Herrmann, E.: Zu „System der Einwirkung von Sonne und Mond usw.“ 607
Denn legt man der Rechnung Werte in stets gleicher Entfernung auf-
einander folgender Zeiten zugrunde, so schreiten die Werte von cos gt + « und
cos (p +) t-+£ von der einen ’zu der um die gewählte Zeiteinheit folgenden
Zeit in bezug auf die Winkel unter dem Kosinuszeichen in gleicher Weise um g fort,
wenn = -+n-360° ist, worin n eine ganze Zahl bedeutet, Bestehen nun neben
der Periode H cos gt +« die beiden Perioden H’ cos (pg + %) ta + y (w$=n 3609),
so summieren sich diese beiden Perioden zu
2H couspt+a cos wt-+ y = 2 H' cos g ta cos y.
Ändern sich für eine Zwischenzeit die Phasen für « um 6, für y um %,
so stellt sich die Summe der Werte zufolge der Periode mit der Winkel-
geschwindigkeit g und der Perioden mit den Winkelgeschwindigkeiten gr n 360°
für die Zwischenzeit.z dar durch nn
(H +2 H’ cos y-+3) cos pt +a-+ 6,
ö=gp—1U) $ = n-360° (z —)
ist, d, h. die Phasenänderung der Summe ist gleich der der Periode mit der
Winkelgeschwindigkeit 9. Die Amplitude der Summe erfährt jedoch eine Änderung
von H+2Hcosy in H + 2H’cosy +; ;
sie kann dabei auch ein entgegengesetztes Vorzeichen annehmen, in welchem Falle
dann die Phase um 180° geändert erscheinen würde. ;
Allgemeiner betrachtet, unter der Annahme, daß. neben der Periode
H cos gt + « noch zwei Perioden H’ cos (g + Y)t +8 41y(W=n- 360°) bestehen,
die also für ganze Werte von t zusammen “>
; - Hecospgt--a + 2Hcosgpt-+ Beosy
ergeben, erhält man durch die harmonische Analyse die Größen:
Ho cos ay = H cos a + 2H’ cos 8 cos y
und H, sin &og = H'sin « + 2H’sin ß cos y
für eine Zwischenzeit z: ;
H; cos & + 09 = H cos a + ö + 2 H’ cos 8 + ö cos y ++
und H, sin x + d, = Hsin « + 6 +2 H'sin 8 +68 cos y +
Danach ist
__ Hsin a +2 }H’ sin g cos 7 __.H sin 4 + 6 + 2 H’ sin g + 0 cos y +4
8.09 = Heosa-FZHcosßcosy ud 8 dot 09 = Heosarö +2 Hcosg-4 0csy +0
Daraus ergeben sich die beiden Gleichungen:
Hsinay— «+ 2H sin —Bcosy = 0 ; ;
Hsinea —a+ög—ö+ 2H’ sin 4 — 8 + 0° — öcosy + = 0.
Wenn ö,=6 ist, also wenn die Phasenverschiebung für die Zwischenzeit
der Winkelgeschwindigkeit @ entspricht, so wandelt sich die zweite dieser
Gleichungen um in
H sin % — & + 2H sin & — B cos y + & = 0.
In Verbindung mit der ersten ergeben sich für ö,=ö die Bedingungs-
gleichungen: ;
H’ sin x — ß (cos y — cos y + 9) = 0 und H sin «yg — « (cos y — cos y +4) = 0,
die nur erfüllt werden, wenn
1) 4 =ßB oder = ß + 180° und zugleich «g= « oder = & + 180° ist, d. i.
wenn ß = « oder == @ + 180° ist. Diese Bedingung schließt den Fall
H oder H’'’= 0 ein;
oder 2) cosy— cos y +4 = 0 -
Für die Amplituden Hy und H, ergeben sich nun die. Werte
Hol= HH! + AH’ cos ? y + 4H H’ cos 8 — a cos y
Hı?=H? + 4H’? cos? (y + I) + 4H H’ cos 8 — a cos y + +.
worin