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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1914.
gleich zu erhalten, den Wässern, welche weniger Ammoniumchloridlösung er-
hielten, eine entsprechende Menge destillierten Wassers zugegeben. Das Meeres-
wasser wurde in hohe Standzylinder gegossen, und wenn das Wasser anfangs gut
umgerührt wurde, setzte sich der Niederschlag in ein paar Stunden ab. Die
klare Flüssigkeit wurde abpipettiert, Nessler zugefügt und die Lichtabsorption
gemessen. Auf diese Art wurden die in der Tabelle XII gegebenen Zahlen er-
halten. Die darin angegebene Zahl von Minuten bedeutet, wie früher, die seit
der Zugabe von Nessler verflossene Zeit.
Tabelle XII. Meerwasser (S — 5,59%) mit Kalilauge gefällt. e bei 500 «u, auf Luft
bezogen. Nessler I, 1: 100.
Zeit
Min,
Ammoniak mg p.1 zugegeben
0.001 0014 1 0071 | 6107 1 0.43 | 0214 1 0.286 | 0,357
17 0.0073 | 0.0077 | 0.0105 0.0136 0.0186 | 0.0340 | 0.0656 | 0.0791
25 0.0076 | 0.0080 ' 0.0113 | 0.0153 | 0.0202 | 0.0368 ' 0.0684 | 0.0839
Der Extinktionskoeffizient desselben Wassers ohne zugefügten Nessler be-
trug 0.0040. Die Figur 5 zeigt uns die Resultate. Wie wir sehen, verlaufen die
Kurven regelmäßig, und es tritt deutlich hervor, daß die gemessene Licht-
absorption eine Funktion des Ammoniakgehaltes ist. Bei der Ammoniakzugabe
von 0.05 mg p. 1 entspricht schon eine Einheit der vierten Stelle in £ der dritten
Stelle in dem Ammoniakgehalte, in mg p. 1 gemessen.
Das so behandelte Wasser war aber nicht wie das nesslerisierte destillierte
klar; es entstand nämlich eine trübende Fällung, in welcher bei Durchsicht
kleine Körnchen wahrzunehmen waren, die nach einigen Stunden auf der unteren
Hälfte des Absorptionsrohres eine bräunliche, feinkörnige Niederschlagsschicht
bildete.
10. Fällung von Sulfat, Caleium und Magnesium. Da zu vermuten war, daß
das Sulfat des Meerwassers hierbei mitwirkte, wurde auf ähnliche Art in dem-
selben Wasser von der Station F 69 nach ähnlicher Zugabe von Ammonium-
chlorid durch Zusatz von 1: 100 BaCl,-Lösung (122 g p. 1) und von 1:100 KOH-
Lösung (1:4) die Fällung von Sulfat, Calcium und Magnesium erzeugt. Die
Untersuchung der nesslerisierten Lösung ergab:
Tabelle XIIJ. Meerwasser (S =— 5.59%) mit Baryumchlorid und Kalilauge gefällt. & bei 500 uw
auf Luft bezogen. Nessler HM, 1:100.
Zeit
Minuten
— Ammoniak mg p- zugegeben a.
0.00 | 0.086 | 0071 | 0143 | 0214
|
20 | 0.0046 | 0.0054 0.0084 | 0.0179 | 0.0474
50 0.0048 | 2 1 0.0095 0.0230 0.0555
Auch hier ist die erhaltene Lichtabsorption deutlich eine Funktion des
Ammoniakgehaltes (siehe Figur 5) und jetzt war das Meerwasser nach der
eben beschriebenen Behandlung bei Zufügen des Nesslers ebenso klar wie das
destillierte Wasser. Die Kurven verlaufen sogar steiler als in dem vorher-
gehenden Falle.
11. Vergleich der Fällungsmethoden. Wir sehen also, daß es möglich ist, den
Ammoniakgehalt auf diesem Wege zu bestimmen. Die Genauigkeit der Bestimmung
hängt aber von der Schärfe ab, mit welcher der Extinktionskoeffizient bestimmt
werden kann. Um diese festzustellen wurde der zeitliche Verlauf der Nessler-
Reaktion bei diesen zwei Verfahren genauer verfolgt, weiter auch bei Zugabe
von Kalilauge und Soda, wie bei der Frankland-Armstrongschen Methode‘),
und schließlich bei Zusatz von Kalilauge, Soda und Baryumchlorid. Die
Tabellen XIV und XV enthalten die so gewonnenen Resultate.
\ Tiemann-Gärtner, 8. 115.