Witting, R.: Zur Methodik- der‘ Bestimmung von geringen Ammoniakmengen usw. 608
gehalte denselben .Salzgehalt wie. in der Probe erhält, Aus Vergleichsmessungen
mit diesen zwei oder drei Lösungen wird dann der Ammoniakgehalt. leicht
hergeleitet. *.
B. Soll eine große Menge Proben untersucht werden, ist wohl das Konstantmachen
des Salzgehaltes die schnellste Methode, Man stellt‘ wie früher
ammoniakfreies reines Wasser und ammoniakfreies Meerwasser dar.. Aus diesen
stellt man dann Meerwasser von ungefähr dem mittleren Salzgehalte der Proben
oder, wenn die Proben von beinahe gleichem Salzgehalte sind, von etwas höherem
oder niedrigerem dar, und untersucht nach Zugabe von verschiedenen Ammoniakmengen
‚(man gebe hier immer dieselbe Wassermenge zu) den Verlauf der Lichtabsorption.
Danach bringe man durch Zugabe. von ammoniakfreiem Wasser,
das zu untersuchende Wasser auf denselben‘ Salzgehalt wie die Ammoniaklösungen,
was nur eine kleine Menge einer der ammoniakfreien Wässer erfordert,
Nach gemachter Messung der Lichtabsorption in dieser Lösung läßt sich aus dem
eben festgestellten Zusammenhange zwischen der Lichtabsorption ‚und dem
Ammoniakgehalte der. Ammoniakgehalt. der Lösung herleiten, und ergibt sich
daraus durch eine einfache Rechnung derjenige des Meerwassers, Wenn die
Arbeit längere Zeit dauert ist die Empfindlichkeit des Nesslers zu kontrollieren,
I. Wenn der Ammoniakgehalt sehr klein ist, muß der früher genannte
Kunstgriff verwendet werden,
IV.. Das Nesslerreagens soll speziell bei der unter I. und IIA, beschriebenen
Methode in genügend großer Menge hergestellt werden und unter Abschluß von
Licht und ammoniakhaltiger Luft aufbewahrt werden. Das Nesslerreagens "sowie
die Fällungsmittel, welche alle ammoniakfrei sein müssen — nur bei der vergleichenden
Methode, wenn exakt die gleichen Mengen der Fällungsmittel überall
verwendet werden, ist dies nicht nötig —, sollen mittels Byretten oder Ablaufpipetten
abgehebert werden können und, die dabei eindringende Luft durch ein
U-Rohr mit Schwefelsäure, Bimsstein und Glaswolle geleitet werden.
Zu „System der Einwirkung von Sonne und Mond
auf die atmosphärischen Vorgänge und seine Auswertung“.
In dieser Abhandlung sind in die Funktion, durch die die meteorologischen
Elemente in ihrer Abhängigkeit von Sonne und Mond darzustellen sein werden,
die fünf Winkelgeschwindigkeiten 7 der Erde in ihrer Bahn um die Sonne, v0 die
des tropischen Mondumlaufs, Ä@ die des tropischen Umlaufs der Knoten, © die des
tropischen Umlaufs des Perigäums und y die der Umdrehung der Erde um ihre
Achse (siehe unter Gruppe I) eingeführt worden,
Ohne die Zahl dieser Elementarperioden zu vergrößern und die Grundanschauungen
zu ändern, können sehr wohl auch andere Perioden an Stelle der
eben genannten in die Funktion eingesetzt werden. Es ist dies zunächst eine
Frage der Auffassung der physikalischen Bedeutung und Wirkung der Elemente
der Mond- und der Erdbahn, die zusammen mit der Umdrehungsgeschwindigkeit
der Erde um ihre Achse derartig zueinander in Beziehung stehen, daß sie stets
auf fünf Elemente sich zurückführen lassen.
So wird man an Stelle der oben angenommenen Gruppe I, auch folgende
Gruppe II setzen können: die Winkelgeschwindigkeiten %, 0, y wie in Gruppe IL,
0, die Winkelgeschwindigkeit des drakonitischen, und Tor die des anomalistischen
Mondumlaufs, Eine dritte Gruppe, Gruppe III, ließe sich bilden aus den Winkelgeschwindigkeiten
7, 0, Tor ® und 79. Eine Gruppe IV würde enthalten können
die Winkelgeschwindigkeiten 0, 04, 00, Y und 0, die Winkelgeschwindigkeit des
synodischen Mondumlaufs, Aus den Gleichungen
0=0—0, 0=0—0, In=0—N
1) »Ann. d, Hydr. usw.« 1914, S. 121 ff.