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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914.

beobachtungen zwischen Köln und Göttingen. Irgendwelche Gesetzmäßigkeit ist
aus ihnen nicht zu entnehmen.«
In welcher Weise sich die erwähnten atmosphärischen Einflüsse dem Telegraphisten
 bemerkbar machen, ist besonders anschaulich von W. P. S, im Oktoberheft
 (1913) der Wireless World geschildert. Es heißt dort: »Beim Telegraphieren
über große Entfernungen werden wir häufig, besonders im südlichen Indischen
Ozean, dadurch gestört, daß die Empfangsstärke außerordentlich schwankt, daß
die Signale einen Augenblick sehr stark sind und in ein paar Sekunden so
schwach werden, daß sie fast unhörbar sind. An der Küste von Neu-Süd-Wales
schwankten eines Nachts die Signale in dieser Weise und für ein paar Minuten
konnte ich zwei Stationen hören. Zuerst wurden die Signale der einen Station
schwach, während die der anderen sich verstärkten. Nach ein paar Sekunden
war es gerade umgekehrt. Der ganze Vorgang wiederholte sich einige Male
innerhalb einer Minute, Ich hatte den Eindruck, daß das die Wellen leitende
Medium gleichsam hin- und herwogte und dadurch die Entfernung für die Wellen
größer oder kleiner machte und die Stärke der Signale änderte.«

IV. Einfluß der Sonnenfinsternis vom 17. April 1912,
Bei dieser Sachlage war es von besonderem Interesse, zu untersuchen, in
welcher Weise eine Sonnenfinsternis auf die drahtlose Übertragung einwirkt.
Eine ganz besonders günstige Gelegenheit bot dazu die Sonnenfinsternis vom
17. April 1912, da bei ihr die Verfinsterung für Mitteldeutschland ziemlich total
und gerade in der Mittagszeit an einem fast vollkommen klaren Tage stattfand.
Die Resultate dieser Versuche liegen in den Berichten von zwölf Empfangsstationen
vor. Als Sendestation diente einmal die deutsche Station Norddeich, die mit
1650 m‘ Wellenlänge in der Zeit von 12 bis 3b stündlich viermal ein bestimmtes
Kennwort je 5 min lang gab. Als Empfangsstationen beteiligten sich die
Station in Emden, zwei Stationen des Telegraphen-Versuchsamtes in Berlin, eine
Station der Telefunkengesellschaft in Berlin, zwei Stationen der Lorenz, A.-G.
in Berlin und die Küstenwachen in Swinemünde und Danzig. Über die Resultate
dieser Versuchsgruppe berichtet der Leiter des Kaiserl. Telegraphen-Versuchsamtes
 Kiebitz, im 2. Heft des Jahrbuchs für drahtlose Telegraphie,
Die andere Gruppe erhielt ihre Zeichen von der Station am Eifelturm,
die von 9.40 bis 3.40 mit 2000 m Wellenlänge Dauersignale von je 10 Sekunden
gab. Diese wurden aufgenommen von zwei französischen Stationen, nämlich
denen im Saumur und Poitiers, von einer Station in Marburg und einer in Graz,
Eine Übersicht über die Gesamtergebnisse gibt die nebenstehende Tabelle, in
der die Stationen nach der überbrückten Entfernung geordnet eingetragen sind.
Um die Signale auf einer Sendestation nach ihrer Stärke aufzunehmen,
gibt es zwei Methoden. Als Detektor werden heute fast nur die Kontaktdetektoren
 und der elektrolytische Detektor benutzt. Die Zeichen werden bei ihrer
Verwendung mit dem Telephon abgehört. Ein rohes Kriterium für die Stärke
der ankommenden Welle ist die Lautstärke des im Telephon gehörten Tones,
Die eine der beiden genannten Methoden besteht nun darin, daß man diese
Lautstärken zahlenmäßig auszudrücken sucht. Dazu schaltet man parallel zum
Telephon — man verwendet dazu Telephone von 1000 Ohm Widerstand — einen
Regulierwiderstand, den man so lange verkleinert, bis man im Telephon den Ton
gerade nicht mehr hört, und gibt die Größe des parallel geschalteten Widerstandes
 als Maß für die Empfangsstärke an. Es ist die Lautstärke also um so
größer, je kleiner dieser Widerstand ist. Wie man sieht, ist diese Methode sehr
ungenau dadurch, daß ein großer subjektiver Fehler eingeht, der absolute Angaben
 fast vollkommen zunichte macht.
Neben dieser rohen Methode gibt es noch eine feinere, die aber ein größeres
Experimentiergeschick voraussetzt. An Stelle des Telephons wird ein hochempfindliches
 Thermogalvanometer eingeschaltet, dessen Ausschlag proportional
der Empfangsstärke gesetzt werden kann.
            
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