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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1915.
Handelsschiffe vermuren zwischen der Genille- und Observation-Huk auf
29 m bis 35 m (16 bis 19 Fad.) Wasser. Hier kommt zwar bei östlichen
Winden etwas See auf, aber die Böen sind bei westlichen Winden nicht so heftig.
Der Ankerplatz querab vom Wasserplatz in Le Fond ist bei südlichen
Winden unsicher.
Bei der Careening-Huk innerhalb der ersten Biegung des Epine Cadoret-
Armes können Schiffe kielholen.
Wasser und Holz ist bequem zu erlangen.
Groux- und Fishermans-Bucht an der Nordseite von Croc-Hafen eignen
sich nur für Boote. In der Fishermans-Bucht ist eine Fischereiniederlassung.
Die Irish-Bucht an der Südseite von Croc-Hafen ist zwischen Windy- und
Blanche-Huk ?/, Sm breit. Unreiner Grund besäumt jedoch die Südostseite der
Bucht !/, Sm südwestlich von der Windy-Huk bis zum innersten Ende; die
Mulou-Klippe liegt 1%, Kblg vor der Südostseite in der Wasserlinie und die
La Baleine- oder Folle-Klippe liegt vor der Westseite der Bucht 0.9 m (3)
unter Wasser.
Die Irish-Bucht ist nach Norden vollkommen offen, kleine Fahrzeuge
finden jedoch Schutz hinter einem Inselchen vor der Fischereiniederlassung in
ihrem innersten Ende. (Fortsetzung folgt.)
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Nansen, Fridtjof: Sibirien ein Zukunftsland. X u, 383 S., 3 Karten u. zahlr.
Abbildungen. Leipzig 1914. F. A. Brockhaus.
Das alte Problem, die Handelsverbindung mit dem Innern Sibiriens durch das Karische Meer
und die Jenissei-Mündung, ist von russischer Seite aufs neue in Angriff genommen worden. Die
hauptsächlich zu diesem Zwecke gebildete »Sibirische Gesellschaft« hat nach einem mißlungenen
Versuch im Jahre 1912 im folgenden Jahre einen neuen Versuch unternommen und hierzu den
Dampfer »Correct« gemietet, an dessen Reise Nansen als Gast, oder wohl richtiger als Expert, teil-
nahm. Hierbei bot sich ihm Gelegenheit, die Fahrt mit der Sibirischen Bahn nach Wladiwostok, von
dort nach Chabarowsk und zum Teil mittels Automobil entlang der im Bau begriffenen Bahn durch
das Amur-Gebiet zu machen, Das reiche Beobachtungsmaterial, das der Verfasser auf diesen Reisen
gesammelt hat, übergibt er in diesem Buche der Öffentlichkeit,
Die Fahrt des »Correct« ist sehr günstig verlaufen. Die Ausreise erfolgte von Tromsö am
5. August 1913, am 25. August wurde die Jenissei-Mündung erreicht. Größere Eismengen wurden
nach Durchfahren der Kara-Straße westlich der Jalmal-Halbinsel angetroffen, sie wurden meist im
eisfreien Küstenwasser umgangen. Auch die Jugor- und Matotschkin-Straße ermöglichten im August
den Zugang zur Kara-See, so daß die Eisverhältnisse des Jahres 1913 wohl als gute zu bezeichnen
sind. Bei der Klassifikation der einzelnen Eisjahre, die Nansen im letzten Kapitel gibt, das neben
der historischen Schilderung der einzelnen Fahrten und der Eisverhältnisse ihre Abhängigkeit von den
meteorologischen Verhältnissen erörtert, ergeben sich leicht Schwierigkeiten. So erbält dort das Jahr
1913 einen schwarzen Kreis, der bedeutet, daß »im Karischen Meer Eis gewesen ist«, während ein
heller Kreis bedeutet, »daß das Meer leidlich offen gewesen ist«, Beides deckt sich nach Meinung des
Referenten, und es erscheint geeigneter, diese beiden Klassen unter dem Begriff »normal« oder »an-
nähernd normal« zu vereinigen,
Den Wechsel in den Eismengen, die in den verschiedenen Jahren in der Kara-See angetroffen
werden, führt der Verfasser vornehmlich auf die Temperaturverhältnisse im vorhergehenden Winter
und Frühling zurück ünd macht dies an der Hand von Temperaturtabellen und -kurven der um-
liegenden meteorologischen Stationen anschaulich. Die Menge des Eises im Herbst wird nach Nansen
durch die Wärmeverhältnisse der vorhergehenden Jahreszeiten bestimmt, die Ausdehnung und Ver-
teilung des Eises sekundär durch den Wind beeinflußt. Ob die Schwankungen der mittleren Winter-
temperatur, die in Obdorsk allerdings Unterschiede zwischen — 16° und — 24° zeigt, bei einer mittleren
Wintertemperatur von —20° das Entscheidende sind, erscheint dem Referenten zweifelhaft, da infolge
der schlechten Wärmeleitfähigkeit des Eises die Dickenunterschiede des Eises nur gering sein dürften.
Ausschlaggebend dürfte der Schmelzprozeß und der Abtransport des Eises sein, beides ist aber zum
größten Teil abhängig von der Richtung und Stärke der Winde. Die Übereinstimmung der Tempera-
turen der vorhergehenden Jahreszeiten (November bis August) mit der Eismenge in der Kara-See ist
nicht beweiskräftig, da Nordwinde im Frühjahr und Sommer einerseits das Tempneraturmittel er-
niedrigen, gleichzeitig aber auch das Eis in der Kara-See anstauen,
Wertvoll sind die Ratschläge Nansens für die Lösung des Problems des Schiffahrtsweges.
In erster Linie eine vollständigere, systematischere Kenntnis der im Karischen Meer herrschenden Eis-
verhältnisse verbunden mit meteorologischen und ozeanographischen Forschungen, was sich durch
einige kleine Motorschuner ermöglichen ließe. Ferner ist notwendig die Errichtung drahtloser Stationen.