Beitrag zur Segelanweisung für die Corisco-Bucht (Westafrika).
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und Vorsprünge des Festlandes mit Ausnahme der vorstehenden als Peilobjekte
nicht zu brauchen, da sie flach verlaufen und die Beleuchtung leicht die geringste
Unregelmäßigkeit im Küstenverlauf als scharfen Vorsprung erscheinen läßt.
VII. Ansteuerung.
Die Ansteuerung der Corisco-Bucht bietet bei einigermaßen sichtigem
Wetter keine Schwierigkeit, Die günstigste Beleuchtung bringt der Nachmittag.
Das Kap St. John mit seinen drei Hügeln und dem nördlich davon gelegenen
Missionsgebäude Santome, Mosquito Point und die Kanten der Corisco-Insel bieten
für die Ansteuerung gute Peilobjekte.
Bei der Ansteuerung sind vor allem die von der Corona-Huk nach
Westen ausschießenden Riffe zu beachten. Man sollte nicht versuchen, zwischen
dem Ugotti- (Sea Gull) Riff und dem neuerdings festgestellten Woermann-Riff zu
passieren, da anzunehmen ist, daß in der Verbindung dieser Riffe noch weitere
felsige Untiefen liegen. Man halte sich gut westlich und steuere die Bucht erst
dann mit rw. 90° an, wenn dieser Kurs gut 2 Sm südlich frei von dem Woermann-
Riff führt,
Einsteuerung in den Muni-Fluß. Mit Kurs rw. 90°, auf dem stets über 7 m
Wasser gefunden wurden, läuft man, bis die rechte Kante der kleinen Elobey-
Insel mit der Endombo-Huk in rw. 149° in eins peilt. (Genauere Angaben muß
die spanische Vermessung ergeben.) Dann hält man mit rw. 113°-Kurs auf das
Zollgebäude in Ukoko zu (Mitte der Siedelung, Flaggenstange davor). Die Weiter-
fahrt auf dem Muni-Fluß bietet bis zur Uvinia-Huk keine Gefahren, wenn man
die Flußmitte hält. Tiefen nicht unter 8 m,
Zur Vermeidung des Riffgrundes zwischen Uvinia und der Insel Ivelo geht
man am. besten zwischen: der Uvinia-Huk und dem Riff hindurch, indem man
sich an der deutschen Seite hält. Mit östlichem Kurse und die Nordseite des
Fahrwassers haltend, gelangt man dann in einer Rinne von über 6 m Wasser
nach der spanischen Insel Ilo Gande.
Ankerplatz. Klein Elobey-Insel, etwa 1.2 Sm NO-lich von der Insel
sind gute Ankerplätze vorhanden.
Der spanische Subgouverneur, ein Zivilbeamter, residiert auf Klein Elobey.
Die Landungsbrücke ist verschwunden. Dampfboote gibt es nicht, Trinkwasser
gibt es nicht, nur Regenwasser in Zisternen. Postverbindung einmal monatlich
durch spanischen Regierungsdampfer. Eine Missionsniederlassung ist auf Klein
Elobey. : Landen an der Nordkante von Klein Elobey ist mit Schiffsbooten jeder-
zeit möglich. ;
° Groß Elobey ist dicht bewaldet; Niederlassungen von Weißen sind nicht
da. Im Hinterland sind einige Militärposten. Die Eingeborenen, die nicht un-
mittelbar an der Küste wohnen, sollen sich fast unabhängig fühlen.
Auf Corisco-Insel sind keine Faktoreien, nur eine Polizeistation und an
der Westküste eine spanische Missionsniederlassung. Die Insel ist dicht bewaldet.
Die geringe Bevölkerung ist vollkommen friedlich.
Auf Banye-Insel sind nur fünf schwarze Polizeisoldaten, Dampfer-
verbindung und nennenswerte Faktoreien fehlen auf Corisco und Banye.
In Ukoko ist überall vor der Siedelung in der 10 m-Linie gute Anker-
gelegenheit. Die beste Landestelle für Boote ist bei der Faktorei der Firma
Hatton und Cookson. ,
Ukoko ist Sitz des deutschen Bezirksleiters, ferner eines Regierungsarztes,
der ein Krankenhaus einrichtet; Postamt ist vorhanden. Auf Lebensmittel können
Schiffe nicht rechnen, auch Wasser ist knapp. Ein flach abfallender Sandstreifen
erlaubt jederzeit Landen mit Schiffsbooten. Als Ausfuhr kommt ‚vorzügliches
Holz aus unberührten Urwäldern in Frage, aber es fehlt noch an Arbeitskräften.
Wild- und Fischbestand ist gering; bei Ukoko sind gestrandete Walfische am
Land gefunden. Ein Kameruner Regierungsdampfer bringt alle vier Wochen die
Post. Alle vier Wochen läuft ein Dampfer der Bremer Afrikalinie den Muni-
Fluß an. Der Verkehr wird durch Kanus und Brandungsboote der Faktoreien
vermittelt. Die Dampfer haben zum Holzholen bis zu drei Dampfbarkassen an Bord.