Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1914.
Anfang Oktober wehte der Monsun auf den westlichen Stationen noch
mit großer Stärke, an der Nordküste von Neu-Pommern sogar mit stürmischen
Böen. Weiter im Osten, in Namatanai und auf See südlich vom St. Georgs-Kanal,
dagegen nur mit mäßiger Stärke, Gegen das Ende des Monats wurden Wind-
stillen häufiger, oder es traten leichte südwestliche und nordwestliche Winde auf,
wie z. B. auf der Willaumez-Halbinsel und in Namatanai. Regen fiel in diesem
Monat selten. Überhaupt hat der SO-Monsun auch in diesem Jahr wenig Regen
gebracht, doch wird in dem Bericht nicht erwähnt, daß Wassermangel geherrscht
hat, so wie im vorigen Jahr auf der Gazelle-Halbinsel. Am meisten ausgeprägt
war der SO-Monsun auf See in dem Gebiet zwischen dem St. Georgs-Kanal und
den südlich davon im englischen Gebiet gelegenen Langhlan-Inseln, wo er von
Juni bis Oktober ununterbrochen zuerst stark, später mit mäßiger Kraft geweht
hat. Viel Regen ist in diesem Gebiet nur am Anfang und Ende des Monsuns,
im Juni und im September, gefallen.
Im November wurde zu Beginn des Monats in Friedrich-Wilhelms-Hafen
und in Rabaul noch SO-Wind beobachtet, recht bald setzten aber westliche, an
der Ostküste von Kaiser-Wilhelmsland besonders nordwestliche Winde ein, die
in den Böen viel Regen mit sich brachten. Auf Manus wehten leichte, ver-
änderliche Winde, vorwiegend aus nordwestlicher Richtung; letztere meistens in
Böen. Niederschläge gab es auch hier, doch nicht sehr viel.
Für die Monate Dezember 1913 und Januar 1914 fehlen die Beob-
achtungen aus den weiter Östlich gelegenen Stationen. Auf den westlichen
Stationen hatte der NW-Monsun im Dezember voll eingesetzt, mit stürmischen
Böen in Rabaul und auf Manus, mit mäßiger Stärke in Friedrich-Wilhelms-Hafen.
In letzterem Örte nahm er zuweilen eine mehr nördliche und nordöstliche
Richtung an und flaute nachts ganz ab, so daß sich Landwind bemerkbar
machte. Wir haben hier ein Anpassen des Monsuns an die Küstenform, wie es
auch früher und im vorigen Jahr zur Zeit des SO-Monsuns in der Buka-Straße
an dem Nordende von Bougainville und in anderen Gegenden des Schutzgebietes
beobachtet wurde. Regen fiel überall reichlich. Im Januar wehte der Monsun
in Rabaul und an der Südküste von Neu-Pommern mit mäßiger Stärke. In
letzterer Gegend traten auch zuweilen ziemlich starke SO-Winde auf, Nieder-
schläge waren reichlich gefallen, in Rabaul mehr als an der Südküste von
Neu-Pommern,
Erdbeben traten in Neu-Guinea und im Bismarck-Archipel häufig auf.
Nur die Insel Manus scheint erdbebenfrei zu sein. Weder S. M. S. »Planet« hat
dort während seiner Anwesenheit, noch hat die seit zwei Jahren errichtete
Kaiserliche Station auf der Insel je Erdbeben wahrgenommen. In der Blanche-
Bucht waren größere Erdbeben seit August 1912 ausgeblieben bis Ende Mai 1913,
zu welcher Zeit Rabaul nach Berichten von einem besonders heftigen, lokalen
Beben heimgesucht worden ist. .
Über Strömungen zur Zeit des NW-Monsuns wird berichtet, daß der
Strom an der Südküste von Neu-Pommern in südwestlicher Richtung setzte,
während an der Westküste von Bougainville eine nordwestliche Richtung an-
getroffen wurde. Südlich vom St. Georgs-Kanal setzte der Strom mit großer
Geschwindigkeit (1.3 Knoten) nach Süden. Dies entspricht vollkommen ‘den An-
gaben im »Atlas der Meeresströmungen in dem Indischen Ozean« und im Atlas
»Stiller Ozean. Beilage zum Segelhandbuch für den Stillen Ozean«, d.
2. Orkan zu Port Amelia (Portugiesisch Ostafrika) am 12. April 1914.
Über die Zerstörung von Port Amelia durch einen Zyklon berichtet der
Kaiserliche Konsul Herr P. Burggraf folgendes:
Am 10. und 11. April herrschten hier unbeständige Winde, aber nicht
besonders heftige.
Am 12. morgens 7® starker Südwind, kein Regen, aber bedeckter Himmel.
Luft klar.
Um 9% morgens weiterhin starker Südwind, noch kein Regen, aber unklare
Luft und starker Seegang. Von diesem Augenblick an beginnen meine Barometer-
beobachtungen, die ich den ganzen Tag über sorgfältig fortsetzte, Barometer
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