Herrmann, E.: Zu „System der Einwirkung von Sonne und Mond usw.“
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Also ist:
H = Aakbbetd H’ cos y= 7, H'siny = 4, H” cos y” = Abel
Demnach ergeben sich H, H’ und y’ hiermit in sehr einfacher Weise,
während a bereits aus den beiden errechneten Konstanten für jede dieser Epochen
sich ergibt.
Durch die Werte für acht um !/, Tag voneinander entfernt liegende Epochen
sind auch die Amplituden und Phasen der halbtägigen Perioden +2-360° in
gleicher einfacher Weise zu bestimmen und so weiter,
Leider aber sind die meteorologischen Terminbeobachtungen im allgemeinen
nicht in einer solchen gleichmäßigen Weise auf 24 Stunden verteilt, so daß nur
in ganz vereinzelten Fällen die vorstehende einfache Rechnung auszuführen ist.
Klimatologische und praktische Rücksichten haben wohl die Festsetzung dieser
Termine bestimmt und noch dazu zu manchen Änderungen in den Terminen der
Stationen im Laufe der Zeit geführt.
Dr. E. Herrmann.
Die Genauigkeit der astronomischen Ortsbestimmung auf See).
Von C. Wolff, Bremen,
Die Genauigkeit der astronomischen Ortsbestimmung auf See, welche trotz
aller Vollkommenheit der Kompasse immer noch die Grundlage der Navigation
auf offener See bildet, ist für den Schiffsführer eine wichtige, noch nicht genügend
beantwortete Frage, Wenn auch Fälle vorkommen, in denen Schiffe weite Ozean-
strecken lediglich nach Kompaß, Logge und Lot zurücklegen und ohne Zeit-
verlust das gewollte Ziel erreichen, ohne die Sonne oder sonst ein Gestirn er-
blickt zu haben, so wird doch der Schiffsführer jede sich bietende Chance wahr-
nehmen, um sich durch Gestirnshöhen Gewißheit über den Schiffsort. zu ver-
schaffen. Nach längerer Fahrt in unsichtigem Wetter stehen die Brückenoffiziere
stundenlang mit dem Sextanten klar, sobald die Möglichkeit da ist, daß Gestirne
durchkommen. Das gilt besonders vor dem Anlaufen des Landes nach. der Ozean-
fahrt, einer der schwierigsten. Aufgaben des heutigen Schiffsführers der Kauf-
fahrtei.
Ist es glücklich gelungen, ein paar Sonnenblitze in den Sextanten-
spiegeln aufzufangen oder zwei Sterne auf die Kimm herunterzuholen, und
ist nach einer Weile die Rechnung beendet, so wird sich der Kapitän die
Überlegung durch den Kopf gehen lassen, wie weit wohl der errechnete
Schiffsort Anspruch auf Zuverlässigkeit machen kann, ehe er ihn als neuen
Ausgangspunkt für die weitere Kurslegung annimmt. Mancher zum Optimismus
neigende Schiffsführer wird in der Übereinstimmung des astronomischen mit
dem gegißten Orte schon eine Art Garantie für die Richtigkeit beider erblicken,
was auch nicht als ganz unberechtigt angesehen werden darf. Zeigt sich da-
gegen ein großer Unterschied, so steigen ihm Zweifel auf. Die Richtigkeit
der Rechnung kann nachgeprüft werden. Aber beim Beobachten, Ablesen,
Notieren des Chronometers können sich Irrtümer eingeschlichen haben, nicht zu
vergessen die Unsicherheit der Kimm. Gibt das astronomische Besteck wirklich
Sicherheit?
Auf die Frage nach der Genauigkeit einer Höhe bleiben die meisten
Schiffsführer eine präzise Antwort schuldig: »Je nach Umständen«, »Etwa
vier Minuten, manchmal genauer, zuweilen stimmt’s ganz genau«. Breusings
Lehrbuch, 6. Aufl., S. 215 gibt die möglichen Fehler der Kimmtiefe bei deutlicher
scharfer Kimm auf 1 bis 2, bei ‚weniger guter Kimm auf bis zu 3’, ohne Be-
1) Das vom Verfasser dargestellte Verfahren ist bereits im »Lehrbuch der Navigation«, heraus-
zegeben vom Reichs-Marine-Amt, 2. Aufl. 1906, S. 270 u, ff., und in einem Artikel von Rottok: Be-
stimmung des wahrscheinlichsten Beobachtungsortes aus beobachteten Gestirnshöhen (»Ann. d. Hydr.
usw.« 1885, S. 605 u. 661) behandelt. D. Red.