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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1914. 
Schiffen, zwischen deren Standort nur Wasser und kein Land liegt, so haben 
wir in diesem einfachen Fall für die Amplitude 
1 
A = 7 Zi 
wo Ay die Amplitude an der Sendestation ist. Berücksichtigen wir aber die Erd- 
krümmung, so wird diese Formel in zweierlei Weise modifiziert. Bei der ge- 
krümmten Erdoberfläche ist die Ausbreitung der Weise nicht die gleiche wie 
bei einer ebenen Oberfläche. Die Amplitude nimmt nicht mehr proportional A 
ab, sondern proportional 
11-2 
T V sin 4° 
wo & der Winkel ist, den die Verbindungslinien Sendestation — Erdmittelpunkt 
und betrachteter Punkt-—Erdmittelpunkt miteinander bilden. Dazu kommt noch 
eine Zerstreuung der Energie, die daher rührt, daß die Energiestrahlung der 
Erdoberfläche nicht mehr vollkommen folgt, sondern zum Teil in den Raum 
hinausgeht. Dadurch geht in die Formel ein neuer Faktor ein von der Größe 
— 0.0019," > 
e 12 
wo e die Basis der natürlichen Logarithmen, r die Entfernung und 4 die Wellen- 
länge bedeutet. Im ganzen ist also auf Grund derartiger theoretischer Über- 
legungen in einer Entfernung r von der Antenne die Amplitude 
Tr 
A A 1. Sn — 0.0019 br 
TO l an ® ' 
Diese Formel ist von verschiedener Seite zu verifizieren gesucht, so von 
Duddel und Taylor, von Tissot, von Austin und Lutze. Die Austinschen 
Versuche sind am sorgfältigsten und seien daher hier kurz angeführt. Sie fanden 
im Sommer 1910 statt, und zwar diente als Gebestation die nordöstlich von New 
York an der Küste gelegene Landstation in Brant Rock. Von hier fuhren die 
beiden Kreuzer »Birmingham« und »Salem« in südöstlicher Richtung bis auf 
1200 bzw. 450 Meilen auf die See hinaus und nahmen die von Brant Rock aus- 
gehenden Zeichen mit einem quantitativ arbeitenden Empfänger auf. Die so er- 
haltenen Daten ließen sich zur Berechnung einer Formel verwerten, die den auf 
der Empftangsstation gemessenen Strom Jx mit dem Antennenstrom J; der Sende- 
station, mit der Höhe h, und h, der Sende- und Empfangsantenne, mit der ver- 
wendeten Wellenlänge 4 und der überbrückten Entfernung r in Beziehung zu 
setzen gestattete. Es ergab sich die Formel 
— 0.0015 
Je — 4.25 Jsh, h, X 
Ar 6 ' 
Diese Formel zeigt eine ähnliche Beziehung, wie die rein theoretisch abgeleitete. 
Daß die Konstanten nur für diese speziellen Versuche gelten, ist selbstverständ- 
lich. Die Größe 4 geht in die Austinsche Formel nicht ein, weil der Ausdruck 
Va bei der überbrückten Entfernung nicht merkbar von Null verschieden 
ist. In neuerer Zeit hat Lutze mit einer in einem Freiballon untergebrachten 
Empfangsstation bei ähnlichen Versuchen ähnliche Resultate erhalten. 
IIX. Unterschiede im Empfang bei Tag und Nacht. 
Würden die im vorigen erwähnten, theoretisch und experimentell abgeleiteten 
Beziehungen unter allen Umständen zu Recht bestehen, so würden wir bei der 
drahtlosen Überbrückung einer bestimmten Entfernung außerordentlich einfache 
und klare Versuchsbedingungen haben. Leider gelten sie aber nur mit Ein-
	        
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