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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Witting, R.: Zur Methodik der Bestimmung von geringen Ammoniakmengen usw, 535 
bündel (links) die Ablesung «,, nach dem Umtausch, also mit der Lösung 2 im 
selben Bündel a, so ist 
log tg x, — log tg «x, 
81 — 82 = — 
Es ist dies also eine leicht berechnete und in einigen Minuten ausgeführte Be- 
obachtung. . ; 
Da ja das Licht nicht absolut monochromatisch sein muß, können die 
Spalten so reguliert werden, daß man bei Helligkeitsoptimum arbeitet; dieses 
tritt schon bei mäßig geöffneter Spalte ein. Bei Licht von den oft angewandten 
Wellenlängen 500 uw und 660 uu wurde eine Okularspalte von etwa 0.3 mm, einer 
Breite des benutzten Spektralgebietes von bez, 5 und 14 uw im reinen Spektrum 
entsprechend benutzt. Die Objektivspalte war dabei etwa 0.5 und 0.3 mm breit, 
welches einer Linienverbreitung, d. h. der Ausbreitung einer exakt monochroma- 
tischen Linie von 4 und 6 uw entspricht, 
Wenn man etwa 5 Beobachtungen in jeder Lage vornimmt, oder wenn 
man, mit veränderlichem & arbeitend, Ablesungen erst in der Lage I, dann in 
der Lage II und sodann wieder in der Lage I macht, so kann mit einiger Übung 
der mittlere Fehler in @ zu etwa -+ 0°%06 herabgedrückt werden, welches bei 
25 em Rohrlänge einem mittleren Fehler in &, —e, um etwa -| 0.00005 bei 
einer Rohrlänge von 12 cm um -+ 0.00011 entspricht, 
Von Bedeutung kann noch der Fehler sein, welcher durch Verunreinigung 
aus der Laboratoriumsluft entsteht; bei technisch destilliertem Wasser, also 
Wasser von einigem Ammoniakgehalt, konnte eben darum bei 500 uu der Ex- 
tinktionskoeffizient bei verschiedenen Analysen sogar um einige Einheiten in der 
vierten Dezimalstelle verschieden. ausfallen. 
5. Das benutzte Nesslerreagens, die Ammoniumlösungen. Das Nesslerreagens 
wurde nach der Vorschrift von Ringer und Klingen‘) hergestellt. . 
»In 100 cm® wurde 35 g Jodkalium gelöst; dieser Lösung wurde unter 
Umrühren eine unter Erwärmung erhaltene Lösung von 16 g Quecksilberchlorid 
in 300 cm? Wasser zugesetzt, bis ein bleibender Niederschlag entstand.« 
‚Weiter wurden 200 g reines Kaliumhydroxyd in 600 cm° Wasser gelöst 
(diese Lösung wurde dann auf Zimmertemperatur abgekühlt) und die Lösung 
langsam unter Umrühren zu der Kaliumquecksilberjodidlösung gegeben, Nach 
einigem Stehen bei möglichstem Abschluß von Luft war das Reagens nahezu 
klar .,.* 
Raben hat ein Nesslerreagens verwendet, daß etwa 25%, weniger Alkali 
und etwa 25%, mehr HgJ,-2KJ enthält, dessen Empfindlichkeit aber nach 
Ringer und Klingen nicht größer ist als die des eben beschriebenen Reagenses, 
Es möge hier noch darauf hingewiesen werden, daß Winkler?) ein Reagens 
verwendet, wo das Quecksilberchlorid durch Quecksilberjodid ersetzt ist, und 
zwar in den Mengenverhältnissen HgJ, : KJ: NaOH : H,O wie 10:5:20: 100. 
Zur Variierung der Ammoniakmengen wurden Ammoniumchloridlösungen 
benutzt; aus einer Ausgangslösung von NH, C18.148 gr in 1000 cm} wurden 
Lösungen von 0.1 und 0.005 mg NH, per cm® bereitet, Da das hierzu ver- 
wendete destillierte Wasser einen Ammoniakgehalt von etwa 0.07 mg p. 1 hatte, 
ist der Gehalt in den Lösungen de facto um 0.00007 mg per cm* höher. 
Die Herstellung der untersuchten Lösungen wird später in casu beschrieben 
werden. 
II. Untersuchung der Lichtabsorption in nesslerisierten Wässern. 
6. Das Absorptionsspektrum. Die zwei unten folgenden Tabellen geben uns 
den Extinktionskoeffizienten für einige herausgegriffene Punkte im Spektrum für 
gewöhnliches, also ammoniakhaltiges, destilliertes Wasser und für dasselbe Wasser 
u S. 10a a. O. 
% Chem, Centr, Blatt. 1899. S. 320.
	        
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