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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland, 
von dem Berge. war die Wassertemperatur 9.5° C und die Dichtigkeit 1015, die 
normale Wassertemperatur war 10.5° C und die Dichtigkeit 1023, 
Strom. Die Trift der tief eintauchenden Eisberge beweist, daß sich die 
Wassermasse von der Oberfläche bis zum Grunde an der Labradorseite im 
ganzen nach Südwesten bewegt. Selbst im Sommer 1898, wo es nur wenig Eis- 
berge gab, trieben diese trotz der anhaltend südwestlichen Winde längs der Küste 
von Labrador beständig nach Südwesten. ; 
Stürmischer Südwestwind mag ein schwaches Zurückweichen der Berge 
nach Nordosten verursachen, Ist der Sturm aber vorüber, so treiben die Berge 
gleich wieder südwestwärts bis. sie auf Grund kommen und liegen bleiben, Wenn 
sie: dann durch Abbröckelung von Eisstücken leichter werden und flott kommen, 
so treiben sie mit dem Strom wieder weiter. 
Alle Eisstücke treiben. an die Küste von Labrador; an die Küste von Neu- 
fundland treiben sie nie. Es wurde auch im Jahre 1898 an der Neufundlandseite 
kein Eis gesehen, nur ein kleiner Berg, der nicht in die Straße, sondern an- 
scheinend nach Nordosten trieb, wurde einige Seemeilen nördlich vom Kap 
Norman gesichtet. In demselben Jahre trieben alle Eisberge, soweit man sehen 
konnte, zwischen Belle Isle und Labrador durch in die Belle Isle-Straße hinein. 
Viele tauchten so tief, daß sie auf 100 m (55 Fad.) Wasser auf Grund kamen. 
Obwohl das aufgebrochene Eis an die Küste von Labrador treibt, so wurde 
doch auflandiger Strom nur südwestlich von der York-Huk beobachtet, 
In der Umgebung von Kap Norman wurde überwiegend nordöstlicher 
Strom beobachtet, und wahrscheinlich, obgleich südwestlich vom Kap nicht be- 
merkt worden ist, überwiegt auch an der Südostseite der Straße der nordöstliche 
Strom im allgemeinen etwas, Dies scheint dadurch bestätigt, daß an die ganze 
Küste von Neufundland große Mengen Treibholz, die wahrscheinlich aus dem 
St. Lorenzflusse kommen, antreiben, wogegen die Küste von Labrador frei davon 
ist. Für diesen Strom spricht auch. der Umstand, daß die Ladung eines mit Holz 
beladenen Schiffes, das Ende Juli 1898 südwestlich von Kap Sablon gestrandet 
war, kurz nach der Strandung teils längs der Küste von Neufundland, teils bei 
Green Island Brook (51° 24’ N-Br. 56° 30’ W-Lg.) an Land trieb, und daß an der 
Küste von Labrador.Kein Holz davon gesehen worden ist. ; 
Nebel. In der Straße von Belle Isle ist im Sommer’ dichter Nebel häufig, 
der manchmal mehrere Tage zur Zeit anhält. Im Jahre 1898 war von Juni bis 
September immer starker Nebel, einerlei ob der Wind aus Südwesten oder Nord- 
osten wehte. Bei südwestlichem Winde beginnt der Nebel am Südwestausgang 
der Straße und schiebt sich allmählich an der Küste von Labrador entlang. Es 
kommt dann häufig vor, daß er sich nur auf kurze Entfernung von der Küste 
erstreckt und es nach der Neufundlandküste zu klar ist. Bei nordöstlichem 
Winde ist der Nebel mehr auf beide Seiten der Straße verteilt, doch klart es 
fast immer zuerst an der Küste von Neufundland auf. Im Juli und August des- 
selben Jahres (1898) wurden während eines Zeitraumes von 40 Tagen an beiden 
Seiten der Straße gleichzeitig Beobachtungen über Nebel, Dunst usw. angestellt, 
wobei sich herausstellte, daß 60%, Nebel, Dunst usw. auf die Labradorseite, 40%, 
auf die Neufundlandseite der Straße entfielen. Im September desselben Jahres 
waren starke nordwestliche und westliche Winde mit klarem Wetter häufig, und 
Nebel trat nur an etwa 8 Tagen auf. Der Nebel hängt dicht über dem Wasser 
und der Küstenlinie, so daß manchmal, wenn auch selten, die Gipfel der Berge 
auf Labrador vom Topp aus gesehen werden können. 
Wassertemperatur. In der Belle Isle-Straße ist die Temperatur des Wassers 
an der Oberfläche sehr niedrig und verhältnismäßig niedriger als im St. Lorenz- 
Golf. An der Neufundlandseite fällt die Temperatur während der Schiffahrtszeit 
selten‘ unter 10° C und sie ist an dieser Seite im allgemeinen höher als an der 
Labradorseite der Straße; Unterschiede bis zu 11° C sind schon beobachtet 
worden, Bei einlaufendem Strom ist im September die Temperatur des Wassers 
von der Oberfläche bis zum Grunde unter 7° C. Man kann jedoch durch 
Messungen der Wassertemperatur nicht mit Bestimmtheit auf die Richtung des 
Stromes oder auf Eis in der Nachbarschaft schließen. 
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