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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

‚Los Vilos (Puerto Los Vilos). 
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und die bei schlechtem Wetter durch Brandung kenntliche Untiefe zu meiden, 
die etwa 1/„ Sm westnordwestlich von der Huk liegt. Nähert man sich dem 
Hafen, so passiere man in angemessenem Abstand westlich von der Insel Huevos 
und laufe zunächst auf die Insel Blanca zu, bis man den Kirchhof in der Peilung 
rw. 114° (mw. 07/8) hat. Dann verfahre man, wie vordem angegeben ist, 
Starker Nordstrom beeinflußt mitunter die Ein- und Aussteuerung. , 
Kapt. G. Rörden schreibt: »Von Norden kommend sichteten wir zuerst 
Kap Tablas und dann die Corales- oder Penitente-Klippe. Wir ließen diese Klippe 
etwa !/, Sm an B-B. und steuerten mit rw. 107° (mw. 01/,S)-Kurs in die Bucht 
hinein, bis die südwestlichen Ausläufer der Inseln Blancas und Verde in Linie 
kamen. Dann steuerten wir rw. 144° (mw. SO1/„O) und ankerten auf 16.5 m 
(9 Fad.) Wasser über Sandgrund, als der Leuchtturm auf der Insel Huevos rw. 
248° (mw. SW'/,W) und das höchste Haus am Lande mit hochgebautem Giebel 
rw. 180° (mw. Sz0!/,0) peilte. 
Das Einlaufen bei Nacht ist einem tiefgehenden Dampfer nicht zu empfehlen.« 
Auslaufen. Um die Bänke nordöstlich von der Insel Huevos zu meiden, 
sollte man nach Kapt. J. Henken zunächst auf die Insel Blanca zu halten; nach- 
her steuere man einige Seemeilen von der Küste ab. 
* Nach den N. f. S. 2767/12 hat ein die Reede von Los Vilos verlassender 
Dampfer am 30. Juni 1912 in folgenden Peilungen gestoßen: Huevos-Leuchtturm 
rw. 189° (mw. S1!/„,O), Penitente-Klippe rw. 301° (mw. WNW*!/,W). 
Leuchtfeuer, Siehe »Leuchtfeuer aller Meere«, Heft VIII, Tit. XII. Auf 
der Klippe Penitente ist ein Leuchtturm im Bau, auf dem ein unbewachtes Feuer 
angezündet werden soll. 
Lotsen sind nicht vorhanden, 
Schleppdampfer, Es ist nur ein kleiner Schlepper für Leichter am Orte, 
Quarantäne wird wie in allen chilenischen Häfen üblich gehandhabt, Ein 
Gesundheitspaß wird verlangt. 
Zollbehandlung ist sehr entgegenkommend., An Schiffspapieren werden 
verlangt: Segelerlaubnis vom letzten Hafen, zwei Manifeste, Mannschafts- und 
Passagierliste, Proviantliste. 
Ankerplatz auf der Reede. Der beste Ankerplatz soll etwas südöstlich von 
dem in der Karte eingezeichneten liegen. Die Schiffe liegen hier auf ziemlich 
schlichtem Wasser zwischen der Brandung auf den Bänken O’Higgins und Chaca- 
buco und der Schwell, die sich an der Ostseite der Bucht beinahe !/, Sm weit 
von der Küste erstreckt, 
Um diesen Ankerplatz zu erreichen, steuere man. auf der Längsaxe der 
östlichen Ladebrücke ein, bis das große hölzerne Kreuz auf der Insel Huevos in 
die Mitte der beiden höchsten Erhebungen der Insel kommt. Vorsicht ist ge- 
boten, damit das Schiff beim Schwaien nicht auf die Lynch-Bank stößt. 
D. »Holstein« ankerte auf 18 m (10 Fad.) Wassertiefe über gut haltendem 
Sandgrund. Vom Ankerplatze peilte die Ladebrücke für die Leichter vw. 185° 
(mw. S7/,O) und das Kreuz auf der Insel Huevos frei zwischen den beiden 
Bergen. Nach Ansicht des Kapitäns ist dieser Ankerplatz der beste, und man 
liegt in der Nähe der Leichter. 
Gezeiten. Die Hafenzeit für die Reede von Los Vilos ist 9b 40”in, die 
Hochwasserhöhe bei Springtide beträgt 1.7 m. 
Hafenanlagen. Es sind zwei Ladebrücken mit zwei Handkränen für Leichter 
vorhanden, Die Schiffe löschen und laden auf der Reede mit Leichtern und 
den an Bord befindlichen Winden. Das Laden soll langsam gehen. D. »Naimes« 
erhielt etwa 200 t Weizen täglich; es fehlte an Land an Arbeitern, Im Winter 
herrschen hier dieselben starken Nörder wie in Valparaiso. Auch treten starke 
Süder auf, die Seegang in die Bucht werfen, wodurch Löschen und Laden bis- 
weilen ‚ausgeschlossen wird. D. »Holstein« erhielt auch bei starkem Wind aus 
östlicher bis nordöstlicher Richtung keine Leichter. Kosten und Gefahr für die 
Ladung in den Leichtern trägt der Empfänger oder Ablader., 
Die Sehiffsboote landen an den Ladebrücken für Leichter.
	        
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