Ludewig, P.: Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose: Telegraphie. 83
Versuchsstationen | Leiter der
(Gebestation zuerst) Versuche
Entfernung
Resultat
Wellenlänge
Empfangsmethode
km
nn
Norddeich-Emden
Eiffelturm-Saumur
Eiffelturm-Saint Benoit
Norddeich-Berlin
Norddeich-Berlin
Norddeich-Schöneberg
Norddeich-Berlin
Norddeich-Eberswalde
Norddeich-Swinemünde
Eiffelturm-Marburg
Norddeich-Danzig
Eiffelturm-Graz
; 27
Turpain 250
Turpain etwa3000
Telef.-Ges. 450
Telegraph.
Versuchs- Amt
0. Lorenz, A.-G. 450
C. Lorenz, A.-G. 460
—., 470
E. Take 530
— 760
M. Vos 1000
kein Einfluß
Einfluß vorhanden
Einfluß vorhanden
Einfluß groß
kein Einfluß
kein Einfluß
Einfluß vorhanden
kein Einfluß
Einfluß groß
Einfluß vorhanden
Einfluß sehr groß
1650
2000
2000
1650
Telephon
Galvanometer
Galvanometer
Telephon
Telephon
Telephon .
Telephon .‘
Galvanometer
Telephon
Galvanometer
Die Tabelle zeigt, daß fast sämtliche Stationen, die keinen Einfluß der Sonnenfinsternis
konstatieren konnten, mit der ersteren ungenauen Methode gemessen
haben. Anderseits finden die Station der Telefunkengesellschaft und die Station
in Eberswalde, die die gleiche Methode benutzten, ‚einen sicheren Einfluß. ;
Es ist immerhin erstaunlich, daß unter zwölf Stationen vier keinen Einfluß
der Sonnenfinsternis nachweisen konnten, wenn man bedenkt, daß die Sonnenfinsternis
vom 17. April ganz außerordentlich günstig war, da die Verfinsterung
in unseren Breiten fast total und genau in die Mittagszeit fiel, in der ‚eine
Wirkung der Sonnenstrahlen besonders stark zum Ausdruck hätte kommen müssen,
Der Unterschied zwischen der Empfangsstärke am Tage und in der Nacht ist
nämlich auch mit der rohen Methode gemessen außerordentlich auffallend.
Die französischen Stationen unter Leitung von A. Turpain haben: die
Methode des Nebenschlußtelephons sogleich aufgegeben und nur mit dem Galvanometer
gemessen. Die Kurven der Messung zeigen ein deutliches Maximum
im Zeitpunkt der größten Verfinsterung. Ausführliche Angaben liegen von Take
und Vos vor, die in Marburg und Graz gleichfalls die Einwirkung mit dem Galvanometer
verfolgten, Take findet in Marburg eine Zunahme der Empfangsintensität
von rund 25%, und Vos in Graz sogar eine solche von 96 9%. Bei
beiden ist das Maximum der Empfangsintensität dann vorhanden, wenn das
Maximum der Verfinsterung sich gerade in der
Mitte zwischen Gebe- und Sendestation befand.
Als Beispiel der Änderung der Empfangsintensität
im Verlaufe der Finsternis
möge die von der Telefunkengesellschaft
erhaltene Kurve, die in Fig. 7 wiedergegeben
ist, dienen. Sie zeigt ein Maximum des
Empfangs zur Zeit der größten Verfinsterung.
Außerdem wurden vor und nach dem Eintritt .
des Maximums mittelstarke Störungen wahr- zeit 120
genommen. ;
Wenn auch nicht geleugnet werden darf, daß es nicht ohne weiteres zulässig
ist, die Resultate der einzelnen Stationen bei ihren verschiedenartigen
Luftleiteranordnungen und speziellen Empfangseinrichtungen miteinander zu vergleichen,
und wenn auch das Versagen von 4 Stationen eine neue Unsicherheit
hineinbringt, so sind wir doch wohl berechtigt, aus der Tabelle zu entnehmen,
daß mit zunehmender Entfernung zwischen Gebe- und Empfangsstation der
Einfluß der Sonnenfinsternis zunimmt. Dieser Schluß wird besonders gestützt
durch einen Vergleich der Versuche von Take und Vos, die mit derselben
Wellenlänge, derselben Gebestation und derselben Empfangsmethode arbeiteten.
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