An
Bord ist meist auch das spezifische Gewicht aräometrisch ermittelt worden, die
hieraus abgeleiteten Werte des Salzgehalts zeigten in einigen Fällen, z. B. für die
Fahrt Matupi—Manila, eine ausgezeichnete Übereinstimmung mit den titrimetrisch
bestimmten Werten. Bei der Mehrzahl der Reisen ergaben sich jedoch große
Abweichungen zwischen Aräometer und Chlortitrierung, so daß die Aräometer-
bestimmungen nicht berücksichtigt werden konnten. Man wird also heutzutage
nur dann aräometrische Messungen benutzen, wenn gleichzeitig eine Anzahl
titrimetrischer Bestimmungen vorliegt, die die Genauigkeit der anderen Messungen
verbürgen, wie z. B. Schwendigs und Meckings Beobachtungen‘).
Neben den Werten von »Planet« sind in der Tabelle noch Temperatur- und
Salzgehaltsbestimmungen aufgeführt, die Oberleutnant z. S, Hormel auf der Reise
S, M. »Peilboot III« von Tsingtau nach dein Truck-Atoll gesammelt hat, ferner
einige Werte vom westlichen Stillen Ozean, die wir Dr. Meyermann verdanken.
Da hiermit ein vorläufiger Abschluß erreicht ist, indem alles Material,
soweit es in den letzten Jahren von der Oberfläche des Stillen Ozeans gesammelt
wurde und der Seewarte zuging, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden
ist, so erscheint es zweckmäßig, eine Übersicht der aus dem westlichen Stillen
Ozean vorliegenden Salzgehaltsbestimmungen zu geben, die auf Chlortitrierung
beruhen, oder als Aräometerbestimmungen durch gelegentliche Titrations-
kontrollen sich als einwandfrei erwiesen haben. ;
Salzgehaltsbestimmungen der Oberfläche des Stillen Ozeans,
Gebiet oder Reiseweg ' Schitf oder Beobachter |
1. Amboina—Matupi— Yap—Manila— Hongkong 's M. S. »Planet« 1906/07
Forschungsreise S.M. 5.
»Planet« 1906/07,
Bd. III, Ozeanographie.
»Ann. d. Hydr. usw.«
1908, S. 480.
‚Ann, d, Hydr, usw.«
1909, S. 492,
‚Ann, d, Hydr. usw.«
1909, S, 356.
‚Ann, °d, Hydr. usw.«
1910, S. 396.
»Ann. d, Hydr. usw.«
1911, S; 525.
»Ann, d. Hydr. usw.«
1911, S, 528.
»Ann. d. Hydr, usw.«
1911, S. 528.
„Ann. d, Hydr. usw.«
1912, S. 405.
»Ann, d. Hydr. usw.«
1914, S. 401 u. 403.
2. Bismarck-Archipel
S. M. S. »Planet« 1907
S. M.S. »Planet« 1908
E. Schwendig, 1908
S. M.S. »Planet« 1909
S$.M. 8. »Planet« 1910
Dr. H. Meyer, 1910
J. C. Gärdes, 1910
S.M.S. „Planet« 1911
Dr. Mecking 1911/12
3. Bismarck-Archipel; Sydney—Matupi
4. Sydney — Melbourne
5. Sydney — Neu-Hebriden — Matupi; Brisbane —
Sydney; Sydney — Matupi
Friedrich Wilhelm-Hafen-—Singapore; Friedrich
Wühelm-Hafen—Sydney—Matupi
Stiller Ozean: 12° S-Br.—33° S-Br., 80° W-Lg.—
158° O-Lg. .
Stiller Ozean: 32° S-Br.—18° N-Br., 78°W-Lg.—
151° W-Lg.
9. Bismarck-Archipel
LO. Singapore — Manila — Hongkong — Nagasaki —
Honolulu — San Franzisko
1) Val, »Ann. d. Hydr. usw.« 1909, S. 352 und 1914, S. 392.