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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Schmidt, W.: Strahlung und Verdunstung an freien Wasserflächen usw. 123 
. Für V, und K, sind durchweg. die tatsächlichen Werte einzusetzen, 
nicht: die theoretisch errechneten... Um jene zu bekommen, machen wir den 
Ansatz, daß die Lütgensschen. Verdunstungswerte durchweg um denselben 
konstanten Faktor k zu groß sind, berechnen aus ihnen,. nachdem sie in die 
entsprechenden. Wärmemengen umgerechnet, mit den schon früher verwendeten 
Zahlen der Spalte 7 der Tabelle 1 die Werte V + K= W, d. i. die gesamte Wärme- 
menge, die bei einer derartigen Verdunstung notwendig wäre, haben | dann 
natürlich V, + K, = A(V+K)= T .W und durch Einsetzen in die Integrale: 
A — 
[V+E)a(g) do 
(Wald 
Fo 
8 17. Neue Verteilung der Verdunstung; mitflere Verdunstung des Welt- 
meeres. Die Rechnung selb$t erfolgt wieder graphisch als Flächenmessung. Man 
wendet denselben Kunstgriff an, der in Anhang II 8 26 auseinandergesetzt wird, 
führt dazu die neue Größe 
$ 
= fa) dp 
Fo 
ein, wobei der Umstand fördert, daß die a (@) schon für die einzelnen Breite- 
zonen gerechnet vorliegen.!) Als Grenzen seien 80° N-Br. und 70° S-Br, gewählt; 
dann wird der Zähler 11.57 - 101? kg-Kal./Tag, der Nenner 6.03 - 10’? kg-Kal./Tag, 
daraus k = 1.917, 
Die Lütgensschen Zahlen müßten also auf beinahe die Hälfte herabgesetzt 
werden, um mögliche Werte zu geben, dann aber dürften sie die verläßlichsten 
sein, die wir heute aufstellen können. Sie füllen Zeile 13 der Tabelle. Der 
Einfluß der Passat- und Stillengürtel sticht natürlich auch da hervor; immerhin 
möchte man meinen, daß sich der Unterschied zwischen ihnen vielleicht doch bei 
Fortsetzung der Messungen etwas mildern dürfte. 
Aus den neuen Werten errechnet sich die mittlere tägliche Ver- 
dunstungshöhe über allen Ozeanen zu 2.07 mm/Tag. ; 
$ 18. Wärmeverfrachtung nach Betrag und Intensität. Da nunmehr V, und 
K, bekannt sind, ist die Differenz V, + K, — W und daraus — wieder durch 
graphische Integration — X(g) ohne weiteres zu bestimmen, Die Verteilung 
jener Differenz, des tatsächlichen Wärmeverlustes, über die verschiedenen Breiten 
(Zeile 14 der Tabelle) zeigt, daß im wesentlichen bloß Breiten um den Äquator 
und nördlich davon bis etwa 20°, außerdem‘ aber ein Streifen um 80° südlich 
einen Wärmeüberschuß abgeben; von diesen Gebieten her muß der Ausfall gedeckt 
werden, der sich besonders in 40° bis 50° N-Br., auf der Südhalbkugel in 10° 
bis 20° und von 40° an südwärts zeigt, . 
Da der Bedarf auf der nördlichen Halbkugel nicht so groß ist, hier über- 
haupt die Meeresbedeckung eine geringere, darf man sich nicht wundern, daß 
die Wärmeverfrachtung von Süden gegen Norden (positives Vorzeichen in Zeile 15) 
auf der nördlichen Halbkugel nur in Breiten von 20° und darüber höhere Be- 
träge ‚erreicht, welche aber durch die Werte auf der südlichen Halbkugel mit 
einem Strom: von Norden nach Süden. ganz bedeutend übertroffen werden. Auch 
der Aquator liefert noch vollkommen für diesen Wärmestrom; die Grenze, an 
welcher man den sich im Wasser, abspielenden Wärmehaushalt der Halbkugeln 
im Mittel abteilen kann, wäre auf etwa 9° N-Br.. anzusetzen. .. . 
. Der. Sinn dieses Ergebnisses muß aber nicht mißverstanden werden, Im 
Wärmestrom erscheint bloß der Überschuß der.von südnördlichen über die von 
nordsüdlichen Meeresströmungen gelieferten Menge, wird ‘sich also in einzelnen 
Gebieten. wesentlich verschieden gestalten. Wir aber haben hier, für allgemeine 
1) Nach Wagner in Supan. Phvsische Frdknnde S. 98
	        
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