152 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1915.
Schicht hohen Salzgehalts und‘ die doppelte Sprungschicht. Abweichend von
Station 306 zeigt aber Station 1 relativ niedrige Temperatur und hohen Salz-
gehalt in 100 m Tiefe und höhere Temperatur und höheren Salzgehalt in 400 m
als Station 306. Näheres über die Ursachen dieser Verschiedenheit läßt sich
nicht angeben; vergleichende Beobachtungen über die Schwankungen der Tem-
peraturen und Salzgehalte der Tiefenschichten, die »Planet« 1907 in 38° 10’ S-Br.
und 150° 25’ O-Lg. ausgeführt hatte, ergaben Unterschiede, die kleiner sind als
die Differenzen bei den Stationen 1 (1912) und 306 (1907). Jedenfalls erscheint
es auch fernerhin von Interesse, daß Schiffe, die jahrelang in ein und demselben
Gebiet tätig sind, in ein oder zwei bestimmten Positionen frei von Küsteneinflüssen
möglichst häufig Beobachtungen in den gleichen Tiefen ausführen. Um Anderungen
mit Sicherheit feststellen zu können, ist es erforderlich, daß die bei den Reihen-
messungen erreichte Tiefe durch ungeschützte Thermometer bestimmt wird,
und daß die Beobachtungen selbst einen hohen Grad der Genauigkeit aufweisen.
Station 2 (1912) ist eine Parallelstation zu Station 224 (1907)1l), die als
charakteristisch für das Gebiet stärksten Auftriebs an der Grenze zwischen der
Nordäquatorialdrift und der östlichen Gegenströmung angesehen wurde. Station 2
zeigt 1912 noch niedrigere Tiefentemperaturen als Station 224, der größte Unter-
schied findet sich in 150 m Tiefe, nämlich 13.6° 1902 und 16.4° 1907, so daß die
Auftriebserscheinungen noch intensiver ausgeprägt waren.
Station 3, 4 und 5 veranschaulichen die fortschreitende Erwärmung der
Tiefenschichten mit zunehmender Breite:
Stat. | N-Br.
Nr.
79 7
80 32
15° 54 |
180 36
0m 100 m
co no
150m ''
ao
27.0 186 13.6
27.0 23.2 17.4
26.3 26.2 23.0
20.0 25.0 921.0
200m |
ao
300m |
>
400 m
ao
10.8 8.5 7.8
11.3 91 8.1
= 388 14.1 9,8
1914 2 157 118
Die Zahlen zeigen klar die thermische Bevorzugung der Tiefenschichten
der Subtropen gegenüber den Tropen, noch in 400 m Tiefe ist ein Temperaturüber-
schuß ven 4° vorhanden, erst in 800 m und 1000 m Tiefe finden wir abnehmende
Temperaturen mit wachsender Breite,
Station 9 (1912) liegt etwa in gleicher Breite wie Station 5 (1912), aber
westlicher als letztere Station; sie weist etwas höhere Temperaturen oberhalb
300 m Tiefe auf, auch höhere Salzgehaltswerte, Wahrscheinlich beruht beides
auf jahreszeitlicher Änderung, da Station 9 Mitte Mai, Station 5 Ende Januar
ausgeführt wurde.
Sehr hoch erscheinen die Tiefentemperaturen, welche bei Station 8 (1912)
gemessen worden sind. Die Station liegt nicht weit entfernt von Station 260
(1907), jedoch über tieferem Wasser, so daß die Möglichkeit höherer Tempe-
raturen nicht von der Hand zn weisen ist. Eine spätere Nachprüfung ist jedoch
erwünscht.
Station 6 und 7 liegen in benachbarter Position in der Flachsee des
Chinesischen Meeres, sie geben nur Beobachtungen von der Oberfläche bis
45 m Tiefe, die uns den Einfluß der wärmeren Jahreszeit auf diese Gewässer
veranschaulichen. Von Mitte Februar bis Anfang Mai hat sich das Meer an der
Oberfläche um 5.2°, in 20 m um 2.2° und in 45 m um 1.5° erwärmt, gleichzeitig
ist der Salzgehalt an der Oberfläche um 1.1 %0 in 45 m Tiefe um 0.35 %9
gesunken.
Bei Station 10 in der Dampier-Straße, zwischen Neu-Pommern und Neu-
Guinea, ist die Zwischenschicht hohen Salzgehalts wenig ausgeprägt, der Salz-
gehalt in 800 m und 1000 m dagegen relativ hoch. Dies deutet auf Mischung
der Wassermassen hin, veranlaßt durch Querschnittsänderungen,
AM
‚Ann. d. Hydr. usw.« 1908, S. 479.
Vol. Forschungsreise S. M. S. »Planet« 1906/07 Bd. III, Ozeanographie, 8. 62 und 87.