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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Michelitsch, P.: Deviationsanalyse der Magnetkompasse usw. 
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Durch Subtraktion ergibt sich zur Bestimmung von W," aus beiden Gleichungen 
der Ausdruck 
Won — f (Won) = 4Dy— AD. 
Beispiel: Es sei in Triest: D = + 9.2°; 4Dog= + 0.5°. Bei H = 3.6 sei 
gefunden worden AD == +1.8°. Laut f-Tafel ist: f (Wi?) = 0.61 Wo" 
Won — 0.61 Won =-E 0.5 — 1,8 
0.39 Won = —1,3 
Wan = — 3.3° 
und da... (4D, — D) = —8.7° ist, gehen somit 38%, der. kompensierenden 
D-Kraft auf Rechnung des nadelinduzierten Weicheisens, 
So einfach nun dieses Verfahren auch anscheinend ist, sei es hier doch 
mehr des problematischen Interesses halber als in der Meinung gegeben, daß ihm 
in der Praxis eine mehr als ausnahmsweise Verwendung zufallen könnte, 
Um die an sich kleinen Quadrantalwerte in ihrer Anderung hinlänglich scharf 
erfassen zu können, muß vor allem die Spannung der Horizontalintensitäten: »Hei- 
matshafen — Beobachtungsort« eine bedeutende sein. Dann ist im Zuge einer Reise 
nicht leicht Zeit und Gelegenheit gegeben, einen guten Wert AD zu bestimmen, der 
ja nur durch Beobachtung auf zumindest drei Kursen zu erhalten ist (hierbei ist 
stillschweigend vorausgesetzt, daß das Befahren von drei, innerhalb eines Quadranten 
liegender Kurse, von denen im allgemeinen einer der Reisekurs sein wird, immer 
noch zeitökonomischer ist, als in Kurs und Gegenkurs eine Interkardinalrichtung 
zu steuern). Kommt da noch eine remanente Tendenz in Frage, so wäre bei der 
Bestimmung von AD, die einer Berechnung zweiter Differenzen dienen soll, eine 
volle Kreisdrehung nicht mehr zu umgehen, 
All dies weist in erster Linie auf den experimentellen Weg hin, wie ihn 
A. Santi gelegentlich der Rekonstruktion des Magnaghi-Kompasses beschritten 
hat;!) und es wird im Interesse der Schiffsführung liegen, den Einfluß der Nadel- 
induktion auf den D-Korrektor im vorhinein prozentuell feststellen zu lassen, 
sobald es sich darum handelt, einen Kompaß mit großem magnetischen Moment 
der Rose — Fluidkompaß — und Kugelkorrektoren an Bord eines Schiffes mit 
ausgeprägter Quadrantalkraft zu installieren. 
Faßt man das Bishergesagte kurz zusammen, so wäre zur systematischen 
Klärung der Deviationsverhältnisse der nachstehende Vorgang einzuhalten: 
1. Bestimmung der Nadelinduktion in einem gemischt-induzierten D-Kor- 
rektor vor Aufstellung des Kompasses. . 
; 2. Anbringung einer Rohkompensation an Bord, insoweit die Deviationen 
des unkompensierten Kompasses 20° überschreiten, Mit dieser Einschränkung 
wird um so sicherer einer wesentlichen Forderung entsprochen, dahingehend, 
daß durch die Rohkompensation, namentlich durch eine fix angebrachte, dem 
subpermanenten Schiffsmagnetismus nur Magnete, der Induktion im Schiffe nur 
erdinduziertes Weicheisen entgegengestellt werde. 
3. Bestimmung der Gesamtkoeffizienten (wenn und insoweit auf sie bei 
Berechnung von K, x, y zurückgegriffen werden muß), Kompensation und De- 
viationsbestimmung möglichst frei von remanenten Einflüssen. . 
4, Eheste Bestimmung der noch freiwirksamen Vertikalinduktion während 
der Ausreise, 
N 5. Übliche Kontrolle des Reisekurses und gelegentliche Bestimmung und 
Überprüfung einer remanenten Tendenz im Hafen oder in See, Dies bleibt auch 
weiterhin eine dauernde Aufgabe der Schiffsführung. 
. Auf dieser Grundlage werden alle Bestimmungsstücke normalerweise nach 
der ersten, spätestens zweiten Ausreise in guten Zahlenwerten. zur Verfügung 
stehen, so daß an die Berechnung der drei Deviationsteile K, x, y geschritten 
werden kann. , . 
Die hierfür gegebenen Gleichungen werden sich im konkreten Falle dem 
Kompaßsystem, dem Aufstellungsort und der Art der Kompensation anpassen. 
1) Rivista Marittima 1905. 
Ann. d. Hrdr. usw. 1914, Heft IX.
	        
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