Michelitsch, P.: Deviationsanalyse der Magnetkompasse usw.
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Durch Subtraktion ergibt sich zur Bestimmung von W," aus beiden Gleichungen
der Ausdruck
Won — f (Won) = 4Dy— AD.
Beispiel: Es sei in Triest: D = + 9.2°; 4Dog= + 0.5°. Bei H = 3.6 sei
gefunden worden AD == +1.8°. Laut f-Tafel ist: f (Wi?) = 0.61 Wo"
Won — 0.61 Won =-E 0.5 — 1,8
0.39 Won = —1,3
Wan = — 3.3°
und da... (4D, — D) = —8.7° ist, gehen somit 38%, der. kompensierenden
D-Kraft auf Rechnung des nadelinduzierten Weicheisens,
So einfach nun dieses Verfahren auch anscheinend ist, sei es hier doch
mehr des problematischen Interesses halber als in der Meinung gegeben, daß ihm
in der Praxis eine mehr als ausnahmsweise Verwendung zufallen könnte,
Um die an sich kleinen Quadrantalwerte in ihrer Anderung hinlänglich scharf
erfassen zu können, muß vor allem die Spannung der Horizontalintensitäten: »Hei-
matshafen — Beobachtungsort« eine bedeutende sein. Dann ist im Zuge einer Reise
nicht leicht Zeit und Gelegenheit gegeben, einen guten Wert AD zu bestimmen, der
ja nur durch Beobachtung auf zumindest drei Kursen zu erhalten ist (hierbei ist
stillschweigend vorausgesetzt, daß das Befahren von drei, innerhalb eines Quadranten
liegender Kurse, von denen im allgemeinen einer der Reisekurs sein wird, immer
noch zeitökonomischer ist, als in Kurs und Gegenkurs eine Interkardinalrichtung
zu steuern). Kommt da noch eine remanente Tendenz in Frage, so wäre bei der
Bestimmung von AD, die einer Berechnung zweiter Differenzen dienen soll, eine
volle Kreisdrehung nicht mehr zu umgehen,
All dies weist in erster Linie auf den experimentellen Weg hin, wie ihn
A. Santi gelegentlich der Rekonstruktion des Magnaghi-Kompasses beschritten
hat;!) und es wird im Interesse der Schiffsführung liegen, den Einfluß der Nadel-
induktion auf den D-Korrektor im vorhinein prozentuell feststellen zu lassen,
sobald es sich darum handelt, einen Kompaß mit großem magnetischen Moment
der Rose — Fluidkompaß — und Kugelkorrektoren an Bord eines Schiffes mit
ausgeprägter Quadrantalkraft zu installieren.
Faßt man das Bishergesagte kurz zusammen, so wäre zur systematischen
Klärung der Deviationsverhältnisse der nachstehende Vorgang einzuhalten:
1. Bestimmung der Nadelinduktion in einem gemischt-induzierten D-Kor-
rektor vor Aufstellung des Kompasses. .
; 2. Anbringung einer Rohkompensation an Bord, insoweit die Deviationen
des unkompensierten Kompasses 20° überschreiten, Mit dieser Einschränkung
wird um so sicherer einer wesentlichen Forderung entsprochen, dahingehend,
daß durch die Rohkompensation, namentlich durch eine fix angebrachte, dem
subpermanenten Schiffsmagnetismus nur Magnete, der Induktion im Schiffe nur
erdinduziertes Weicheisen entgegengestellt werde.
3. Bestimmung der Gesamtkoeffizienten (wenn und insoweit auf sie bei
Berechnung von K, x, y zurückgegriffen werden muß), Kompensation und De-
viationsbestimmung möglichst frei von remanenten Einflüssen. .
4, Eheste Bestimmung der noch freiwirksamen Vertikalinduktion während
der Ausreise,
N 5. Übliche Kontrolle des Reisekurses und gelegentliche Bestimmung und
Überprüfung einer remanenten Tendenz im Hafen oder in See, Dies bleibt auch
weiterhin eine dauernde Aufgabe der Schiffsführung.
. Auf dieser Grundlage werden alle Bestimmungsstücke normalerweise nach
der ersten, spätestens zweiten Ausreise in guten Zahlenwerten. zur Verfügung
stehen, so daß an die Berechnung der drei Deviationsteile K, x, y geschritten
werden kann. , .
Die hierfür gegebenen Gleichungen werden sich im konkreten Falle dem
Kompaßsystem, dem Aufstellungsort und der Art der Kompensation anpassen.
1) Rivista Marittima 1905.
Ann. d. Hrdr. usw. 1914, Heft IX.