144
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 19153.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Stat,
‚© 19’ ol _ lo | SE E| CE
lo | I z = |
„8121210181881 RE 3 EEE EIS
| Stille
Bork.
Wilh.
Keit.
Ham.
u
5 151
5! 6
26
Fe
P
&
€
14
7
+
©
3
Kiel
Wus,
win,
5
Rüg.
Neuf,
Mem. | 5
5
U 3: 3 N
{>
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort:
8nV | nn gan
3.0 ı 3.0
3.9 | 3.6
3.4 | 333 |
30! 3.1
3.0
3.5
33
D.7
2,9
3.1
3,8)
2.6
3.0
3.1
28 37
34 28
30'927
a7
+3
28
Die folgenden Tage vom 17. bis 19. standen unter dem Einfluß eines von
der Biscayasee weit nordwärts reichenden Hochdruckkeiles. Nach dem Vorüber-
gang eines am 17. über Jütland südostwärts vordringenden Teiltiefs stellten sich
durchweg nördliche Winde und damit Abkühlung, am 18. an der ganzen Küste
Frosttemperaturen ein; innerhalb des sich südostwärts verlagernden Hochdruck-
keiles war das Wetter am 18. und 19, an der ganzen Küste überwiegend trocken.
Ein am 20. von der Nordsee vordringender Tiefdruckausläufer hatte am 20. und
21. im Westen bei teilweise stürmischen südwestlichen Winden milderes Wetter
mit Niederschlägen im Gefolge, während im Osten bei schwächeren südlichen
Winden heiteres, trockenes Frostwetter fortdauerte, Als sich am 21. der Tiefdruck-
ausläufer ostwärts über ganz Deutschland ausbreitete und gleichzeitig das Hoch-
druckgebiet von Rußland über Skandinavien ausdehnte, bestand am 22. und 23.
wieder dieselbe Wetterlage wie zu Anfang des Monats; die südöstlichen, diesmal
aus dem Binnenland stammenden Winde führten aber auch an der Nordsee Frost-
temperaturen herbei.
Dann breitete sich das Hochdruckgebiet von Skandinavien westwärts aus
und trat weiterhin in Verbindung mit einem Hochdruckgebiet vor der Biscayasee.
In dieser vom 24, bis 28. währenden Periode drehten die Winde an der Küste
über Ost nach Nordost, der seit dem 25. vorherrschenden Windrichtung, Da
das russische Hochdruckgebiet zunächst weit südwärts reichte, trat im Osten der
Küste anfänglich bei südöstlichen Winden eine Erwärmung ein, während die
Temperatur im Westen bei der Drehung des Windes nach Ost und Nordost
zunächst anstieg, da die Luft von der damals milderen Östsee zuströmte; in
diesen Tagen mit Winden aus östlichen Richtungen vom 22. bis 28. hatte die
Küste ostwärts bis Rügen meist bis zum 27, nur vereinzelte und geringe Nieder-
schläge, während weiter östlich das bereits seit dem 20. trockene Wetter nur bis
zum 23. bestehen blieb. Nachdem sich schon am 27. an der ganzen Küste Frost
eingestellt hatte, brachten der 29. und 30., zusammen mit dem 28., fast durchweg
die niedrigsten Temperaturen des Monats, unter der Einwirkung eines über der
Nordsee heranziehenden Hochdruckkeiles und eines über Südschweden südost-
wärts vordringenden Teiltiefs, welche Wetterlage etwas lebhaftere nördliche
Winde veranlaßte, Dieses Teiltief hatte wieder täglich fast überall Niederschläge
im Gefolge, wie solche sich auch im Bereiche eines, im Rücken des südostwärts
fortschreitenden Hochdruckkeiles, von der Nordsee vordringenden neuen Tiefdruck-
ausläufers am letzten Monatstage bei südwestlichen und westlichen Winden und
wieder steigender Temperatur ostwärts bis zur Elbe einstellten.
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei,
Berlin SW. Kochstraße 68-71.