accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

596 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1914. 
gleich zu erhalten, den Wässern, welche weniger Ammoniumchloridlösung er- 
hielten, eine entsprechende Menge destillierten Wassers zugegeben. Das Meeres- 
wasser wurde in hohe Standzylinder gegossen, und wenn das Wasser anfangs gut 
umgerührt wurde, setzte sich der Niederschlag in ein paar Stunden ab. Die 
klare Flüssigkeit wurde abpipettiert, Nessler zugefügt und die Lichtabsorption 
gemessen. Auf diese Art wurden die in der Tabelle XII gegebenen Zahlen er- 
halten. Die darin angegebene Zahl von Minuten bedeutet, wie früher, die seit 
der Zugabe von Nessler verflossene Zeit. 
Tabelle XII. Meerwasser (S — 5,59%) mit Kalilauge gefällt. e bei 500 «u, auf Luft 
bezogen. Nessler I, 1: 100. 
Zeit 
Min, 
Ammoniak mg p.1 zugegeben 
0.001 0014 1 0071 | 6107 1 0.43 | 0214 1 0.286 | 0,357 
17 0.0073 | 0.0077 | 0.0105 0.0136 0.0186 | 0.0340 | 0.0656 | 0.0791 
25 0.0076 | 0.0080 ' 0.0113 | 0.0153 | 0.0202 | 0.0368 ' 0.0684 | 0.0839 
Der Extinktionskoeffizient desselben Wassers ohne zugefügten Nessler be- 
trug 0.0040. Die Figur 5 zeigt uns die Resultate. Wie wir sehen, verlaufen die 
Kurven regelmäßig, und es tritt deutlich hervor, daß die gemessene Licht- 
absorption eine Funktion des Ammoniakgehaltes ist. Bei der Ammoniakzugabe 
von 0.05 mg p. 1 entspricht schon eine Einheit der vierten Stelle in £ der dritten 
Stelle in dem Ammoniakgehalte, in mg p. 1 gemessen. 
Das so behandelte Wasser war aber nicht wie das nesslerisierte destillierte 
klar; es entstand nämlich eine trübende Fällung, in welcher bei Durchsicht 
kleine Körnchen wahrzunehmen waren, die nach einigen Stunden auf der unteren 
Hälfte des Absorptionsrohres eine bräunliche, feinkörnige Niederschlagsschicht 
bildete. 
10. Fällung von Sulfat, Caleium und Magnesium. Da zu vermuten war, daß 
das Sulfat des Meerwassers hierbei mitwirkte, wurde auf ähnliche Art in dem- 
selben Wasser von der Station F 69 nach ähnlicher Zugabe von Ammonium- 
chlorid durch Zusatz von 1: 100 BaCl,-Lösung (122 g p. 1) und von 1:100 KOH- 
Lösung (1:4) die Fällung von Sulfat, Calcium und Magnesium erzeugt. Die 
Untersuchung der nesslerisierten Lösung ergab: 
Tabelle XIIJ. Meerwasser (S =— 5.59%) mit Baryumchlorid und Kalilauge gefällt. & bei 500 uw 
auf Luft bezogen. Nessler HM, 1:100. 
Zeit 
Minuten 
— Ammoniak mg p- zugegeben a. 
0.00 | 0.086 | 0071 | 0143 | 0214 
| 
20 | 0.0046 | 0.0054 0.0084 | 0.0179 | 0.0474 
50 0.0048 | 2 1 0.0095 0.0230 0.0555 
Auch hier ist die erhaltene Lichtabsorption deutlich eine Funktion des 
Ammoniakgehaltes (siehe Figur 5) und jetzt war das Meerwasser nach der 
eben beschriebenen Behandlung bei Zufügen des Nesslers ebenso klar wie das 
destillierte Wasser. Die Kurven verlaufen sogar steiler als in dem vorher- 
gehenden Falle. 
11. Vergleich der Fällungsmethoden. Wir sehen also, daß es möglich ist, den 
Ammoniakgehalt auf diesem Wege zu bestimmen. Die Genauigkeit der Bestimmung 
hängt aber von der Schärfe ab, mit welcher der Extinktionskoeffizient bestimmt 
werden kann. Um diese festzustellen wurde der zeitliche Verlauf der Nessler- 
Reaktion bei diesen zwei Verfahren genauer verfolgt, weiter auch bei Zugabe 
von Kalilauge und Soda, wie bei der Frankland-Armstrongschen Methode‘), 
und schließlich bei Zusatz von Kalilauge, Soda und Baryumchlorid. Die 
Tabellen XIV und XV enthalten die so gewonnenen Resultate. 
\ Tiemann-Gärtner, 8. 115.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.