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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1915, 
C. Versuche zur Bestimmung der Temperaturänderungen in der obersten Wasser- 
schicht im Laufe eines Tages. 
Die Untersuchungen, die über das Eindringen der Wärme in die Tiefe 
und über die Wärmeausstrahlung nach Sonnenuntergang ausgeführt worden sind, 
sind recht spärlich; die bislang bekannten Messungen hat Krümmel zusammen- 
gestellt!). Das Kommando S, M. S. »Planet« hat am 5. und 6. Juni 1912, als das 
Schiff sich südlich von Mindanao befand, eine Anzahl Messungen der Temperatur 
mit gleichzeitiger Entnahme von Wasserproben in 0, 1, 2, 3 und 4 m Tiefe aus- 
geführt, die einen kleinen dankenswerten Beitrag zu unserer Kenntnis der Wärme- 
umsetzungen in den oberflächlichsten Meeresschichten liefern. 
Es wurden fünf kleine Serien gemacht, die zwischen die Positionen 5° 16’ 
N-Br., 127° 46’ O-Lg. und 3° 45’ N-Br., 127° 25’ O-Lg. fielen; zwischen Station 2 
und 3 sowie 4 und 5 wurde je 45 Sm gedampft, während zwischen Station 1 
und 2 sowie 3 und 4 das Schiff trieb. 
Die Ergebnisse sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt: 
Temperatur, 
Stat. 1 Stat. 2 ) Stat. 3 2: Stat. 4 | Stat. 5 
5. VI51N! 5. VI9N | 6 VI 51V! 6 VI 81V | 6. VL3N 
Zeitliche 
Schwankung 
30.8 30.7 29.6 29.9 30.45 42 
29.8 2, 302 2 293 | 296 29.57 09 
30.2 30.1 29.8 | 29.48 29.6 0,9 
29,8 30.0 | 29.35 | 29.45 29.61 0.65 
206 200 29235 90 49 2086 (1.65 
} 
> 
+ 
Unterschied | | | 
O0 bis 4m 12 0.7 
0,3 0.48 | 0.85 
Salzeehalt. 
in 
Stat. 1 | _Stat.2 |  Stat.3  ;  Stat4 | Stat. 5 
SVEN * 5. VI9N © 6. VIBIAV * 6.V18V 6. VI83N 
—_ 33.62 
34.04 34.05 34.04 34.02 33.64 
‚05 ; ‚04 ‚04 ‚04 | 33.64 
05 | ‚04 05 07 ! 383,66 
| 07 ‚05 05 09 33.68 
Bei der Betrachtung der Messungen ist zu beachten, daß das Schiff seinen 
Beobachtungsort zweimal um 45 Sm verändert hat und bei Station 5 sich in 
Wasser mit bedeutend geringerem Salzgehalt befand. Trotzdem ergaben sich 
einige Gesetzmäßigkeiten hinsichtlich der Änderung der Temperatur im Laufe 
des Tages, Einerseits sehen wir deutlich eine Verringerung der Amplitude mit 
zunehmender Tiefe, anderseits eine Ausgleichung der Temperaturunterschiede 
zwischen 0 und 4 m Tiefe in den frühen Morgenstunden, Ordnet man die fünf 
Reihen nach der Tageszeit, so wechseln die Temperaturunterschiede 0 bis 4 m 
von 51!/, V ziemlich regelmäßig bis 5!/, N, um dann wieder auf die Nacht zu 
abzunehmen; der Wert 0.85 für 3 N erscheint jedoch, in eine Kurve aufgenommen, 
zu klein. Schwer erklärlich ist die Zunahme der Temperatur in 2 m Tiefe bei 
Station 1, ebenso wie die starke Erwärmung der 3 m und 4 m-Schicht bei 
Station 2. Bei Station 3 ist infolge der nächtlichen Abkühlung die Temperatur 
in allen Schichten gesunken, bei Station 4 und 5 durchgehend in allen Schichten 
eine stetige Erwärmung zu verzeichnen. Die Differenzen im Salzgehalt sind so 
klein, daß sich außer der Verringerung des Salzgehalts bei Station 5 nur eine 
leise Zunahme des Salzgehalts von der Oberfläche bis 4 m ergibt. 
Beachtenswert ist der große Temperaturunterschied zwischen der Oberfläche 
und 1m Tiefe, der in den Nachmittagstunden 1 Grad erreicht. Dies ist durch 
die herrschenden Witterungsverhältnisse zu erklären, indem Windstille und glatte 
See eine starke Erwärmung der alleroberflächlichsten Wasserschieht begünstigten. 
1ı Krümmel. Handhuch der Ozeanographie, 2. Aufl, Bd. I, S. 388.
	        
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