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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

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. - Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1914, 
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richtung war die südöstliche bis nordöstliche. Stürmische Winde meist aus 
nordwestlichen Richtungen traten am 1. bis 4. Oktober fast an der ganzen Küste, 
am verbreitetsten an der östlichen Ostseeküste auf, Ferner wurden stürmische 
Winde aus östlichen Richtungen an vereinzelten Stellen der Küste am 20. und 
21. beobachtet. Schließlich waren noch der 29, bis 31. an der ganzen Küste 
stürmische Tage; auch hier war ihre Richtung fast ausschließlich die östliche. 
Gewitter wurden nur am 4. in Swinemünde und Ahlbeck-Seebad beobachtet. 
Nur an einem Tage, dem 15., war die ganze Küste frei von Niederschlägen. 
Tage mit vorwiegend heiterem Wetter waren der 13. bis 15. und im Westen noch 
der 6. Nebel trat öfters an einzelnen Stellen der. westlichen Nordseeküste auf, 
_ Bis zum 8. Oktober lag hoher Luftdruck über Südwest- oder Westeuropa, 
während Tiefdruckgebiete und Ausläufer von solchen über die Küste ostwärts 
fortschritten. Hierbei traten an den ersten vier Tagen des Monats an vielen 
Stellen der Küste, namentlich an der östlichen Ostseeküste, stürmische meist 
nordwestliche Winde ein. Mit Ausnahme des 6, Oktobers, wo der Westen des Küsten- 
gebietes meist heiteres Wetter hatte, war die Witterung regnerisch und frei von 
größeren Temperaturschwankungen; nur im äußersten Osten blieb es vom 5. ab 
ziemlich kalt. Hervorzuheben ist noch, daß am 1. Oktober fast an der ganzen 
Küste die Temperaturen die höchsten des ganzen Monats waren; sie erreichten 
18° bis 17°C. 
Am 9. machte sich eine Umwandlung zu einer neuen Witterungsperiode 
bemerkbar, indem das westliche Hochdruckgebiet ostwärts vordrang. Am 10. 
befand sich ein ausgedehntes Maximum über Nordeuropa mit einem bis zu den 
Alpen reichenden Ausläufer, Es verlagerte sich am 11. nach Nardosteuropa, und 
nun blieb, im Gegensatz zu der ersten Witterungsperiode, hoher Druck über 
Nordost- bzw. Osteuropa bestehen, während der westliche Kontinent fast an- 
dauernd von Tiefdruckgebieten bedeckt blieb. Besonders zu erwähnen ist während 
dieser Zeit zunächst der 13. bis 15., wo die deutsche Küste, obgleich sie größten- 
teils im Bereich des westeuropäischen Tiefdruckgebietes lag, sehr trockenes und 
teilweise heiteres Wetter hatte; die aus dem östlichen Hochdruckgebiet heraus- 
wehenden südöstlichen Winde waren wegen ihrer kontinentalen Herkunft relativ 
trocken. Dies änderte sich schon etwas mehr, als am 16. das Hochdruckgebiet 
sich nach Nordosteuropa verlagert hatte. Hiermit drehten die Winde nach Ost 
bzw. Ostnordost, so daß feuchtere Ostseeluft und damit stärkere Trübung des 
Himmels herbeigeführt wurde. Am 20. lag das Maximum des Luftdrucks in 
Höhe von 780 mm über dem Nordbotten, wogegen der Kontinent von einem Tief- 
druckgebiet bedeckt wurde. Hierbei entwickelten sich stellenweise steife und 
stürmische Winde aus östlichen Richtungen, die am folgenden Tage noch ver- 
breiteter wurden, als sich das genannte Maximum nach Mittelschweden verlagerte. 
Am 22, hatte der Gradient abgenommen, und nur ganz vereinzelt an der Öst- 
lichen Ostseeküste wehten noch steife Winde, Schließlich sind noch die drei 
letzten Monatstage besonders erwähnenswert. Das Maximum lag in Höhe von 
770 mm über Nordosteuropa, und über der deutschen Küste hatte sich ein ziemlich 
steiler Gradient eingestellt, der verbreitete stürmische Winde aus östlichen 
Richtungen zur Folge hatte. Diese Wetterlage blieb im wesentlichen auch an 
den beiden letzten Monatstagen bestehen, an denen an verschiedenen Stellen der 
Küste der Wind orkanartig zunahm. 
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, 
Berlin SW. Kochstraße 6$8—71.
	        
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