Schmidt, W.: Strahlung und Verdunstung ‚an. freien‘ Wasserflächen. usw. 117
Sie ‘kommt. nicht :in‘ gleichem Betrag. auch. der Oberfläche des Wassers: zugute,
weil: die Strahlen 0 . ; .
:" 1. nicht: senkrecht. einfallen, ‚sondern. abhängig von Ort (Geogr. Breite),
Jahres- (Deklination: der Sonne). und. Tageszeit unter verschiedenem Neigungs-
winkel h; ‚ihre. Wirkung, auf die Flächeneinheit berechnet, wird dadurch im
Verhältnis 1 ;. sin h geschwächt; . ‘ . N
2. auf ihrem Weg durch die Atmosphäre teilweise verschluckt werden,
desto mehr, je länger dieser. Auch für diese Schwächung sind. Formeln auf-
gestellt... Die wahrscheinlichsten Werte erhält man, wenn man den in diesen
vorkommenden Transmissionskoeffizienten (Bruchteil, welcher ‘bei senkrechtem
Einfall die Erdoberfläche, erreicht) =— 0.6 setzt, der Transmissionskoeffizient 0.7
gibt schon..sicher zu hohe Zahlen;. ©: * * ; ,
„8... zu :einem ; bestimmten; auch von ihrem .Neigungswinkel- abhängigen
Bruchteil am. Wasserspiegel reflektiert werden., EN .
Erst die Berücksichtigung: aller dieser verschiedenen Einflüsse liefert. den
wirklich dem Wasser zugute kommenden: Anteil der. Sonnenstrahlung: S; 1). ..Die
Ergebnisse der mühsamen, aber doch für eine Reihe von Aufgaben der Hydro-
graphie wichtigen Rechnung finden sich im Anhang I ($$ 21 bis: 25),
nn Diffuse Sonnenstrahlung. Die so errechneten Mengen gelten aber bloß für
vollkommen heiteren Himmel, Durch Bewölkung. wird direkte Sonnenstrahlung
abgeschirmt, dafür tritt aber diffuse. ein, welche ‚nach W.Trabert“) auf 40 9%
jener zu: veranschlagen wäre, ‚Wir, werden, also bei einer herrschenden beob-
achteten. Bewölkung w (in. Bruchteilen. des sichtbaren Himmels ausgedrückt) von
der Gesamtstrahlung S,. der Sonne. bloß S = (1—w)-S, in Rechnung setzen,
von den übrigen w - S',, die aber von der Strahlungsmenge ohne Berücksichtigung
der. Reflexion am Wasserspiegel, also von den Angotschen Zahlen ($ 23, Tabelle 8)
unmittelbar zu nehmen sind, 0.4, demnach‘im ganzen 0.4 -w-S,, als diffuse und
allseitige Strahlung zu der folgenden atmosphärischen Strahlung schlagen; „Sie
erleidet als genügend allseitige Strahlung ebenfalls einen. Reflexionsverlust von
17.3 (vgl. 8 26), so daß wir schließlich mit D = 0.33. w.- S', zu rechnen haben,
, Was weiter mit der so bestimmten dem Wasser zugute kommenden Energie
im einzelnen. geschieht, braucht uns nicht.zu beschäftigen. Nur nebenbei: sei
erwähnt, daß praktisch?) alle wirklich eindringende Strahlung absorbiert wird,
ein großer Teil sogar schon in den obersten Schichten, wodurch sie denn die
Verdunstung unmittelbarer fördert. : .
8 9, b) Gegenstrahlung der Atmosphäre, G. Diese wurde früher meist zu
gering eingeschätzt. R. Emden verdanken. wir*) ihre genaue Berechnung, die
durch ‚die neuen Ergebnisse der Erforschung der freien Atmosphäre gestützt
wird, Übereinstimmend mit den wenigen tatsächlichen Messungen wird... die
Atmosphärenstrahlung auf 1 cm? horizontaler Fläche in ihrer Abhängigkeit von
der Bodentemperatur t, der Atmosphäre gut. dargestellt durch die Formel:
G == 0.84 + 8 + (to -|- 273)* g-Kal./cm? Tag.
s ist hier die Strahlungskonstante des für vollkommen schwarze Körper gültigen
Stefan-Boltzmannschen . Gesetzes. In . absoluten Einheiten (Watt). wird
S — 5.45 . 10-12 (Kurlbaum, Verhandl, d. Deutsch. Phys. Ges. 74, 576, 1912,
schon. mit Korrektur von‘ 2.5 %,). bei den‘ won uns hier‘ angewendeten
(g-Kal./om® Tag) — 1.126 + 10-% Die Atmosphäre sendet. also‘ der Erdoberfläche
etwa‘, °/% der Strahlung eines schwarzen‘. Körpers. von . der Temperatur. der
untersten Luftschichten zu, © ;
\ Die in diesem Teil mit großen lateinischen Buchstaben bezeichneten Größen S,, S, D, G,
Ay W; W., V, K; V., Kı V, K, sind durchwegs in Grammkalorien auf 1 cm? Oberfläche für einen
Tag (g-Kal./cm? Tag) ausgedrückt. Die in Millimeter angegebene‘ tägliche Verdunstung “ist durch
große deutsche Buchstaben: B, B,, ©, bezeichnet, Nur die tägliche Wärmefracht 3 ist eine einfache
Wärmemenge.... ‘© , . 8
?) Lehrbuch der kosmischen Physik, S, 489. . N |
3) Bloß sehr seichte Meeresteile, deren Tiefe nur einige Meter beträgt, lassen noch merkbare
Mengen bis zum Grund durch — hier kommen sie aber fast ausschließlich wieder dem Wasser zugute,
Die Wärmeleitung in den Boden verschwindet demgegenüber. . Ws N . 2
4) Über Strahlungsgleichgewicht und atmosphärische Strahlung, Münchn. Sitzber., 1913, S, 55,