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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Brennecke, W.: Ozeanographische Arbeiten S. M. S. »Planet« im westl, Stillen Ozean 1912/13. 147 
Lotungen nicht auftritt, kann nicht entschieden werden; auffällig ist aber, daß wir 
eine ähnliche Stufe beim Liu-kiu-Graben in 3000 bis 4000 m Tiefe finden (vgl. Profil A). 
Bei der Darstellung des Profiles durch die größte Meerestiefe (Profil C) 
ist auch der im Küstengebiet liegende Berg Mt. Urdaneta mit eingezeichnet 
worden. Der Gipfel des Berges mit 2039 m liegt nur 144 km von der Lotung 
mit 9788 m Tiefe entfernt, so daß sich ein Tiefenunterschied von 11000 m auf 
144 km Entfernung ergibt. 
Bei der Ausführung der 9788 m-Lotung trat eine Störung ein, die in ge- 
schickter Weise behoben wurde. Der Bericht des Kommandos sagt darüber 
folgendes: »Als schon 9500 m Draht ausgelaufen waren, stand die Lotmaschine 
mit einem plötzlichen Ruck still. Nur der Elastizität des langen Drahtes und 
dem vorzüglichen Material ist es zu danken, daß kein Bruch die Lotung zu- 
nichte machte; der Akkumulator zeigte 90 kg Belastung an! Die Untersuchung 
ergab, daß eine tiefer liegende Splissung sich aufgetrenst hatte. und daß das 
losgelöste Drahtende einige Lagen Draht fest umklammerte. In Höhe der Reling 
wurde nun der Draht abgestoppt, ein Ende von etwa 500 m Länge von der 
Trommel abgerollt, herausgeschnitten und eine neue Splissung eingefügt, eine 
Arbeit, die etwa eine Stunde Zeit erforderte, Während des ganzen Vorganges 
hingen etwa 70 kg an dem abgestoppten Draht. Nach glücklicher Beseitigung 
des Hindernisses wurde die Lotung fortgesetzt.« 
Von der dritten Gruppe der von »Planet« ausgeführten Lotungen liegen 
Lotung Nr. 58 und 59 nordwestlich der Gazelle-Halbinsel, Lotung Nr. 60 nördlich 
der Dampier-Straße und Lotungen Nr, 67 bis 70 zwischen den Witu-Inseln und 
dem Nusa-Archipel (bei Neu-Mecklenburg). Die Lotungen Nr. 61 bis 64 befinden 
sich westlich und südwestlich des Bougainville-Kessels, während Nr, 65 und 66 
die Tiefen zwischen dem Graben und der Insel klären. Der Westküste von 
Bougainville-Insel ist eine etwa 15 Sm breite Flachsee vorgelagert, vielfach mit 
Riffen besetzt, die Abböschung der Flachsee zur Tiefsee ist steil, wie uns die in 
5 Sm Abstand gelegten Lotungen von 1811 m und 4011 m Tiefe: zeigen. 
Die letzten in der Tabelle aufgeführten Lotungen sind unter dem Kom- 
mando von Korv. Kapitän Mündel auf der Reise von Brisbane nach Matupi 
gemacht worden. Die erhaltenen Tiefenzahlen stimmen gut zu den bislang be- 
kannten Tiefen, die Lotungen 505 und 506 liegen nördlich und südlich des 
Neu-Pommern-Grabens. ; 
Die bei den Lotungen 1 bis 57 heraufgeförderten Bodenproben sind von 
Dr. Horn, Assistent am Mineralogisch-Geologischen Institut in Hamburg, der an 
der Reise auf S. M. S. »Planet« teilnahm, an Bord untersucht worden, | 
Über die Ergebnisse der vorläufigen Untersuchungen der Bodenproben be- 
richtet Dr. Horn folgendes: 
»Wie aus der Lotungstabelle zu ersehen ist, zeigen die Grundproben wenig 
Abwechslung. Die beiden ersten Proben, die als Schlick bezeichnet sind, sind 
Tone mit reichlicher Beimengung von Quarzkörnchen, deren Größe unter 0.2 mm 
bleibt. Die übrigen Proben bestehen mit einer Ausnahme aus Ton, welcher in 
wechselndem Verhältnis vulkanische und bisweilen auch kontinentale Mineralien 
enthält. Globigerinen- oder Radiolarienschlamm ist nicht gefunden worden. 
Diese Eintönigkeit in der Zusammensetzung erklärt sich daraus, daß alle Lotungen 
in der Nähe von Land liegen und dabei doch verhältnismäßig große Tiefen 
erreicht haben, in welcher die Sedimente schon kalkarm oder kalkfrei sind, Die 
Farbe der Tone ist in größerer Nähe von Land grau bis braungrau, während 
nach dem offenen Ozean zu die Tone, wenn sie wenig vulkanisches Material 
enthalten, graubraun bis chokoladenbraun gefärbt sind, also zum sogenannten 
„roten Tiefseeton“ gehören. . 
Der Tongehalt schwankt je nach der Menge der Beimengungen. An Bei- 
mengungen organischer Natur enthalten die Proben fast durchweg Spongien- 
nadeln, Radiolarien und Diatomeen (bis 5 %, und darüber). Besonders reich an 
Radiolarien (schätzungsweise 20 °%) ist die Probe der Station 55, die schon 
einen Übergang zum Radiolarienschlamm bildet. Sie ist auch durch ihre :hellere 
Farbe und lockere kreidige Beschaffenheit von den anderen Tonen unterschieden.
	        
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