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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1914.
Ein Vergleich zwischen den beobachteten Amplituden a, und den theore-
tischen zeigt in übersichtlicher Weise folgende Tabelle. Die Übereinstimmung
zwischen Beobachtung und Theorie ist eine außerordentlich befriedigende. Hin-
sichtlich des Vorzeichens ist die Übereinstimmung eine vollkommene, In einigen
Fällen ist der theoretische Wert etwas kleiner als der beobachtete, was jedoch
nicht viel zu bedeuten hat, da ja die Hubhöhen an der Küste durch das Seichter-
werden des Wassers etwas vergrößert werden, In beigegebener Figur ist in
graphischer Darstellung die sehr gute Übereinstimmung zwischen den beob-
achteten und theoretischen Werten gegeben. ,
Tabelle II.
Quer-
schnitt
Bl
Mi
g
X
M 4
Beobachtete Werte a, (mit umgekehrten Zeichen für die
dalmatinischen Stationen)
Grado (0.0) 2. .0.000000000004 4
Pirano (20.4), Triest (17.7), Grado 0.0) . .
Rovigno (18.5), Parenzo (12.1), Porto Corsini (13.5) , ... .
Fiume (22.6), Rabaz (24.7), Porer (10.5), Pola (19.6), Rovigno (18.5) ... .
Zengg (27.2), Veglia (22,3), Cherso (20.1), Unie (20.0), Porer (10.5) . . .
Novaglia (17.1), Lussinpiecolo (22.6), Arbe (23.5), Zengg (27.2), Ancona (17.9).
Punte Bianche (27.0), Novaglia (17.1), Ancona (17.9) 0.000000
Sestrice (11,2), Zaravecchia (13.4), Eso (18.3), Zara(17.8), S. Benedeto del Tronto (8.6;
Zuri (7,4), Sebenico (7,5), Sestrice (11.2), Zaravecchia (13.9), S. Benedeto del
Tronto (8,6) 2 200
Rogoznica (8.2), Zuri (7.4), Sebenico (7,5), Ortona (6.2).
Spalato (5.2), Ortona (6.22) . 0.0.0.0... 4 4
Lesina (8.7), Tremiti (— 20) . 0.000000
Vallegsande (2.9), Makarska (1.5), Vieste (2.3), Manfredonia (— 1.9)
Trstenik (— 1.8), Vieste (2.3), Manfredonia (— 1.9)
Ragusa (— 1.6). .0.0.00.00.000.0.2.0 1
Ragusa (— 1.6), Meljine (— 4,7), Barl (— 11.0)
Budua (— 4,7} .
Brindisi (— 5.0).
5 Theor.
Mittel ;
] . ) Wert
IN CM |; em
0.0
12.7
14.7
‚9.2
20.0 |
21.7
20.7
13 Q
0.0
8.1
16.9
18.6
18.3
18.4
17.0
147
96° 9.6
3| 4.1
371 42
34 24
12 08
05 —L0
16 —08
3.2! —08
47 —12
‚—19
5.01 —33
— | — 386
‘26
Es gilt somit als erwiesen, daß die zur freien Längsschwingung im nord-
westlichen wie im südöstlichen Teile der Adria hinzutretende Querschwingung
ausschließlich dem Einflusse der Erdrotation entstammt, daß somit auch die im
nordwestlichen Teile der Adria auftretende Amphidromie in dem Eingreifen der
Erdrotation ihren physikalischen Grund hat.
Durch den von Prof. R. v. Sterneck erbrachten numerischen Beweis, daß
tatsächlich die ablenkende Kraft der Erdrotation die Ursache von Querschwin-
gungen ist, kann die Theorie der halbtägigen Gezeiten im Adriatischen Meere
als abgeschlossen angesehen werden. Wir sind so ziemlich über alle wichtigeren
Punkte, was ihre Ursache und Entwicklung betrifft, orientiert. Auch betreffs
der ganztägigen Gezeiten sind wir durch meine oben erwähnte Arbeit im wesent-
lichen orientiert; sie bilden die Längsschwingung in der Adria, als Bucht gegen
das Jonische Meer aufgefaßt. Durch periodische Verschiebungen von Wasser-
massen 24stündiger Dauer durch die Straße von Otranto hebt und senkt sich
der Wasserspiegel mit Amplituden, die an der Straße von Otranto sehr klein
sind und angenähert linear nach Norden hin zunehmen. Die kräftige Ausbildung
dieser ganztägigen Gezeiten beruht ebenfalls auf der Tatsache, daß, wie ich
zuerst nachgewiesen habe, das Adriatische Meer als Bucht des Jonischen Meeres
aufgefaßt eine Eigenschwingung nahe an die 24 Stunden besitzt. Auch den ganz-
tägigen Gezeiten kommt so fast der Charakter von freien Schwingungen zu.
Linienschiffskapitän W. v. Kesslitz hat mir brieflich einen Einwurf gegen
die Annahme, daß die Amphidromie durch die auf den Einfluß der Erdrotation
zurückzuführende Querschwingung hervorgebracht sei, mitgeteilt, »Warum
äußert sich die ablenkende Kraft der Erdrotation nur bei der halbtägigen Welle