Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland,
von dem Berge. war die Wassertemperatur 9.5° C und die Dichtigkeit 1015, die
normale Wassertemperatur war 10.5° C und die Dichtigkeit 1023,
Strom. Die Trift der tief eintauchenden Eisberge beweist, daß sich die
Wassermasse von der Oberfläche bis zum Grunde an der Labradorseite im
ganzen nach Südwesten bewegt. Selbst im Sommer 1898, wo es nur wenig Eis-
berge gab, trieben diese trotz der anhaltend südwestlichen Winde längs der Küste
von Labrador beständig nach Südwesten. ;
Stürmischer Südwestwind mag ein schwaches Zurückweichen der Berge
nach Nordosten verursachen, Ist der Sturm aber vorüber, so treiben die Berge
gleich wieder südwestwärts bis. sie auf Grund kommen und liegen bleiben, Wenn
sie: dann durch Abbröckelung von Eisstücken leichter werden und flott kommen,
so treiben sie mit dem Strom wieder weiter.
Alle Eisstücke treiben. an die Küste von Labrador; an die Küste von Neu-
fundland treiben sie nie. Es wurde auch im Jahre 1898 an der Neufundlandseite
kein Eis gesehen, nur ein kleiner Berg, der nicht in die Straße, sondern an-
scheinend nach Nordosten trieb, wurde einige Seemeilen nördlich vom Kap
Norman gesichtet. In demselben Jahre trieben alle Eisberge, soweit man sehen
konnte, zwischen Belle Isle und Labrador durch in die Belle Isle-Straße hinein.
Viele tauchten so tief, daß sie auf 100 m (55 Fad.) Wasser auf Grund kamen.
Obwohl das aufgebrochene Eis an die Küste von Labrador treibt, so wurde
doch auflandiger Strom nur südwestlich von der York-Huk beobachtet,
In der Umgebung von Kap Norman wurde überwiegend nordöstlicher
Strom beobachtet, und wahrscheinlich, obgleich südwestlich vom Kap nicht be-
merkt worden ist, überwiegt auch an der Südostseite der Straße der nordöstliche
Strom im allgemeinen etwas, Dies scheint dadurch bestätigt, daß an die ganze
Küste von Neufundland große Mengen Treibholz, die wahrscheinlich aus dem
St. Lorenzflusse kommen, antreiben, wogegen die Küste von Labrador frei davon
ist. Für diesen Strom spricht auch. der Umstand, daß die Ladung eines mit Holz
beladenen Schiffes, das Ende Juli 1898 südwestlich von Kap Sablon gestrandet
war, kurz nach der Strandung teils längs der Küste von Neufundland, teils bei
Green Island Brook (51° 24’ N-Br. 56° 30’ W-Lg.) an Land trieb, und daß an der
Küste von Labrador.Kein Holz davon gesehen worden ist. ;
Nebel. In der Straße von Belle Isle ist im Sommer’ dichter Nebel häufig,
der manchmal mehrere Tage zur Zeit anhält. Im Jahre 1898 war von Juni bis
September immer starker Nebel, einerlei ob der Wind aus Südwesten oder Nord-
osten wehte. Bei südwestlichem Winde beginnt der Nebel am Südwestausgang
der Straße und schiebt sich allmählich an der Küste von Labrador entlang. Es
kommt dann häufig vor, daß er sich nur auf kurze Entfernung von der Küste
erstreckt und es nach der Neufundlandküste zu klar ist. Bei nordöstlichem
Winde ist der Nebel mehr auf beide Seiten der Straße verteilt, doch klart es
fast immer zuerst an der Küste von Neufundland auf. Im Juli und August des-
selben Jahres (1898) wurden während eines Zeitraumes von 40 Tagen an beiden
Seiten der Straße gleichzeitig Beobachtungen über Nebel, Dunst usw. angestellt,
wobei sich herausstellte, daß 60%, Nebel, Dunst usw. auf die Labradorseite, 40%,
auf die Neufundlandseite der Straße entfielen. Im September desselben Jahres
waren starke nordwestliche und westliche Winde mit klarem Wetter häufig, und
Nebel trat nur an etwa 8 Tagen auf. Der Nebel hängt dicht über dem Wasser
und der Küstenlinie, so daß manchmal, wenn auch selten, die Gipfel der Berge
auf Labrador vom Topp aus gesehen werden können.
Wassertemperatur. In der Belle Isle-Straße ist die Temperatur des Wassers
an der Oberfläche sehr niedrig und verhältnismäßig niedriger als im St. Lorenz-
Golf. An der Neufundlandseite fällt die Temperatur während der Schiffahrtszeit
selten‘ unter 10° C und sie ist an dieser Seite im allgemeinen höher als an der
Labradorseite der Straße; Unterschiede bis zu 11° C sind schon beobachtet
worden, Bei einlaufendem Strom ist im September die Temperatur des Wassers
von der Oberfläche bis zum Grunde unter 7° C. Man kann jedoch durch
Messungen der Wassertemperatur nicht mit Bestimmtheit auf die Richtung des
Stromes oder auf Eis in der Nachbarschaft schließen.
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