668 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1914.
eine bei Niedrigwasser trockene Klippe liegt und sich Untiefen !/, Sm weit süd-
östlich davon erstrecken. .
Eis, Blane Sablon friert etwa Mitte Dezember zu und fängt etwa Mitte
Mai wieder an aufzutauen. Die ersten Dampfer kommen gegen Ende Mai nach
der Bucht, die letzten Schiffe verlassen sie etwa am 20. Oktober. Das vom Norden
kommende Eis erreicht die Bucht gewöhnlich zwischen dem 26, Dezember und
20. Januar, Feldeis bildet sich im Winter, verschwindet aber endgültig Mitte
Juni, KEisberge kann man immer antreffen, wenige dringen jedoch bis Greenly-
Eiland westwärts vor.
Tiden. Die Hafenzeit für Blanc Sablon ist 10h 32min, die Springhochwasser-
höhe beträgt 1.5 m (5), die Nipphochwasserhöhe 0,9 m (3), der Nipptidenhub
0,4 m (1’%’).
it astene Der Flutstrom setzt gewöhnlich mit durchschnittlich 1!/, Sm
stündlicher Geschwindigkeit westwärts über den Ankerplatz und durch die Durch-
fahrt zwischen dem Festlande und den Inseln, der Ebbstrom setzt in entgegen-
gesetzter Richtung. Weht der Wind längere Zeit aus einer Richtung, so erreicht
der mit dem Winde setzende Strom manchmal 2!/, Sm Geschwindigkeit in der
Stunde. Weht der Wind gegen den Strom an, so kommt in der Durchfahrt
zwischen dem Festlande und den Inseln sehr hohe See auf, durch die gelegentlich
Boote zum Sinken gebracht werden, Besonders schlimm ist es beim Nordwest-
ende von Woody-Eiland, wo der zwischen den Eilanden durchsetzende Strom
den nördlich davon entlang laufenden trifft,
Ankerplatz. Siehe unter An- und Einsteuerung.
Fischerfahrzeuge kommen im Sommer auch häufig nach der kleinen Gulch-
Bucht, die 3/, Sm westlich von der Lazy-Huk zwischen zwei granitartigen Gebirgs-
vorsprüngen liegt. Das Anlaufen der Bucht ist jedoch gefährlich, da sie von
Klippen umgeben und so eng ist, daß Schiffe mit dem Heck zuerst hineingeholt
und mit Ketten an den Klippen an beiden Seiten der Bucht vertäut werden
müssen. Schiffsverluste kommen jedoch nicht häufig vor.
Hafenanlagen. Auf dem 6.4 m (21) hohen Landvorsprung im innersten
Ende der Bucht sind Ladebrücken der Firma Job. Brothers & Co.
Bootlandungsstelle. Können Boote an der Nordostseite von Woody-
Eiland nicht landen, so landen sie an der Westseite des Eilandes bei einer kleinen
viereckigen Klippe, the Cow House, an der Seite eines kleinen, aber tiefen Krieks,
Die Niederlassung und ihre nächste Umgebung wird von etwa 200 An-
siedlern bewohnt, die im Mai und Juni Robben schlagen und im Winter Pelz-
tiere jagen. Im Frühling kommen etwa 500 Fischer von der Ostküste Neu-
fundlands und liegen mit den Einheimischen zusammen dem Kabeljaufang ob.
Ein Dampfer kommt im Sommer und Herbst wöchentlich einmal von der
Bay of Islands nach Blanc Sablon. Einmal in der Fischzeit kommt auch ein
Dampfer von Quebec nach dem Hafen. Blanc Sablon ist an das kanadische
Telegraphennetz angeschlossen, die Telegraphenstation befindet sich auf dem
Sandstrande westlich. von der Flußmündung.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen werden in geringen Mengen von der
Firma Job. Brothers & Co, gehalten, man kann allenfalls 50 t bekommen. Die-
selbe Firma kann gewöhnlich auch Mehl, Salz und Fleisch liefern. Wasser
kann man bei Hochwasser aus dem Blane. Sablon-Flusse nehmen.
Die Grenze zwischen Kanada und Labrador läuft von der Lazy-Huk nord-
westwärts nach Kap Chidley an der Einfahrt zur Hudsen-Straße,
Kleinere Mitteilungen.
. . 1, Wind- und Wetterverhältnisse im Bismarck-Archipel vom Dezember
1912 bis Januar 1914 °). Nach Berichten des Kommandos von 5. M. S. »Planet«,
Anfang Dezember 1912 setzte der NW-Monsun mit viel Wind und Regen
ein, machte aber von Mitte Dezember ab bis Anfang Januar 1913 leichten
N Vol. auch diese Zeitschrift 1913. &. 3923 ff.