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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

554 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1914, 
erhält man durch Elimination von S die beiden »dynamischen« Wasserstands- 
gleichungen 
AG — AH —48(4AKr -— 481) + 5.3 (Juni) 
AG — AH =7.6(4Kr — 48) + 3.5 (Dezember). 
In diesen Gleichungen sind die Wasserstandsverhältnisse dynamisch mit- 
einander verbunden durch den Einfluß der Erdrotation auf die unter diesen 
Verhältnissen entstehenden Ströme. 
Der Verfasser stellt ein Beispiel dieser Gleichungen graphisch dar, wobei 
aber nicht der Wasserstand in Hornbaek, sondern der in Aarhus benutzt ist, um 
die Möglichkeit einer weiteren Ausdehnung des Quasinivellements zu betonen. 
Die graphische Darstellung zeigt einen deutlichen Zusammenhang in den Pentaden- 
mitteln im Juli und November zwischen den Differenzen AKr — 4 8S1 (Strömung 
durch den Großen Belt) und den gleichartigen Differenzen AA — 4G. 
Die Figur zeigt ferner, wie zu erwarten, ein durchaus verschiedenes Ver- 
halten der beiden Jahreszeiten, indem (wie im Öresund) im November ein be- 
deutend stärkerer Niveaufall zur Hervorrufung einer gewissen Stromstärke als 
im Juli erforderlich ist. Ein Quasinivellement zwischen Gjedser und Aarhus 
führt, wenn man 481 — AKr == 3.1, entsprechend der Stromstille im Großen Belt 
setzt, zu einem Höhenunterschied der Generalmittelwasserstandspunkte in Aarhus 
und Gjedser, der im Juli 7.5 cm, im November 24.0 cm beträgt. 
Indessen zeigt sich, daß die Abweichungen hier recht bedeutend sind. Es 
kann dies daran liegen, daß die Windverhältnisse wahrscheinlich einen merklichen 
Einfluß auf die Wasserstandsverhältnisse des Kattegats ausüben, namentlich durch 
Hervorrufen von Oberflächenströmungen, die veranlassen, daß die Erdrotation 
ihre Wirkung geltend machen kann. Hiermit steht möglicherweise auch in Ver- 
bindung, daß, abgesehen von den Stromverhältnissen, ein geringer Zusammen- 
hang zwischen den Windverhältnissen und der Wasserstandsdifferenz AH — 4A 
besteht. Ob die Windmonatsmittel, wie im ersten Abschnitt, durch den Luft- 
druck in dem Viereck Shetlandsinseln, Calais, Krakau, Älandsinseln bestimmt 
werden, oder ob der mehr lokale Wind im Kattegat vom Luftdruck in dem 
Viereck Randers, Odense, Kopenhagen, Anholt abhängt, die Wasserstandsdifferenz 
AH — 4A wird für stilles Wetter im November ungefähr 8 cm sein, während sie im 
Juli 0 cm ist. Doch zeigen sich hierbei noch manche Widersprüche, so daß es 
scheint, als wenn die Verhältnisse im Kattegat weit komplizierter sind als in 
den früher betrachteten Gewässern, für die der Wind von ganz untergeordneter 
Bedeutung war. 
Eine Gesamtübersicht über die vorläufig berechneten Höhenunterschiede 
der verschiedenen Stationen ist in der folgenden Tabelle enthalten. Unter der 
Überschrift »Kote für 0« ist für jede Station die Höhe ihres Generalmittel- 
wasserstandspunktes über der durch den Generalmittelfwasserstandpunkt von 
Hornbaek gelegten Geoidfläche gegeben, und zwar für Juli und Oktober-November. 
Für 04 ist die Kote im November gleich 0 cm gesetzt, für alle übrigen Stationen 
ist die Berechnungsweise unter der Tabelle angegeben. 
Als Anwendung der angeführten Werte ist in der Tabelle eine Berechnung 
der Höhenkoten des Mittelwasserstandes in der ruhigen Periode vom 19. Oktober 
bis zum 9. November 1897 beigefügt (Om Nullhöhe, Strom bei Lappegrund 1.28 Sm 
per Stunde). Aus diesen Höhekoten und denen der Generalmittelwasserstands- 
punkte im Oktober-November ist der Wasserstand der betreffenden Stationen 
berechnet (Hornbaek und teilweise Aarhus bilden Ausgangspunkte), und in der 
letzten Kolonne sind die tatsächlich gemessenen Mittelwasserstände zur Ver- 
gleichung angeführt. Die Wasserstandsverhältnisse in dieser Periode sind be- 
sonders interessant, weil der Wind hier kaum einen merklichen Einfluß auf den 
Wasserstand gehabt haben kann, während seine Abhängigkeit von den Strom- 
verhältnissen (die mathematische Relation zwischen beiden) als bekannt anzu- 
sehen ist. Bei Korsör ist der Wasserstand 2.4 cm höher gemessen als der 
berechnete Wert, aber der Pegel hat nicht einwandfrei in dem betreffenden Zeit- 
raum gearbeitet. Für die anderen Stationen ist die Rechnung innerhalb 1 cm 
richtig und die Übereinstimmung somit größer, als man erwarten konnte.
	        
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