Diekermann, C.: Die Windverhältnisse an der vorpommerschen Küste usw. 595
südöstlichen Winde hohe Prozentzahlen auf, Am. seltensten sind Winde aus
nördlicher Richtung.
Die Windverhältnisse ergeben sich ja naturgemäß aus der Luftdruck-
verteilung, die allgemein hier für alle Orte dieselbe sein muß. Wenn sich trotz-
dem merkliche Unterschiede herausstellen, so sind diese als eine Folge lokaler
Einflüsse anzusehen. Wir haben auch bei ihnen, wie ich schon früher für
Wustrow gezeigt habe, im Frühling und Sommer, in denen das Meer durch-
schnittlich doch kälter ist als das Land, ein Wehen der Winde vom Lande hin
anzunehmen; in den übrigen Jahreszeiten dagegen umgekehrt. Putbus jedoch
zeigt dies nur schwach. Wenn eben der Einfluß der allgemeinen Luftdruck-
verteilung gering wird, wie er durch den Gegensatz von Maximum und Minimum
bedingt ist, so werden sich die Windverhältnisse einer Küstenstation durch den
Gegensatz zwischen Ostsee und Binnenland regeln.
Wie sehr die Notierungen von Windstillen, d, h. des Stärkegrades 0
nach der Beaufort-Skala, der persönlichen Auffassung einzelner Beobachter unter-
worfen sind, geht aus Tabelle 18 hervor. Alle Stationen zeigen wesentlich von-
einander abweichende Werte. Die niedrigste Zahl der Stillen hat Putbus, die
größte Wustrow; doch überall ist eine deutliche jährliche Periode ausgeprägt.
Das Maximum fällt, mit Ausnahme von Wustrow, auf den Sommer, und zwar
meistens auf die Monate Juli und August. In Wustrow verschiebt es sich auf
den Herbst, und zwar auf den September, Den Wintermonaten hingegen fällt
das Minimum der Windstillen zu, und zwar für Swinemünde und Wustrow dem
Monat Januar, und für Putbus dem November. Greifswald hat die geringste
Zahl im Frühling, nämlich im April und Mai. Die Summe der Windstillen im
Sommer und Herbst ist nahezu doppelt so groß als die im Winter und Frühling.
Tabelle 18.
Verteilung der Windstillen (in Prozenten).
Station
Swinemünde. ....
Putbus. ,......,
Greifswald. .....
Wustrow.......
A 3123 D |
881.1 5518| el |ä|5l®
3155/83 la ll all |2|81E|8|E1
3 Ss | | SS B zz 5 & | X © SS hiS | Ss &
SIE ZI B1SZ1al= |E|E MH
2.0
0.7
2.9
4.1
35 29|8.2 29 45 18 46
),7 08/08 0.3 )4 28 85 24 .ı
26/1018 "18 29.385748 33
465.7 5.7| 6.4] 6.9| 80| 7.5 | 9.51 8.4
45
3.9
8.1
DE
4.2
7.4
3.8
19
Ä
5.7
*2.9
“0,8
„7
a.
3.0‘
1,0
1.8 |
5.9
4.6
2,5
4.2 |
7.5
3,8
1.4
4.1
8.7
(Schluß folgt.)
Zur Methodik der Bestimmung von geringen Ammoniakmengen
mit besonderer Berücksichtigung der Meerwasseranalysen.
Von Dr. Rolf Witting, Helsingfors, I (Schluß,
III. Versuche, die bei den Meerwasseranalysen störenden Bestandteile durch
Fällung zu entfernen.
9. Füllung von Calcium und Magnesium. Wie schon früher erwähnt, sollte
versucht werden, die zeitraubende Destillation zu umgehen.
In erster Linie sind es Ca und Mg, welche die Nesslerreaktion im Meer-
wasser verhindern, da der Hydratniederschlag den Nesslerniederschlag mitreißt,
Es wurde daher versucht, diese zwei Elemente vorher zu entfernen, und zwar
wurde zum Meerwasser von der finnischen Station F 69 von 5.59 9/9 Salzgehalt,
welchem verschiedene Mengen Ammoniak zugegeben war, Kalilauge der Konzen-
tration 1:4 im Verhältnis 1:100 zugefügt. Dabei wurde, um den Salzgehalt