352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1914.
7 mm zu berechnen, obwohl der Abrundungsfehler der benutzten Wasserstände
mehrere Millimeter beträgt und obwohl die mittlere Abweichung eines Pentaden-
mittels des Wasserstandes bei Slipshavn in demselben Zeitraum + 127 mm ist.
Man erkennt auch hier, wieviel größer die Willkür ist, wenn man Lücken des
Materials nicht berücksichtigt, als wenn man sie mit Hilfe der Parallelgleichung
ausfüllt. Die besprochenen systematischen Abweichungen bewirken übrigens, daß
man den mittleren Fehler eines Monats nicht aus dem einer Pentade durch
Division mit V6 erhalten kann.
Allein auf Grund der Fehler bei der Schätzung der Stromstärke bei
Lappegrund ist es mit dem vorliegenden Material nicht möglich, eine so große
Genauigkeit, wie hier angegeben ist, durch lange Zeiträume und in verschiedenen
Jahreszeiten beizubehalten. Um bessere Resultate zu erhalten, müssen die Strom-
beobachtungen für den Öresund verbessert und von den persönlichen Fehlern
der Beobachter und der besonderen Lage des Feuerschiffes Lappegrund befreit
werden.
Mit dem gegenwärtigen Material würde es außerordentlich schwer, wenn
nicht unmöglich sein, die vorkommenden Abweichungen von der Parallelgleichung
in den Teil zu zerlegen, der den Unvollkommenheiten und Fehlern des Materials
entspricht, und den Teil, der von besonderen Ursachen abhängt. Es scheint in-
dessen, daß ein Teil der Abweichungen durch inzwischen stattfindende Ände-
rungen der Form der Erdkruste bedingt ist, In gewissen Perioden würde die
Proportionalitätskonstante unverändert bleiben, während die additive Konstante,
die dem Quasinivellement entspricht, um einige Zentimeter von dem normalen
Wert abweicht. Doch ist dies vorläufig nur als eine Andeutung anzusehen.
Der von der Däuischen Gradmessung durch Präzisionsnivellement be-
stimmte Höhenunterschied zwischen den Generalmittelwasserstandspunkten (Ende
1902) in Korsör und Slipshavn kann als 3,55 cm angenommen werden mit einem
mittleren Fehler von -+- 8.7 Halbmillimetern‘).
Dieser Wert stimmt gut mit dem durch Quasinivellement erhaltenen über-
ein. Trotzdem ist der Verfasser der Ansicht, daß der mittlere Fehler des Prä-
zisionsnivellements beim Übergang über den Großen Belt, nämlich + 8.7 Halb-
millimeter, viel zu klein ist, so daß das Quasinivellement das genaueste Resultat
ergeben hat.
Der mittlere Fehler des Präcisionsnivellements ist aus den mittleren Fehlern
von Nivellements nach zwei verschiedenen Methoden erhalten, von denen die eine (die
reziproke Methode) einen mittleren Fehler von + 10.9, die andre (Nivellement aus der
Mitte) einen solchen von -+- 14.5 Halbmillimetern hatte?). Die Gewichte der Resul-
tate beider Methoden standen im Verhältnis von 1.8 zu 1. Aber keiner der an-
geführten partiellen Mittelfehler ist ein einfaches Maß der Genauigkeit des Resul-
tates, das man nach der betreffenden Methode erhalten hat; denn die veröffent-
lichten Gruppenresultate zeigen eine deutliche systematische Verteilung, während
der mittlere Fehler berechnet ist, wie wenn sich die einzelnen Gruppenresultate
um den wahren Wert nach dem typischen Fehlergesetz gruppierten. Dies ist
jedoch nicht der Fall, wie folgendes zeigt.
Das Resultat nach dem Nivellement aus der Mitte besteht aus 761 Einzel-
nivellements, von denen 360°) im Jahre 1896 von der sogenannten tiefen Station
und 401°) im Jahre 1897 von der sogenannten hohen Station erhalten worden
sind. Von den Messungen aus dem Jahre 1896 sind 179 Nivellements im August
vorgenommen, während 181 erst am 19. September beginnen. Teilt man das
Material der tiefen Station in diese beiden natürlichen Gruppen, so geben die
Augustbeobachtungen allein ein Resultat, das um 87 Halbmillimeter von dem
Mittel des Septembernivellements verschieden ist; teilt man die Messungen der
hohen Station, die als die besten bezeichnet werden, in zwei ebenso natürliche
') Den Danske Gradmaaling. Ny Raekke, Hefte 4, S. 50.
?) A. a. O0. 8. 28 u. 46.
ö A. a, O0. 8.43 bis 44,
1 A. 8. O0. 8. 45 bis 46.