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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Hasenkamp, H. v.: La Cours Untersuchungen über das sogenannte Quasinivellement. 545

Energie im Wasser enthalten ist!), wenn dieses den Sund verläßt, und unter der
Annahme, daß die Strömungsgeschwindigkeit bei dem Feuerschiff Lappegrund
gemessen werden kann, ist die erwähnte Arbeit nahezu gleich 24,3S =0.468s cmsec-1,
Schreiben wir also die Gleichung VIIL in der Form
0.4685 = 20.6 —-(dH — 46) ° 20.00.0.0.0.0.4., (X)
so ist die Größe auf der linken Seite.in gem gemessen die Arbeit der Geoidkräfte,
 wenn 1 g Wasser durch den Öresund geht unter den auf der rechten
Seite angegebenen Wasserstandsverhältnissen. Bei den im Öresund im allgemeinen
 vorkommenden Strömungen wächst die Transitreibung praktisch genommen
proportional der Stromgeschwindigkeit und ist für eine Geschwindigkeit 1 emsec-}
gleich 0,468 gem. Die Proportionalitätskonstante in Gl. X gibt also die Arbeitsgröße
 an, die angenähert nötig ist, um jedes Gramm Oberflächenwasser mit einer
Geschwindigkeit von 1 emsec—! und einem Niveaufall der Oberfläche von 0.468 cm
von Gjedser bis Hornbaek durch den Sund zu treiben, ;
Während die eine Konstante der Wasserstandstromgleichung ein Maß für
die Reibung, ausgedrückt als Arbeit ist, gibt die andere Konstante das Resultat
des Quasinivellements zwischen Hornbaek und Gjedser im Oktober und November.
Wird nämlich in der Gleichung S=0 oder s= 0 gesetzt, so erhält man
AH —4G=206 0000000100000. XD
„ Sofern die Geoidkräfte die einzige Ursache der Oberflächenströmung durch
den Öresund bilden, was ja sehr nahezu der Fall ist, muß eine Mittelwasserstandsfläche
 bei Stromstille der Geoidfläche ‚parallel sein. Die Gleichung XI
besagt, daß der Wasserstand bei Hornbaek bei Stromstille 20.6 cm höher gefunden
wird als bei Gjedser, so folgt, daß der Generalmittelwasserstandspunkt in Gjedser
20.6 cm höher liegt, als der Generalmittelwasserstandspunkt in Hornbaek, Rechnungen,
 von denen der Verfasser nur das Resultat anführt, ergeben den mittleren
Fehler dieses Quasinivellements zu 1.49 em. Dieser Höhenunterschied von
20.6 + 1.49 cm weicht sehr bedeutend von dem von der Dänischen Gradmessung ?)
durch Präzisionsnivellement bestimmten ab, der für dieselben Punkte (die
Generalmittelwasserstandspunkte Ende 1907) 1.25 cm beträgt mit einem mittleren
Fehler, der nach der Fehlertheorie des geometrischen Präzisionsnivellements
+ 0,14 V225 = + 2.1 cm zu setzen ist’), wo 0.14 den von der Gradmessung angegebenen
 Kilometerfehler für das Nivellement auf Seeland*) darstellt, während
225 den Nivellementsabstand beider Punkte in Kilometer bedeutet, Die Differenz
der beiden Höhenbestimmungen ist aber 19.3 + V(1.49)* + (2.1)? == 19.3 + 2.57 cm,
kann mithin nicht als zufällig angesehen werden.
Der Verfasser kommt später auf diese Frage zurück und bemerkt zunächst
nur, daß der durch Präzisionsnivellement bestimmte Höhenunterschied offenbar
zu klein und der durch Quasinivellement erhaltene weit wahrscheinlicher ist,
Es ist bei der engen Verknüpfung von Strömung und Fall der Wasserstandsfächen
 ganz unwahrscheinlich, daß ein Generalmittelstrom von 0.75 Sm per
Stunde, wie er tatsächlich vorhanden ist, im Öresund auftreten kann bei einem
Fall der Generalmittelwasserstandsfläche von 1.25 cm. Auch ein anderer Grund
spricht für die Unwahrscheinlichkeit dieses geringen Höhenunterschiedes. Der
Mittelstrom durch den Öresund wird infolge der Erdrotation einen‘ höheren
Wasserstand an der schwedischen Küste als an der seeländischen hervorrufen;
bei dem vorhandenen Mittelstrom würde dieser Höhenunterschied etwa 4 cm
betragen. Es ist nun kaum möglich, daß ein Höhenunterschied von 1.25 cm in
der Oberfläche längs dem Öresund einen solchen Strom hervorrufen sollte, der
in der Querrichtung einen noch größeren Höhenunterschied hervorbringen könnte,
Im Anschluß hieran zeigt der Verfasser, daß die Konstanten der Wasserstands-1)

 Für die Geschwindigkeit 1 cmsec—1 ist die kinetische Energie 5. =0.0051 gem. Für
100 cmsec—1 (ungefähr 2 Sm in der Stunde) ist sie 5.1 gem. Die Transitreibung ist. in diesem Falle
46.8 gem,
2) A. a. O. S. 81,
) S. z.B. W. Jordan, Handbuch der Vermessungskunde. Bd, IT, 8 118, 6, Aufl,, 1904. v.H,
% Den Danske Gradmaaling, Ny Raekke, Hefte 8, S. 38 und 44.
            
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