Lesshaft, E.: Das Karische Meer als Seeweg nach Sibirien,
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aus, im Karischen Meere auf dem Wege zur Insel Bely Eis anzutreffen. Um
ihm auszuweichen, bleibt nichts anderes übrig, als den Kurs nach Norden zu
nehmen längs der Ostküste des nördlichen Teiles Nowaja Semljas. Hier aber
lagern häufig in der Nähe der Küste undurchdringliche Eismassen, Am besten
ist es demnach, den Weg um das Nordende Nowaja Semljas zu benutzen,
Entspricht die Eisverteilung im gegebenen Jahre dem Typus b, so muß
man den Weg durch eine der südlichen Meerengen einschlagen, die im Falle
einer derartigen Eisverteilung verhältnismäßig früh vom Eise frei werden, Im
südlichen Teile des Karischen Meeres dürften wir nicht auf Eis stoßen. Doch die
Wahrscheinlichkeit einer Eisbegegnung liegt in den Breiten des Karischen Tores
eher vor als auf der Höhe von Jugorski Schar, Deshalb ist es sicherer, den Weg
ins Karische Meer durch die südlichere Meerenge zu benutzen, von hier weiter
zu den. Scharapoffschen Bänken oder geradeaus nach Osten zu der Küste Jalmals,
längs der die Bahn nach Norden vollkommen eisfrei sein wird.
Zu dem Gesagten muß hinzugefügt werden, daß in der Nähe der Eingänge
zu den Meerengen zwischen der Südküste Nowaja Semljas und der Bucht. der
Petschora starke Eismassen angetroffen werden können, gegen die man auf dem
Wege zu den südlichen Meerengen ankämpfen muß. Die Eisverhältnisse diesseits
der Meerenge bilden häufig einen vollen Gegensatz zu den Eisverhältnissen der
anderen Seite.
Entspricht die Eisverteilung im gegebenen Jahre dem Typus d, so ist es
gleichgültig, welchen Durchgang zum Karischen Meere man benutzen will. In
allen Teilen des Meeres sind die Bedingungen gleich günstig. Am vorteil-
haftesten .ist es, den Jugorski Schar als den kürzesten Weg zu benutzen.
Endlich bei der Eisverteilung nach Typus e muß man den Versuch
machen, durch die südlichen Meerengen oder aber durch den Matotschkin Schar
einzudringen, da der Eisstreifen, der dem Ausgange dieser Meerengen vorlagert,
nicht breit ist, und auch seine Eismassen eine schwache Struktur haben. Sollte
aber der Versuch, durch diese Meerenge ins Karische Meer zu gelangen, nicht
von Erfolg gekrönt sein, so muß man sich nach Norden wenden, : .
Bei der Eisverteilung nach Typus e muß jeder Versuch, zu der Mündung
des Jenissei zu gelangen, von vornherein als mißglückt betrachtet werden.
3. Ehe man also entscheidet, welcher Weg ins Karische Meer und durch
dasselbe zu. der Mündung des Jenissei einzuschlagen sei, muß man sich
klar machen, wie die Eisverhältnisse für das gegebene Jahr im Karischen
Meere liegen werden. Die vorhergehenden Untersuchungen geben gewisse
Stützpunkte zur Lösung dieser Frage. Die Lage der Eisgrenze im Barents-
meer während der Monate Juni und Juli wird uns einen Hinweis geben
inbetreff dessen, ob zum Schluß des Sommers der Weg um das Nordende Nowaja
Semljas im betreffenden Jahre offen gefunden wird oder nicht. Läuft die Eis-
grenze im Juni nördlicher des 74. Breitengrades, im Juli nördlicher des 76.°, so
kann man darauf rechnen, daß der Weg um das Nordende Nowaja Semljas Ende
des Sommers eisfrei sein wird, gleichfalls auch der nördliche Teil des Karischen
Meeres, und daß dieser Weg demnach zu der Mündung des Jenissei für die
Schiffahrt frei sein wird. Ebenso kann man darauf rechnen, daß der Matotschkin
Schar verhältnismäßig früh vom Eise frei werden wird. Sollte aber die Eis-
grenze im Juni niedriger als der 74, Breitengrad liegen, im Juli niedriger als
der 76.°, so müssen wir uns von dem Wege um das Nordende Nowaja Semljas l108-
sagen. Man kann dann mit Sicherheit behaupten, daß dieser Weg vom Eise gesperrt
sein und der Matotschkin Schar sich spät vom Eise befreien wird. Auf diese
Weise kann die Frage über die Zugänglichkeit des Weges um das Nordende
Nowaja Semljas im August und September des gegebenen Jahres, und also auch
des Weges im nördlichen Teile des Karischen Meeres entschieden werden durch
Beobachtungen über die Lage der Eisgrenze des Barentsmeeres im Juni und
Juli. Was die Eisverhältnisse in den südlichen Meerengen und im südlichen
Teile des Karischen Meeres anbetrifft, so können wir darüber Auskunft erhalten
auf Grund der atmosphärischen Druckverhältnisse zweier Punkte, Klein-Karmakuli
auf Nowaja Semlija und Obdorsk an der Mündung des Ob. Erweist sich die