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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Lesshaft, E.: Das Karische Meer als Seeweg nach Sibirien; 
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der Barentssee sich befindet. Indem wir die Zahlen der zweiten Reihe der 
Tabelle III den Daten der zweiten Reihe der Tabelle IV vergleichen, können wir 
ersehen, daß ein verhältnismäßig frühesAufgehen des Eises im Matotschkin Schar 
dann stattzufinden pflegt, wenn die Eisgrenze der Barentssee im Monat Juli 
ziemlich weit nach Norden zurückgewichen ist, und zwar über den 76. Breiten- 
grad (im Jahre 1900 zog sich diese Grenze längs dem 75.8 Breitengrade). 
Bei einer solchen Lage der Eisgrenze in der Barentssee geht das Eis im 
Matotschkin Schar im Juli, spätestens in den ersten Tagen des August auf. Zieht 
sich dagegen die mittlere Eisgrenze in der Barentssee im Monat Juli unter dem 
75.8. Breitengrade, so wird die Meerenge bedeutend später eisfrei, und zwar im 
September oder in der zweiten Hälfte des August, ; 
Was die Eisgrenze im Juni und ihre Beziehungen zu dem Aufgang des 
Eises im Matotschkin Schar anbetrifft, so ist der Parallelismus ein weniger voll- 
ständiger als bei der Eisgrenze im Juli. In 14 Fällen von 16 entspricht einem 
frühen Aufgehen des Eises im Matotschkin Schar eine mittlere Lage der Eis- 
grenze im Juni nördlicher des 74. Breitengrades. Läuft die Eisgrenze im Juni 
südlich dieses Parallels, so wird der Matotschkin Schar verhältnismäßig spät 
eisfrei. Eine Ausnahme von dieser Regel bilden die Jahre 1900 und 1901. 
Gehen wir jetzt zu den südlichen Meerengen über und versuchen ‚wir es 
uns klarzumachen ob nicht etwa irgend ein bestimmter Zusammenhang besteht 
zwischen dem Zeitpunkt des Eisaufgehens in diesen Meerengen und der Lage 
der polaren Eisgrenze der Barentssee zur Zeit der Sommermonate, In der 
dritten Zeile der Tabelle IV ist mit den Buchstaben sp und fr das relativ späte 
oder frühe Aufgehen des Eises in den südlichen Meerengen angegeben. Als 
spätes Aufgehen wird die Zeit von Ende August bis Anfang September betrachtet, 
als frühes das Aufgehen des Eises bis zur Mitte des August. Der Vergleich 
der Zeit des Aufgehens des Eises in den südlichen Meerengen mit der Lage der 
polaren Eisgrenze der Barentssee im Juni und Juli, d.h. mit der mittleren 
Breitenlage dieser Grenze während der zwei Sommermonate (Tabelle III) läßt 
uns schließen, daß beiderseits gar kein Zusammenhang besteht, und der Vergleich 
der Daten der ersten drei Zeilen der Tabelle IV untereinander zeigt, daß 
gleichfalls kein Zusammenhang besteht zwischen der Zeit. des Eisaufgehens in 
den südlichen Meerengen einerseits und der des Matotschkin Schar und der 
Zugänglichkeit des Weges um das Nordende Nowaja Semljas anderseits, Nach 
der Lage der Eisgrenze im Barentsmeer kann also nicht auf die Zeit des Eisauf- 
gehens in den südlichen Meerengen geschlossen werden. Ebenfalls besteht gar 
keine Abhängigkeit des Eisaufgehens zwischen den südlichen Meerengen, dem 
Matotschkin Schar und dem Nordwege. Während die Eisverhältnisse um das 
Nordende Nowaja Semljas und im Matotschkin Schar mit denen im nördlichen 
Barentsmeer eng zusammenhängen, sind die Eisverhältnisse der südlichen 
Meerenge vom Barentsmeer vollkommen unabhängig und ohne irgendwelchen 
Zusammenhang. Der nördliche Teil der Barentssee, das Meer am Nordende 
Nowaja Semljas und der Matotschkin Schar bilden sozusagen ein Gebiet, in 
dem die Eisverhältnisse auf eine allgemeine Ursache zurückzuführen sind. In 
den südlichen Meerengen dagegen wirken andere Bedingungen, hier wirken auf 
die Eisverhältnisse andere Faktoren ein, von denen, wie wir weiter unten sehen 
werden, gleichfalls der Gesamtzustand des Eises im südlichen und südwestlichen 
Teil des Karischen Meeres abhängig ist. 
Uns bleibt nur noch übrig, das Verhältnis der Gesamteiszustände des 
Karischen Meeres zu der Lage der Eisgrenze des nördlichen Teiles der Barentssee 
aufzuklären. Zu diesem Zwecke vergleichen wir die letzte Reihe der Tabelle IV 
mit.den Zahlen der Tabelle III. In der letzten Zeile der Tabelle IV sind mit 
den Buchstaben a, db, c und d die Typen der Eiszustände im Karischen Meere 
bezeichnet, Durch Gegenüberstellung dieser Typen der: mittleren Breite der 
Eisgrenze des Barentsmeeres im Juni und Juli ist zu ersehen, daß der nörd- 
licheren Lage der Eisgrenze des Barentsmeeres (nördlicher als der 74. Breiten- 
grad im Juni und der 76.) im Juli) die Typen a. und d entsprechen; der süd- 
1) Eigentlich 75.9° N-Br.
	        
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