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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Beitrag zur Segelanweisung für die Corisco-Bucht (Westafrika). 521 
mittleren und nördlichen Teile der Bucht eine kurze durch die Stromverhältnisse 
begünstigte kabbelige See zustande kommt, die Ruderbooten das Vorwärtskommen 
erschwert. . 
Tornados und plötzliche Böen treten im Februar und März häufiger auf, 
Durch die stets herrschende frische Brise wird die Temperatur an der Küste be- 
deutend gemildert, im Gegensatz: zu den abgeschlossenen flußaufwärts gelegenen 
Gebieten, 
III. Strom und Wasserstände. 
Ebbe- und Flutstrom setzen, infolge der einmündenden Flüsse und der 
vorgelagerten Bänke sehr unregelmäßig, bis zu einer Stärke von 3 Sm in der Stunde. 
Namentlich in den, von steil abfallenden Sänden begrenzten Rinnen vor 
der Munda-Mündung macht sich der Strom bemerkbar und ist bei der Navi- 
gierung zu beachten. ; 
Im Muni-Fluß setzt der Ebbstrom bis zu 4 Sm in der Stunde, der sich bei 
den Engen von Mbini und Uvinia noch beträchtlich steigert. Vorsicht beim Zu- 
ankerliegen ist dort geboten, da sehr weicher Ankergrund. 
An dem in Ukoko (Muni-Mündung) befindlichen Pegel wurde beobachtet: 
Mittlere Dauer des Steigens und Fallens des Wassers gleich 6 Stunden, 
Mittlerer Hub ... 1.52 m 
Größter «. .°. 5 2.30 m 
Niedrigster Hub. 0.40 m 
Vor .der Bucht Ugotti- (Sea Gull) und Woermann-Riff, 1.5 bzw. 
6.5 Sm westlich von Corona Point mit Tiefen von 5m, vielleicht auch noch 
weniger. Sie wurden von S. M.S. »Eber« nicht ausgelotet, Weitere Untiefen 
zwischen beiden sind nicht ausgeschlossen, 
Nördlicher Teil und Muni-Fluß. Elobey-Bank, die sich mit ganz geringen 
Tiefen in nordwestlicher Richtung von den Elobey-Inseln aus erstreckt und in 
den Bänken und Sänden zwischen den Inseln und dem Festlande ihre Fort- 
setzung hat. . 
Im Muni-Fluß liegt auf halbem Wege zwischen Uvinia und der spa- 
nischen Insel Ivelo ein Steinriff, das an zwei Stellen Tiefen von nur 4.7 m 
Wasser hat. 
Berichtigung der englischen Karte Nr. 1356, Corisco-Bucht. Die nördlich von 
der Elobey-Bank vom Festlande aus vorspringenden Haken, die sich nach den 
Angaben der englischen Karte in südlicher Richtung erstrecken sollen, sind beim 
Ein- und Auslaufen niemals gefunden worden, Weiteres wird die spanische Ver- 
messung ergeben. 
Mittlerer Teil. Corisco-Insel-Bank zeigt auf 3 Sm Entfernung von der 
Insel noch geringe Tiefen, Südlich und östlich davon Banye-Sand, Kronen- 
sand (mit Gebüsch bestanden) und Ost-Sand. Diese Sände steigen plötzlich 
und steil an. 
Unter Land liegen Buyumba-Riff und Fels-Riff. Beide bestehen aus 
großen Felsplatten und Blöcken, die bei mittlerem Springniedrigwasser trocken 
fallen. Teile des Fels-Riffes sind auch noch bei halber Tide auszumachen. Das 
Buyumba-Riff setzt sich in zahlreichen einzelnen Steinen bis zur Küste fort. Die 
6 m-Grenze verläuft auf etwa 2 Sm, die 10 m-Grenze auf etwa 5 Sm Abstand von 
der Küste. 
Südlicher Teil und Munda-Mündung. Von der Munda-Mündung erstreckt 
sich eine Schlickbank (Munda-Bank) in den südlichen Teil der Bucht, bis zur 
Höhe des Fels-Riffes. Auf der Mitte der Bank liegt eine Untiefe mit nur 0.8 m 
Wasser. Grund: Steine. Die Bank teilt die Einfahrt in zwei Fahrwasser. Ein 
westliches, das bis zum Akanda-Kap Tiefen über 10 m aufweist und ein Öst- 
liches mit Tiefen von 5 bis 9 m Wasser. 
Ein Grund (Akanda-Grund) erstreckt sich vom Akanda-Kap 4 Sm in 
nördlicher Richtung mit Tiefen bis zu 3m, um dann steil bis zur 10 m- 
IV. Untiefen.
	        
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