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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914.

V. Einfluß der Jahreszeit, des Mondes, des Nordlichtes.,
Mit den oben beschriebenen Versuchen von Mosler hat der gleiche Verfasser
 auch Versuche über den Einfluß der Jahreszeit auf die Größe der Empfangsenergie
 veröffentlicht. Die Versuche ergaben, daß die Lautstärke am Tage
während des ganzen Jahres nahezu den gleichen Betrag beibehält. Auch hier
war die Entfernung zwischen Sende- und Empfangsstation 425 km. Die Resultate
dieser Versuche sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt, die den Mittelwert
 des Verhältnisses Nachtintensität zu Tagesintensität angibt. Es fanden sich
folgende Werte:
Februar .....,..... 2.06 Juni 0 040002: 1.00 Oktober .......... 2,82
März. 0.0.0.0... 2.07 Juli ,...000..0.00.+ 1.22 November, ........ 3.15
April 0... 0.00.. 2.20 August 2. ..0..004001 — Dezember ......... 179
Mai .. Ve 1,29 September, ......,.. 2.14 Januar. ........,.., 16%
Bemerkenswert ist dabei der‘ starke Anstieg der Kurve im Herbst,
Weiter finden sich in der Literatur Hinweise, die auf einen Einfluß des
Mondlichtes auf die drahtlose Übertragung schließen lassen. Mosler hat auch
in dieser Richtung Versuche unternommen und folgert aus ihnen, daß für die
Entfernung von 425 km ein Einfluß nicht nachzuweisen ist. Im Gegensatz dazu
glaubt Curtis zu finden, daß beim Aufgehen des Mondes die Intensität der von
einer etwa 1000 km entfernt liegenden Station ankommenden elektrischen Welle in
ähnlicher Weise schwankt, wie es Markoni zuerst bei Sonnenaufgang gefunden
hat. Eceles weist im Gegensatz darauf hin, daß in diesem Falle mit dem Aufgehen
 des Mondes der Sonnenuntergang zusammengefallen ist, daß also die gefundene
 Erscheinung auf dem bekannten Einfluß der Sonne beruht. .
Über den Einfluß des Polarlichtes liegt eine Notiz der Telefunkengesellschaft
 vor. Sie lautet: »Hochinteressante Einwirkungen, die mit Sicherheit
 auf das Auftreten von Polarlicht zurückzuführen sind, ließen sich bei der
drahtlosen Nachrichtenübermittlung zwischen den neuen von der norwegischen
Telegraphenverwaltung in Betrieb genommenen und von der deutschen Telefunkengesellschaft
 errichteten Stationen Spitzbergen und Ingoe (bei Hammerfest)
beobachten. Bei dem Erscheinen des Polarlichtes wurden die ankommenden
Zeichen von Spitzbergen in Ingoe derart geschwächt, daß oft eine Aufnahme nach
dem Gehör nur schwer möglich war; ja, es zeigte sich, daß die Zeichen auf
längere Zeit vollkommen verschwanden,
Merkwürdiger war jedoch die beobachtete Tatsache, daß, während in
Hammerfest kein Polarlicht zu beobachten war, das Vorhandensein eines
solchen drahtlos von Spitzbergen gemeldet wurde, plötzlich die Zeichen in
Hammerfest weit über die bisher beobachtete Lautstärke hinausgingen.«
Weiter berichtet C. H. Taylor, daß bei dem drahtlosen Verkehr zweier
Markonistationen in der Nähe des Polarkreises das Auftreten des Nordlichtes
stets einen großen und zwar günstigen Einfluß ausübte, »Zuweilen brachte,
wenn die Signale für die Verständigung zu schlecht waren, ein Nordlicht augenblicklich
 eine gute Verständigung zu Wege. Tatsächlich pflegte der Telegraphist,
wenn während der Aufnahme die Signale schwach wurden, zur Tür des Amtszimmers
 zu gehen, in die Nacht hinauszublicken und zu finden, daß, wie er erwartet
 hatte, das Nordlicht verschwunden war. Die Wirkungen waren am
stärksten. wenn das Norädlicht sich rings um den Zenith erstreckte.«

VI. Messungen der Dämpfung der Sendestation.
Zur Erklärung der hier erwähnten Resultate hatte Markoni angenommen,
daß das Sonnenlicht auf die Antenne eine direkte Wirkung ausübe, und zwar in
der Weise, daß bei Sonnenstrahlung ein photoelektrischer Effekt aufträte, daß
dadurch die negative Ladung der Antenne zerstreut würde und die Antenne am
Tage deswegen eine unwirksamere Strahlung ausübe, als in der Nacht. Auf Grund
dieser Annahme ist eine Reihe von Untersuchungen unternommen, die den
Zweck hatten, festzustellen, ob eine derartige Änderung auf der Sendestation zu
beobachten ist. Die Versuche wurden meist in der Weise ausgeführt, daß auf
            
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