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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Diekermann, C.: Die Windverhältnisse an der vorpommerschen Küste usw.

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kleinsten Häufigkeitszahlen zeigen die Winde mit östlicher Richtung. Nach
ihrer Häufigkeit geordnet stehen sie folgendermaßen zueinander:
SW S SO NW W N NO ©
Eine Übersicht über die Verteilung auf die einzelnen Quadranten ergibt
die folgende Tabelle: ;
Jahreszeitliche Häufigkeit der Winde zu Wustrow in den Quadranten
(in Prozenten).
' so | sw | xw

Winter ,
Frühling .
Sommer. .
Herbst .

13.6 25.1 39.0 17.9
23.6 *21.0 28.1 22.4
15.0 *13.3 32.1 31.5
*13.9 23.9 34.58 20.0

Es tritt auch hier deutlich ein Überwiegen der Winde aus dem Südwestquadranten
 hervor. Ein sekundäres Maximum zeigt im Winter und Herbst der
Südostquadrant, dagegen im Frühling der Nordost- und im Sommer der Nordwestquadrant,
 Das Minimum liegt im Winter und Herbst im Nordost-, im
Frühling und Sommer im Südostquadranten. Diese Tabelle zeigt ferner, daß
im Frühling die Verteilung der Häufigkeitszahlen, wie auch schon aus Tabelle 2
hervorging, eine viel gleichmäßigere ist wie in den übrigen Jahreszeiten, Auffallend
 ist, daß wir im Winter, wo das Meer doch als wärmer angesehen werden
darf als das Land, ein Maximum der Winde aus dem Südostquadranten haben,
während die aus dem Nordost- und Nordwestquadranten zurücktreten; im
Sommer hingegen, in dem das Wasser im allgemeinen kälter ist als das Land,
haben wir ein Vorherrschen der Winde aus dem nordwestlichen Quadranten zu
verzeichnen, Es tritt somit deutlich hervor, daß neben dem Einfluß der allgemeinen
 Luftdruckverteilung, wie er durch den Gegensatz zwischen den barometrischen
 Maximen und Minimen bestimmt ist, vor allem der Einfluß des
Meeres auf die Richtung des Windes sich geltend macht, wozu noch als ein
nicht zu unterschätzender Faktor die Küstenkonfiguration hinzutritt.
Tabelle 2 enthält auch die Häufigkeit der 16 Windrichtungen in den
einzelnen Monaten, und zwar ergaben sich bei der Verteilung über die einzelnen
Monate natürlich analoge Verhältnisse, wie bei der jahreszeitlichen Übersicht, Auf
den ersten Blick erkennt man, daß in jedem Monat wieder der Südwest ein Maximum
aufweist, ja sogar das Hauptmaximum; nur in drei Monaten — Mai, Juni, Juli —
zeigt er ein sekundäres Maximum, während sich das Hauptmaximum auf den
Nordosten, Nordwesten bzw. Westen verschiebt. Bei der Betrachtung der einzelnen
Monate werde ich den meist überwiegenden Südwest außer acht lassen und nur
die Verteilung der Häufigkeitszahlen auf die anderen Richtungen untersuchen,
Die Monate — Januar, Februar, März, November und Dezember —
zeigen ziemlich die gleiche Anordnung der einzelnen Windrichtungen nach ihrer
Häufigkeit, An erster Stelle steht bei allen der Südost, dem dann der Südwind
folgt. Es ist dies ja, wie wir schon oben erwähnt haben, der Einfluß der Ostsee,
der sich hier geltend macht, und zwar die Zeit der kälteren Wintermonate, in
denen das Wasser einen größeren Wärmegrad aufweist als das Land, so daß
wir mit einem Druckgefälle vom Lande zum Meere. hin zu rechnen haben, also
Winde aus südlicher und südöstlicher Richtung. Die geringsten Zahlen zeigt bei
allen fünf Monaten der Ost.
Der April und Mai zeigen beide neben der SW-Windrichtung den
Nordost als häufig. Der April hat weiterhin noch ein Maximum der Winde
aus Südost; er dürfte als der Übergangsmonat zu den Sommermonaten zu
betrachten sein. Hohe Prozentzahlen haben bei beiden der Nordwest und
West. Doch ist der Unterschied in der Häufigkeit wesentlich geringer, als
bei den übrigen Monaten, und die einzelnen Windrichtungen stufen sich in der
Häufigkeit ziemlich gleichmäßig gegeneinander ab. Man wird nicht fehlgehen,
auch hierin ein Charakteristikum für die Übergangsjahreszeit zu erblicken.
            
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