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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1915,
ist es zweckmäßig, die Beobachtungen von Minute zu Minute zu machen, nicht
allein weil zuweilen die genauere Bestimmung doch wertvoll ist, sondern auch
weil das Intervall von einer Minute die Aufmerksamkeit der Beobachter am besten
wachhält.
2. Sodann trägt man ebenso mit dem Lineal in dem linlierten Quadranten
die Höhen winkel ein. Die parallelen Linien des Netzes sind mit Ziffern bezeichnet,
welche die Höhe in Hektometern angeben. Aus den Schnittpunkten dieser Linien
mit den nach einer der beiden Kreisteilungen, den Höhenwinkeln entsprechend,
gezogenen Radien ergibt sich die gesuchte horizontale Entfernung des Ballons in
folgender Weise. Man kann dazu die äußere Kreisteilung unter Weglassung von
200° benutzen; dann ist die Entfernung des Schnittpunktes von der Grundlinie,
an der die Hektometerzahlen stehen, die horizontale Entfernung des Ballons im
Maßstab von 1 km = 1 cm. Wenn aber, wie es gewöhnlich der Fall ist, der Höhen-
winkel von 300 m Höhe an unter 45° blieb, so ist es vorteilhafter, die innere
Kreisteilung zu benutzen; nimmt man die dem Höhenwinkel entsprechenden Radien
nach dieser Teilung, so ist die gesuchte Entfernung die des Schnittpunkts vom
Mittelpunkt selbst. Die Messung ist dann genauer und ihre Übertragung auf die
Azimute bequemer.
3. Zu dieser Übertragung benutzt man am besten ein Stück Papier,
dessen einen Rand man so zuschneidet, wie auf Fig. 2 gezeigt ist, nämlich zu
einer etwa 10 bis 15 cm langen geraden Kante mit einer
Hervorragung am rechten Ende. Dieses Papier legt man
so aufs Formular, daß das Zentrum des Gradkreises unter
diese Hervorragung und zwar genau unter die Verlängerung
der geraden Kante und etwa 2 mm vom einspringenden Winkel zu liegen kommt).
Ist das Papier nicht durchsichtig genug, um das Zentrum durch dasselbe genau zu
erkennen, so betupft man die Stelle mit Öl oder hilft sich anders. Sodann sticht
man mit einem Reißbrettstift (Heftzwecke) beide Papiere genau im Zentrum des
Kreises auf dem Brett so weit fest, daß sie sich um den Stift frei drehen lassen;
der Stift muß dazu gut rund (ohne Grat) sein. Man legt nun die Kante des Meß-
blattes nacheinander an die Schnittpunkte an, überträgt diese zuerst sämtlich
möglichst genau auf das Meßblatt unter Angabe des Hektometers, und dann von
diesem durch Drehen des Blatts um den Stift auf die entsprechenden Azimut-
strahlen. Damit hat man die horizontale Projektion des Ballonweges bekommen.
4. Es bleibt nur noch aus dieser Ballonbahn die Richtung und Geschwindig-
keit der Luftströmungen in den verschiedenen Höhen zu bestimmen. Für die
in den Telegrammen gewünschten Höhen dienen hierzu :
für die Höhe 200 m 500 m 1000 m 1500 m 2000 m USW.
die Ballonorte in 150 u. 300m 300 u. 600m 900 u. 1200 m 1800 A 1800 u. 2100 m usw.
u. 1800 m
. Die Richtung ihrer Verbindungslinien wird bestimmt, indem man eine
Kante oder eine Längslinie des Lineals nach Augenmaß dieser parallel durch das
Zentrum legt und am Azimutkreis ihre Lage bestimmt”).
Die Geschwindigkeit ergibt sich aus dem Abstand zwischen den zwei
Punkten, bei 2-Minuten-Intervall gemessen am mittleren Maßstab, sofern das
Liniennetz im Sinne der vorgedruckten Höhenangaben benutzt wurde; bei
1-Minuten-Intervall ist sie doppelt so groß.
5. Die fünfte Operation, die Abfassung des Telegramms, braucht wohl hier
nicht beschrieben zu werden, weil die Schlüssel dazu sich in den Händen der Be-
teiligten befinden und jederzeit durch Vereinbarung abgeändert werden können.
Die Formulargröße und der Maßstab sind so gewählt, wie sie für die Mehr-
zahl der Aufstiege in unsern Gegenden passen. Unter manchen Umständen muß
‘y Es ist vorteilhaft, dazu Linienpapier zu verwenden,
2) Gegenwärtig geschieht dies für die Telegramme nach dem Muster der Windheobachtungen
am Boden nur nach 16 Richtungen; es steht aber nichts als die einmal getroffene Vereinbarung im
Wege, dies genauer, mindestens nach 32 Strich, zu tun und so die Beobachtungen besser auszunutzen
Dagegen kann man für die Windgeschwindigkeiten nicht auf + 1 m einstehen,