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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1914, 
3. Korrektionstabelle für das Tiefsee-Umkippthermometer nach Richter. 
(Amtlich) Vgl. hierzu die nebenstehende Tabelle (S. 57). 
Für die ozeanographischen Arbeiten auf der Deutschen Seewarte wurde 
bereits vor längerer Zeit eine Tabelle der Kippthermometer-Korrektionen be- 
rechnet, die wegen ihrer Handlichkeit und Übersichtlichkeit brauchbar erscheint. 
Die Korrektionen wurden berechnet nach der Formel 
oA, n = vo--T, 
wo T und t die Ablesungen am Kipp- und Hilfsthermometer bedeuten, v, das 
auf den Instrumenten angegebene Volumen des abgerissenen Quecksilberfadens 
bis zum Teilstrich 0.0° C angibt. Die Rechnungen wurden ausgeführt für 
T—t=1-—28°, n = 80° -— 240°, und zwar auf hundertstel Grade. Die zweite 
Dezimale ist genau; beim Erhöhen wurden auch die dritte und vierte Stelle be- 
rücksichtigt, 0.0050 wurde nur erhöht, wenn dadurch die zweite Stelle eine gerade 
Zahl wurde, also 0.0150 = 0.02, 0.0250 = 0.02. 
4. Eine italienische Tabelle der Korrektionen für das Tiefsee-Umkipp- 
thermometer nach Richter. Von Dr, Guiseppe Feruglio wurde unlängst in 
»R. Comitato Talassografico Italiano, Memoria VII« unter dem Titel: X! termometro 
a rovesciamento Richter e tavole per la sua correzione. Venezia 1912 zum ersten 
Male eine ausführliche Tabelle der Korrektionen für das Tiefsee-Umkippthermo- 
meter nach Richter veröffentlicht, auf die hier besonders hingewiesen sei, 
Da die Ablesung des Kippthermometers in weitaus den meisten Fällen bei 
anderer Temperatur erfolgt, als sie das Tiefenwasser besitzt, in dem das Thermo- 
meter gekippt wurde, ist an dem abgelesenen Werte bekanntlich eine Korrektion 
anzubringen. Ihre Größe hängt ab von der Masse des abgetrennten Quecksilbers, 
dem Unterschiede der vom Hilfsthermometer angegebenen und der am Kipp- 
thermometer abgelesenen Temperatur sowie von dem Ausdehnungskoeffizienten des 
Quecksilbers, Es seien T, t die Angaben des Kipp- und Hilfsthermometers, V, das 
von dem bei 0° abgerissenen Quecksilberfaden eingenommene Volumen in °C aus- 
gedrückt. Dann ist die anzubringende Korrektion, da der Ausdehnungskoeffizient 
des Quecksilbers in der engen Thermometerröhre aus Jenaer Glas 16” 5 beträgt 
(der Ausdehnungskoeffizient für Quecksilber allein beträgt 0.000181 = ==, ein 
Wert, der infolge der gleichzeitigen Volumenänderung des Glases etwas ver- 
ringert wird) 
= Vo+D-M—4), 
6300 
Für diese Korrektionen hat Feruglio Tabellen aufgestellt für V,-+T = 60, 61, 
62 usw. bis 210, für T und t = 1°, 2°, 3° usw. bis 30°, Dies ist bei den in Betracht 
kommenden Temperaturen durchaus ausreichend, da V, bei den einzelnen Thermo- 
metern zwischen 70 und 200 schwankt. 
Die Korrektionen sind bis auf tausendstel Grade berechnet. Obgleich die 
endgültigen Temperaturen auf hundertstel Grade angegeben, die Korrektionen 
also auch nicht genauer gebraucht werden, ist dies angebracht, damit auch bei 
Interpolationen die Hundertstel genau werden. Doch entspricht die Genauigkeit 
der Berechnung nicht allen Anforderungen, die man an derartige Tabellenwerke 
zu stellen gewohnt ist. Schon eine flüchtige Betrachtung einer beliebig aus- 
gewählten Seite läßt Unstimmigkeiten erkennen. Die Differenzen zwischen den 
Korrektionen bei verschiedenen Werten für V, + T bei unveränderter Temperatur 
sind recht verschiedenartig, besonders für Temperaturen über 20°, sie springen 
zwischen benachbarten Zahlen von zwei auf fünf oder sechs Einheiten der dritten 
Dezimale. Eine Nachprüfung der Werte zeigte, daß z. B. von den 330 Korrektionen 
auf Seite 27, Vo + T = 160 — 170, nicht weniger als 189 in der dritten Stelle um eine 
bis drei Einheiten vom richtigen Werte abweichen. Es rühren diese Unstimmigkeiten 
von einer systematischen Ungenauigkeit der Berechnung her. Der Verfasser hat 
F 
offenbar zunächst Mar -1 berechnet auf vier Stellen nach dem Komma und 
Fortsetzung des Textes auf S. 58.
	        
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