524 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1914,
VII. Durchsteuerung der Bucht und Anstenerung des Munda-Gebietes.
Ansteuerung der Corisco-Bucht wie vorstehend. Dann mit Kurs rw. 105°,
bis Mosquito Point rw. 8° peilt. Dieser Kurs führt frei von den in NO-licher
Richtung weit vorspringenden Bänken der Corisco-Insel.
1. Größere Schiffe fahren am besten weiter mit Kurs rw. 157°, bis das
Felsriff (Bake) rw. 90° peilt und das Lot die Überschreitung der 10 m-Grenze
der Munda-Bank anzeigt. Der Kronensand ist dann gerade frei von der Nord-
ostspitze von der Banye-Insel. Auf der Bank sind bei diesem Kurs nicht unter
7 m Wasser, Von da ab fährt man weiter mit Kurs rw. 146° auf den Baum
Südhuk zu. Dieser Kurs führt wieder auf tieferes Wasser, Bei der weiteren
Einsteuerung ist dauernder Gebrauch des Lotes dringend notwendig, in
Anbetracht der zu erwartenden Verschiebung und Änderung der steilabfallenden
Sände und des unregelmäßigen Stromes.
Mit dem Kurse von rw. 146° kann man entweder die Östlich von der
Busimba-Insel gelegene tiefere Rinne des Munda-Flusses unter vorsichtigem
Passieren der Munda-Bank (5 m Wasser) aufsuchen, oder bei Erreichen der 10 m-
Grenze mit rw. 180°-Kurs auf die Busimba-Insel zuhalten und etwa 1.3 Sm nörd-
lich von der Assimba-Insel mit westlichem Kurse in die tiefe Rinne zwischen
den Munda-Inseln und dem französischen Festlande einsteuern. Die hierbei zu
passierende Schlick- und Sandbank hat bei Mt. Spr. Nd-Wss, nur etwa 3 m Wasser.
2. Kleinere Schiffe können anstatt mit Kurs rw. 157° auch mit Kurs
rw. 149° die schmale Rinne östlich von der Munda-Bank unmittelbar aufsuchen
und nach Passieren des Steinriffs auf dieser Bank in der Rinne mit Kurs rw. 169°
weiterfahren,
Ankerplätze. Vor den Niederlassungen ist überall guter Ankergrund.
Bezüglich der Faktoreien und Ansiedelungen im Munda-Gebiet vgl. Ankerplatz
unter VII.
Kleinere Mitteilungen.
1. Sibigo. (Amtlich) Ergänzung zum Shb. für den Ostindischen Archipel, I. Teil, 1908,
S.210. Quellen: Fragebogen Nr. 6462 von Kapt. H. Stahl, D. »Harburg«, vom Jan, 1914, Niederl,
Shb. f. d. Oost-Indischen Archipel, Deel I, dritte Aufl. v. Jahre 1912. D. Adm-Krt. Nr. 358,
Malakka-Straße und nördlicher Teil der Westküste von Sumatra. Niederl. Adm-Krıt. Nr. 251.
Simeuloe; Nr. 166, Loegoe Sibigo und N. f. S. bis einschließlich 1099/14.
Sibigo ist ein seit dem 1. Jan. 1914 eröffneter Hafen an der Nordostküste
der Insel Simeuloe, vor der Westküste von Sumatra. Der Hafen liegt in der
Südostecke der geräumigen, ringsherum von Land eingeschlossenen Loegoe Sibigo-
Bucht, die für Schiffe jeden Tiefganges jederzeit zugänglich ist und auf 36 bis
40 m (20 bis 22 Fad.) Wasser guten Ankerplatz bietet, Das Dorf Sibigo liegt
ungefähr auf 2° 491/,/ N-Br. und 95° 54%/, O-Lg. Die Mißweisung beträgt 0.1° W
für das Jahr 1914 und nimmt jährlich etwa 1’ zu.
Landmarken. Von Norden kommende Schiffe dürften zuerst den 358 m
hohen Berg Sibigo an der Nordseite der Einfahrt in Sicht bekommen. An der
Südseite der Einfahrt liegt der 220 m hohe Berg Sefacha, an den sich ein süd-
Östlich verlaufender Höhenzug anschließt. Kommt man näher, so wird man die
Inseln Kitjik, Penjoe und Tinggi (Hoelawan) ausmachen; sie liegen vor der Ein-
fahrt, und Tinggi, die südöstlichste davon, ist an einer einzelnen hohen Palme
leicht zu erkennen. Es soll auch ein Leuchtfeuer darauf errichtet werden. Die
reichlich 1!/, Kblg breite Einfahrt liegt zwischen zwei Huken, hinter denen sich
die Bucht gleich wieder erweitert. Die Ufer der Sibigo-Bucht gliedern sich in
viele kleine Buchten, und mehrere Inselchen liegen darin, doch kommen als
Landmarken nur die Inselchen Boenoen (Boengin), Mitim und Perak in Betracht.
Auf dem Küstenriff vor der südlichen Einfahrtshuk und am Rande des Riffes
vor der Nordwestseite von Boenoen steht je eine niedrige schwarze Bake mit
einer Querlatte; und von den beiden Riffen, die südlich und südwestlich von