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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Hasenkamp, H, v.: La Cours Untersuchungen über das sogenannte Quasinivellement. 547 
Nach dem Vorhergehenden ist es wahrscheinlich, daß durch das Quasi- 
nivellement eine sehr genaue Bestimmung des Höhenunterschiedes zweier ent- 
fernter Fixpunkte ausgeführt werden kann und daß die Lage der festen Erd- 
kruste zur Geoidfläche periodischen jährlichen Änderungen unterliegt. Ein sehr 
auffallendes Ergebnis hiervon ist die Nichtübereinstimmung der durch das Quasi- 
nivellement und durch das geometrische Präzisionsnivellement bestimmten Höhen- 
unterschiedes der Fixpunkte in Hornbaek und Gjedser, eine Nichtübereinstimmung, 
die auf Grund der jährlichen Änderung des Höhenunterschiedes im Durchschnitt 
sicherlich nicht so groß ist, wie oben angegeben (19.3 -+ 2.57 cm), die aber doch 
kaum durch den mittleren Fehler der Berechnung erklärt werden kann. Will 
man die Richtigkeit des durch das Quasinivellement erhaltenen Ergebnisses auf- 
recht erhalten, so müssen solche Fehlerquellen bei dem Präzisionsnivellement 
nachgewiesen werden, daß der größte Teil der Differenz zwischen den beiden 
Nivellementsarten zu erklären ist. 
Der Verfasser sucht nun diese Nichtübereinstimmung durch die Einwirkung 
der durch das Quasinivellement nachgewiesenen periodischen Bewegungen der 
Erdkruste auf das geometrische Nivellement zu erklären. Ein ausgedehntes 
Präzisionsnivellement erstreckt sich in der Regel über eine Reihe von Jahren; 
wird nun vorzugsweise in gewissen bestimmten Jahreszeiten gearbeitet, so muß 
man die endgültige Höhenbestimmung (auch die Nivellementspolygone) aus 
Einzelstücken zusammensetzen, die vorzugsweise dann gemessen sind, wenn sich 
die Erde in derselben Stellung befunden hat, Dieses Verhalten kann sich in den 
mittleren Fehlern nicht bemerkbar machen, gleichgültig ob diese aus den Diffe- 
renzen von Doppelnivellements oder aus dem Schlußfehler der Polygone be- 
rechnet werden, 
Die Frage kann natürlich entschieden werden durch eigens zu diesem 
Zweck ausgeführte passende Probenivellements in anderen Jahreszeiten. Bis 
diese einmal ausgeführt werden, liegt nur ein geringes Material der Präzisions- 
nivellements von Seeland vor, das zur Untersuchung der Frage verwandt werden 
kann, das aber ausreicht, eine spezielle Untersuchung als wünschenswert erscheinen 
zu lassen, da offenbar in der angewandten Methode systematische Fehler ent- 
halten sind. . 
Das Präzisionsnivellement auf Seeland besteht aus 30 Linien, von denen 
fünf zweimal gemessen wurden, zuerst in den Jahren 1897 und 1898, wo haupt- 
sächlich im Sommer nivelliert wurde, das zweitemal in den Jahren 1903 und 
1904, wo man vorzugsweise im Herbst arbeitete, Jedes Nivellement besteht aus 
einem Vor- und Rückwärtsnivellement. In der Veröffentlichung der Grad- 
messung!) sind ungefähr für je 1’), Kilometer die Differenzen der vor- und rück- 
wärts gemessenen Höhenunterschiede angegeben; vergleicht man die im Sommer 
gefundenen Differenzen mit den im Herbst gefundenen, so zeigt sich ein aus- 
geprägter systematischer Unterschied, 
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht dieses Verhaltens, 
Herbst 
Linie 
Länge 
in Kilometern 
Nummer 
LIT 
Anzahl > 
Tot 
Anzahl 
mm 
mm 
ACC 
18 
19 
Un 
14 
29 
28 
197 
44,7 
98,9 
88,3 
3,6 
107 
1 8 
1 16 | 
3 14 
0 x 
2 4 
— 8,2 4 
125 | 10 
40,9 11 
1,9 ; 
A A 
5 
6 
6 
1 
Summe ... | 86 
) —262 | 8 | 2 | —542 | 80 | 20 
Die Tabelle enthält zunächst die Nummer und die ungefähre Länge der 
Nivellementslinien in Kilometern. Ferner enthält sie nach Sommer und Herbst 
yzetrennt die Summe der Differenzen zwischen Vor- und Rückwärtsnivellement 
1) Den Danske Gradmaaling, Ny Raekke, Hefte 8.
	        
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