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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1914, .
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
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Die Witterung war im Monat November an der deutschen Küste bei einem
um 2 bis 3 mm zu niedrigen mittleren Barometerstande sehr mild und nieder-
schlagsreich; die Monatsmittel der Temperatur lagen um rund 3° höher als die
normalen. Die registrierten Windgeschwindigkeiten waren durchschnittlich nahezu
normal, und die Winde wehten vorwiegend aus südlichen bis westlichen Richtungen.
Stürmische Tage waren der 3. und 4. sowie der 19, bis 21. meist an der ganzen
Küste, der 16. und 18. an der Nordseeküste, vom 26. bis 31. frischte der Wind
an einzelnen Stellen der Küste bis zur Windstärke 7, vereinzelt auch bis zur
Stärke 8 auf. Nebliges Wetter herrschte am 1., am 9. und 10., am 24, und 25,
in einem größeren Teile der Küste. Tage mit vielfach heiterem Wetter waren
der 10. und der 23. bis 25. Gewitter wurden am 4,, 13., 15. und 26. an der
Nordseeküste, am 27, an der Nordsee- und Ostseeküste beobachtet,
Das deutsche Küstengebiet stand zunächst bis zum 10. unter dem Einfluß
von Tiefdruckgebieten, die vom Ozean ostwärts zogen; bei schwachen bis mäßigen
Winden aus westlichen Richtungen, die nur am 3. und 4, stellenweise zu Stärke 7
und 8 auffrischten, war das Wetter während dieses Zeitraumes mild und regnerisch;
mit 12 bis 13° C stellten sich in den ersten Tagen die höchsten Monatstempera-
turen ein.
Am 10. bedeckte hoher Luftdruck den zentralen Teil Europas, machte
aber schon am folgenden Tage einer ostwärts vordringenden ozeanischen Depression
Platz, die nach dem vorübergehend trockenen Wetter des 10. erneut eine Regen-
periode einleitete, die bis zum 22. reichte. Von größerem Interesse waren während
dieser Zeit zunächst der 15. und 16, wo beim Vorübergange von Tiefdruck-
ausläufern an der Nordseeküste vielfach steife und stürmische Winde auftraten,
ferner der 18. bis 21., wo sich zunächst nur an der Nordseeküste, später an der
yanzen Küste, im Gefolge von Tiefdruckausläufern und Teilminima verbreitete
stürmische Winde aus westlichen Richtungen einstellten, die vielfach die Stärke 9
erreichten.
Hieran schloß sich eine vom 23. bis 25, reichende Periode ruhigen, kälteren,
trockenen und vielfach heiteren Wetters, das im Gefolge eines von der Biskaya-
See ostwärts wandernden Hochdruckgebietes eintrat. Am 24. und 25. stellten sich
last an der ganzen Küste die tiefsten Monatstemperaturen ein, die nahe dem
Gefrierpunkt, stellenweise einige Grad darunter lagen.
Vom 26. ab herrschte wieder zyklonales Wetter, das bis zum Monatsschluß
dauerte und von einer anhaltend sehr lebhaften Luftbewegung begleitet war. An
fast allen Teilen der Küste kam es vielfach zu steifen und stürmischen Winden,
die in größerer Verbreitung am 27. und 30. auftraten und aus westlichen
Richtungen wehten.
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
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