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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 42 (1914)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1914. 
So fortfahrend, vergleicht man beliebig viele an dem Sextanten scharf 
eingestellte Winkel mit den am Reflexionskreis gemessenen, von Exzentrizitäts- 
fehlern freien Winkeln. 
Zur Kontrolle stellt man dann, die Alhidade von 10 zu 10 Grad zurück- 
drehend, alle Winkel noch einmal ein. Kleine Beobachtungsfehler und Unsicher- 
heiten in der Achsenlagerung der Alhidade werden hierbei sofort erkannt. 
Bisher wurde angenommen, das Beobachtungsobjekt befinde sich in sehr 
großer Entfernung. Ist dieses nun nicht der Fall, so ist der Winkel, unter 
welchem die Entfernung der beiden Spiegel A und B, also die Linie AB, vom 
Beobachtungsobjekt aus erscheint, zu berücksichtigen. Bezeichnen wir diesen 
mit v. Die Spiegelparallaxe der einzelnen Instrumente kommt hier, da nur 
Spiegelbilder in Deckung gebracht werden, nicht in Frage. 
Es ist nun ohne weiteres ersichtlich, daß bei dieser Aufstellung der beiden 
Instrumente der am Sextanten gemessene Winkel um v kleiner sein muß, als der 
am Reflexionskreis gemessene. Für AB = 30 em erhält man etwa folgende Werte: 
Abstand des Obijektes. 
3000 Meter 
Bei 0° v— Bei 70° 0 
) 30 20 
? 90 20 
\ 10 100 20 
13 110 19 
„J 15 120 17 
BO 17 
Bei © v- 
) 
9 
9 
40 
50 
an 
8000 Meter 
VI 
ö 
Bei 70° 
80 
90 
100 3 
110 7 
120 7 
Bei dem beschriebenen Apparat bildet die Linie AB mit‘ der Fernrohr- 
achse einen Winkel von 20°. Es ist also bei dem eingestellten Winkel von 0° 
der für 20° gegebene Wert von v, bei 10° Einstellungswinkel der für 30° gegebene 
Wert in Rechnung zu ziehen usw. Demnach ist zu nehmen: 
Entfernung — 3.0 km 
Bei 09 wv=- 7" | Bei 70° v=— 20" 
#3 10 So 20 
) 13 90 19 
‘) 15 100 17 
40 17 110 15 
30 19 | 120 13 
ä) 20 
Entfernung — 8.0 km 
Bei 0° v 
4) 
Ü 
30 
40 Z 
50 7 
AO N 
\y 
Bei 70° 
s0 
90 
100 
110 
1920 
if} 
& 
6 
3 
Daß mit diesem Instrument erst nach einiger Übung ganz sichere Resultate 
erzielt werden können, möchte ich besonders hervorheben, 
Vor Beginn der Messungen muß man sich davon überzeugen, ob die beiden 
Ebenen des Vollkreises und des Sextanten parallel liegen. Man stellt die Alhidaden 
zuerst auf 0°, dann auf 90° ein. In beiden Stellungen müssen die Objektbilder 
in gleicher Höhe liegen. Kleine Berichtigungen führte ich bei diesem einfachen 
Apparate mit flachen Keilen aus. 
Geringe Fehler des Fernrohres sind ohne Einfluß auf das Ergebnis, da 
beide Bilder mit demselben Fernrohr betrachtet werden. Auch ein geringes 
Kippen des ganzen Apparates ist ohne merklichen Einfluß, weil beide Instrumente 
diese Bewegung erleiden. Eine besondere Befestigung des Sextanten ist nicht 
erforderlich; um aber möglichst helle Bilder zu erhalten, muß auf die günstigste 
Lage des Fernrohres, auch zum Reflexionskreise, geachtet werden. 
Wegen des in Rechnung zu ziehenden Winkels v muß ferner der Abstand 
AB, für welchen v berechnet ist, beibehalten werden, 
Beim Ablesen wird der ganze Apparat jedesmal so gedreht, daß das Licht 
von vorne her auf die Teilung fällt. Dieses ist zur Vermeidung von Ablese- 
fehlern unbedingt erforderlich. “ 
Nachstehend bringe ich die Ergebnisse von drei Untersuchungen, welche 
bei verhältnismäßig klarem Wetter angestelit wurden. Als Objekt diente eine 
Ytange auf dem Turme eines Hauses in Blexen. Entfernung 3.0 km. Wo ein
	        
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